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Insel der Verdammten (1982)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 19.12.2007, seitdem 1233 Mal gelesen



„Insel der Verdammten“ erweist sich als der breiten Masse unbekannter, aber doch recht gelungener Beitrag zum Genre des Menschenjagdfilms.
Die Zukunft: Ein totalitäres Regime herrscht und unterdrückt jede Art von Widerstand. Widerständler, aber auch jeder nur Andersdenkende wird in Umerziehungscamps verfrachtet, wobei die Willkür immens ist. Auf die Hintergründe der Chose geht „Insel der Verdammten“ kaum ein, aber porträtiert das Szenario doch recht gut. Vor allem gelungen ist die Szene um die Verhaftung der Juwelierin Chris Walters (Olivia Hussey): Diese will nur jemanden in ihrem Geschäft vor Polizeibrutalität schützen und wird nur aufgrund von Unterstellungen des Beamten eingebuchtet.
Chris kommt mit Paul Anders (Steve Railsback) und anderen Gefangenen in das so genannte Blood Camp Thatcher. Was hier als Umerziehung bezeichnet wird, ist nichts weiter als das Brechen von Gefangenen, durch Indoktrination, Folter und rigide Strafmaßnahmen. Paul erweist sich schnell als aufsässiger Gefangener, ein Ausbrecherkönig wie Lagerkommandant Charles Thatcher (Michael Craig) aus seiner Akte entnimmt. Damit bildet Paul schon eine Vorlage für die Hauptfigur aus dem teilweise ähnlichen „Flucht aus Absolom“.

Thatcher hat jedoch ein besonderes Privatvergnügen im Sinn: Paul, Chris sowie zwei weitere Gefangene sollen als Jagdbeute für ihn und drei andere Jäger dienen – als Preis wird ihnen die Freilassung versprochen...
Die erste Verfilmung des Menschenjagdthemas war sicher „Graf Zaroff“, doch „Insel der Verdammten“ erweist sich recht früher Beitrag, bei dem sich Werke wie „Fortress“, „Running Man“ oder „The Condemned“ doch das eine oder andere abgeschaut haben. Dabei erweist sich das Szenario eher als Mittel zum Zweck, als Distopie versucht man sich hier nur bedingt, stattdessen will man lieber reißerisches Entertainment mit Nähe zum Exploitationkino bieten.
Dabei lässt sich „Insel der Verdammten“ recht viel Zeit für die Einführung, doch diese ist überraschend gelungen. Die Darstellung des Alltags im Blood Camp Thatcher wirkt nie zu voyeuristisch, stattdessen zeichnen die Aktionen des Personals ein stimmiges Bild einer barbarisierten Gesellschaft. Vor allem die Androhung drakonischer Strafen für Sex zwischen den Gefangenen wird auf entlarvende Weise mit versuchten Übergriffen sexueller Natur durch die Wärter kontrastiert.

Hauptbestandteil des Films ist jedoch die Menschenjagd und auch diese macht Laune. Brian Trenchard-Smith drückt ordentlich aufs Gas und hetzt die Protagonisten temporeich wie spannend durch die Botanik, wobei die sadistischen Jäger die versprochenen 3 Stunden Vorsprung natürlich nicht gewähren. Auch die Jagdgesellschaft wird abwechslungsreich porträtiert. Ein Jäger hat einen Wolfsmenschen an seiner Seite und fährt in einem gepimpten Schaufelbagger mit MG durch die Gegend, eine weibliche Sadistin reitet zu Pferd und nutzt am liebsten ihre Armbrust. Thatchers Vorgesetzter will sich seine Todeskandidatin am liebsten vor die Pistole treiben lassen und Thatcher selbst benutzt klassisch Jagdgewehr und Allradfahrzeug.
Leider kann die Hetzjagd nicht immer zufrieden stellen, auch wenn es reichlich Spannungsmomente und einige Action gibt. Diese könnte spektakulärer sein und einige Jäger geben nach enttäuschend kurzer Gegenwehr den Löffel ab (gerade die Oberfieslinge), doch dank der vielseitigen Waffenwahl sind die Konfrontationen stets abwechslungsreich. Inszenatorisch kann sich die Action auch sehen lassen, nur zum Genrehighlight reicht es noch nicht. Überraschend derb geht es in den Todesszenen zur Sache, die Effekte sind teilweise schon recht splattrig, z.B. wenn Hände abgehackt werden oder ein Fiesling mittels MG nahezu zerlegt wird.
Steve Railsback schlägt sich in der Hauptrolle auch recht solide, preisverdächtig ist sein Spiel vielleicht nicht, aber für derartige B-Ware doch mehr als zufriedenstellend. Olivia Hussey als Heldin ist ebenfalls ziemlich überzeugend, ein echtes Highlight Michael Craig als sadistischer Lagerkommandant. Auch der Rest des Ensembles spielt recht gut, gerade die Fieslinge kommen trotz gewisser Klischees recht charismatisch rüber.

Alles in allem könnte „Insel der Verdammten“ etwas spektakulärer sein und hat kleinere Mängel, doch insgesamt stellt er einen flotten, recht spannenden und actionreichen Beitrag zum Genre des Menschenjagdfilms dar, der Genrefans klar zufrieden stellt.


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