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Host, The (2006)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 01.03.2007, seitdem 2224 Mal gelesen



Asiatische Filme sind ein hartes Brot, gerade für den europäischen bzw. deutschen Durchschnittszuschauer, der mit seinem beschränkten Interessenhorizont sowieso am besten nur das sehen will, was er von einem Genre aus jahrelanger Erfahrung erwarten kann. Alles andere überfordert dann doch zu sehr und provoziert empörte Ablehnung…

Kein Wunder also, dass der koreanische „The Host“, der Versuch, endlich mal wieder einen größeren Monsterfilm zu platzieren, hier auf deutliches Stirnrunzeln treffen wird.
Die Story um ein aufgrund von Chemieabwässern aus einer US-Militärbasis entstandene Mutation, die in Seoul für jede Menge Aufregung sorgt, ist nämlich mit dermaßen vielen Genreansätzen zusammengeflickschustert, dass der gewöhnliche Kinonormalo ein ordentliches Schleudertrauma bekommt.

Dabei ist es durchaus bemerkenswert, dass die Koreaner sich bemühen, den fest gefügten Genreregeln etwas Neues abzugewinnen und die Monsterhatz in einen ganz anderen Kontext setzen, nämlich als Kontrapunkt eine dysfunktionale Familie anführen, die bemüht ist, ihre entführte Tochter/Nichte/Enkelin aus den Fängen des Monsters zu retten.

Diese besteht aus einem leicht zurückgebliebenen Vater, einem verständnisvollen Großvater, einem trinkenden Onkel aus der seligen Studentenbewegung und einer unsicheren Bogenschützin – allesamt Charaktere, die sich nicht gerade besonders nahe stehen, aber in gewisser Art und Weise zusammenwachsen müssen, um an das gemeinsame Ziel zu kommen.

Aber wie alles an diesem Film (und wie im Asia-Kino nicht selten der Fall) werden diese Ansätze mit vielen anderen zusammengeschmissen und man weiß oft nicht, ob die Macher das nun ernst meinen oder komisch oder einfach alles aneinandermontiert haben, was sie so zufällig eingefangen hatten.
Die Familie schwankt zwischen bemühtem Drama und abstrusem Humor, der zusätzlich mit Slapstick angereichert wird. Dazwischen hangelt sich immer wieder die riesenhafte Fischmutation auf ihren Flossenfüßen über die Brückenpfeiler und walzt alles nieder, was nicht schnell genug unter der Grasnarbe ist.
Und munter überzogen üben die Koreaner auch noch Kritik an der US-Regierung, die das Monster erst zufällig erschaffen, dann aus dem Angriff einen Virusfall generieren (der keiner ist), um ihr Kriegs- und Waffenpotential mal in einer asiatischen Metropole ausprobieren zu dürfen.
Ernst kann man das aber auch nicht nehmen, denn der US-Experte irritiert die Zuschauer mit seinem monströsen Augenschiefstand und wechselt munter zwischen der Notwendigkeit eines Übersetzers oder dem völligen Verzicht. Die Koreaner nehmen sich bei dem Chaos gar nicht erst aus und kommen naiv, ami-folgsam, uninformiert oder ganz einfach deppert rüber. Ausgegoren oder gereift ist jedoch nichts davon.

Ergo fallen ernste und komische Töne ungeniert übereinander her und der Monsterliebhaber wird sich wundern, wie wenig straight man so eine Mutantenhatz doch inszenieren kann, um auf zwei Stunden Lauflänge zu kommen. Die Tricks sind für so ein Monsterentwicklungsland aber recht gut geraten.
Wer also über diesen schrägen Wirrwarr stolpern sollte, kann sich auf etwas gefasst machen, prinzipiell sollte man ihn aber nicht zu ernst nehmen, dann könnte das was werden.
Für einen Abend in guter und ausgelassener Gesellschaft aber ein kurzweiliger Spaß. (6/10)


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