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Ist das Leben nicht schön? (1946)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 25.12.2002, seitdem 841 Mal gelesen



Frank Capras "It’s a wonderful Life" gehört zum Weihnachtsfest wie etwa "Dinner for One" zu Silvester. Wobei uns letzterer jedes Jahr aufs Neue nur wenige Minuten Nerven kostet, sind das bei ersterem gleich über zwei Stunden. Vielleicht fließen ja heute bei manch sensibleren Menschen immer noch die Tränen, wenn ein Engel dem mutlosen James Stewart zeigt, was das Leben ohne ihn wäre. Die meisten jedoch sollte die Geschichte heute größtenteils kalt lassen.

Die ist nämlich nach heutigen Maßstäben ganz und gar nicht mehr mitreißend. Der Werdegang des George Baileys wird von Geburt an exakt widergegeben, wobei mich nur der unbeschwerte Anfang ein wenig bei Laune halten konnte. Mit zunehmender Dauer wird das Ganze immer zäher, höchstens Fans von hoffnungslosem Kitsch werden begeistert sein. Die Geschichte spult ein Klischee nach dem anderen herunter, wobei man gestehen muss, dass bei Erscheinen des Films dies nicht ganz so schlimm ins Gewicht fiel bzw. gar nicht störte. Heutzutage ist das aber dann doch zu durchschaubar.

Als man dann endlich erst kurz vor Schluss zur berühmten Passage mit dem hinabsteigenden Engel kommt, werden Leute, die mit Klassikern nicht viel anfangen können, längst eingeschlafen sein. Ich konnte mich noch mit Mühe wach halten und wurde dann immerhin mit einem der legendärsten Parts der Filmgeschichte entschädigt, als Stewart minutenlang durch die Stadt irrt und sieht, was ohne ihn aus der Welt geworden wäre. Ganz nett anzusehen, auch weil es in Dutzenden anderen Filmen Anspielungen auf diese Sequenz gibt. Wie abzusehen war, gipfelt das alles in einem Happy End der ganz üblen "Heile-Welt"-Sorte. Da wird der Kitsch so dick aufgetragen, dass es eigentlich schon wieder schön ist und es mir, als alle in fröhlicher Eintracht "Auld Lang Syne" um den Weihnachtsbaum gesungen haben, es wenigstens ein bisschen warm ums Herz wurde.

So negativ das jetzt vielleicht klingt, Klassiker bleibt eben Klassiker, auch wenn ich kaum verstehen kann, was heute an Capras Werk noch so herzergreifend sein soll. Trotzdem ist James Stewart Legende, der Film einer der bekanntesten und der Vollständigkeit halber muss man ihn gesehen haben, um viele Anspielungen in anderen Filmen zu verstehen.
Irgendwo bei 6/10, aber bloß durch Gnadenpunkte in der Klassikerwertung.


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