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Host, The (2006)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 13.02.2007, seitdem 1024 Mal gelesen



Wer glaubt, dass die 50er Jahre lang zurück liegen, der irrt. Damals wurde die Welt im amerikanischen Kino von extraterrestrischen Wesen bedroht und im asiatischen Raum zertrampelte eine riesige, prähistorische Gummiechse Gebäude. Dass diese Zeiten so lang nicht her sind, beweist nun der koreanische Monsterfilm „The Host", in welchem anstatt „Godzilla" ein riesiges, amphibisches Mutantenviech, welches bevorzugt Menschen fängt, hortet und dann verspeist sein Unwesen treibt.

Es geschieht folgendes: Ein paar Forscher kippen gewissenlos ein paar angestaubte (!) Chemikalien in den Ausguss, welcher direkt in den Han-Fluss geleitet wird. Ein paar Jahre später hat sich dort eine mutierte, riesige Amphibie entwickelt, die besonders der Familie von Park Hee-bong (Byun Hee-Bong) und seinem Sohn Gang-du (Song Gang-ho), den Besitzern eines kleinen Hafenimbiss, gewaltig zusetzt. Das Monster, welches tödliche Viren bei Hautkontakt verbreiten soll, verfolgt die Menschen durch die halbe Stadt und entführt sie dann in einen Abwasserschacht, wo es sie ablegt zur späteren Verköstigung. Als Gang-dus Tochter Hyun-seo ebenfalls entführt wird und das Militär, welches in diesem Ausnahmezustand mittlerweile die Macht an sich gerissen hat, nichts dagegen unternehmen, begibt sich die gesamte Familie auf die fast aussichtlose Suche nach Hyun-seo...

Sieht man den Film, so drängt sich immer wieder dieselbe Frage auf: „Was soll das?". Regisseur Joon-Ho Bong beweist zwar immer wieder sein Talent für ein ordentliches Gag- und Actiontiming, nur leider gestaltet sich deren Dichte als zu gering. „Gwoemul" - so der koreanische Originaltitel - schwankt unentschlossen zwischen Trash-Movie, Actionthriller und Familiendrama. Satirische Ansätze vermochte ich bei dieser unausgegorenen Aneinanderreihung von ironischen Absurd-Witzen (der Militär, welcher etwas gegen verstaubte Chemikalien hat; die ewig zögernde Bogenschützin) und unfreiwillig komischen Momenten (u.a. das ausgedehnte gemeinsame Essen der Familie) nicht zu entdecken. Ohnehin hat der Trash in der nie nennenswert vorankommenden Handlung um das Suchen der Tochter obsiegt und „The Host" vermag nicht, die höheren Ansprüche zu befriedigen, die sich angesichts der Mokierung über Militär und Gesellschaft ergeben. Sämtliche Darsteller können angesichts ihrer stupide angelegten Stereotypen keinen Charakter entwickeln; die Effekte gehen dabei allerdings soweit in Ordnung, obwohl man aber schon wesentlich bessere in amerikanischen Filmen (siehe „Das Relikt") beobachten konnte. Doch dem nicht genug: Mit der Zeit beginnt die ewige Suche und Verfolgung aufgrund seiner Einfallslosigkeit gehörig zu nerven.

Fazit: "Godzilla ist tot, lang lebe Godzilla!" Unterdurchschnittlicher, über weite Strecken ermüdender Monster-Heuler, welcher beinahe jegliche satirische Ansätze zugunsten freiwilliger und unfreiwilliger (Trash-) Komik verschenkt. „The Host" kann als ein enorm kruder Genremix aus Action, Drama und Satire auch aufgrund von reißbretthaften Figuren sowie einer stagnierenden Handlung nicht überzeugen.


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