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Ist das Leben nicht schön? (1946)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 03.01.2015, seitdem 221 Mal gelesen



kurz angerissen*

Vielleicht der Klassiker des humanistischen Kinos schlechthin, eine leidenschaftliche Ode an das Gute im Menschen. Möglicherweise holt Capra ein wenig zu weit aus, wenn er es nicht nur dabei belässt, seine Hauptfigur über mehrere Lebensabschnitte hinweg zu begleiten, sondern darüber hinaus auch noch eine Art „kosmischen Rahmen“ verfasst, bei dem Engel ihre Finger im Spiel haben.

Wie dem auch sei, filmisch ist „Ist das Leben nicht schön“ über jeden Zweifel erhaben. Capra legt den perfekten Weihnachtsfilm hin, mit allem, was dazugehört: urbane Winterlandschaften von höchster Pracht, Momente trauter Zweisamkeit, gemütliches Beisammensein in kleinen und großen Gruppen, Liebesbekundungen und Versöhnungen, kurz, eine Bilderstrecke dessen, was man sich in vorweihnachtlicher Besinnung nur wünschen kann. Aber eben auch: Wirtschaftskrise, Sinneskrise, Pech und Schwefel, Gut-und-Böse-Dichotomien, Trauer und Verzweiflung. Die guten und schlechten Dinge, die dem Bankier geschehen, sind natürlich funktionale Vereinfachungen zur möglichst hohen Nachempfindung durch eigene Erfahrungen, doch immerhin muss man sagen, dieses Spiel beherrscht der Regisseur mühelos.

James Stewart agiert noch nicht ganz so abgeklärt und star-like wie in seinen späteren Produktionen, womit er besonders die Momente der Unsicherheit und Verzweiflung ausgesprochen überzeugend umzusetzen weiß. Auch deswegen verströmt der Film das unwirkliche Gefühl des Aufwachens aus einem schlechten Traum, noch weit über den „A Christmas Carol“-ähnlichen Abschnitt, in dem Stewart durch den Engel in eine Meta-Perspektive versetzt wird und auf ein irdisches Leben hinabblickt, in dem er selbst nie existiert hat. Das unvermeidliche Happy End wird so mit dem endgültigen Aufwachen aus der Lethargie gleichgesetzt, bei dem die Figur eine wichtige Erkenntnis über sich selbst gewinnt. Insofern atmet „Ist das Leben nicht schön“ den gleichen Geist nach wie ein „Zauberer von Oz“ oder „Alice im Wunderland“.

*weitere Informationen: siehe Profil


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