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Diva (1981)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 21.04.2017, seitdem 84 Mal gelesen



Mit Neon & Trompeten läutet Paris die 80er ein

"Diva" ist Euro-Trance in Filmform. Französische Eitelkeiten der feinsten Sorte. Kultige Pariser Nächte & ein Bilderrausch, der seine Fans immer wieder verzaubert. Leider vergaßen die ihn trotzdem. Vollkommen 80er & doch irgendwie neben der Zeit. Traumgleich zwischen Oper, Sex, Neonlichtern & witzig-humorlosen Gangstern. Alles Schablonen, alles überholt, alles so verdammt magisch. Genauso wie Beineix ein paar Jahre später entstandener "Betty Blue", ein Kultfilm der den Titel mit Stolz & Recht trägt. Noch weit vor Luc Besson und Konsorten Kino des Looks. Wenige Filme standen & stehen so sehr für die Coolness des französischen Kinos. 

U-Bahnen, Mopeds, Tonbandkopien - den Durchblick hat man gerade beim ersten Schauen kaum. Dem Rausch & der Faszination erliegt man trotzdem. Mehr- & Wiederspielwert fest eingeplant. Sehenswert, nicht nur als Regiedebüt. Hörenswert, nicht nur für Opernfans. Fühlenswert, nicht nur für Kinder des Neonjahrzents. Denkt man an die 80er, denkt man automatisch an Teile aus "Diva". Und umgekehrt. Style over Substance in essentiellster & würdigster Weise. Wichtig für Paris, wichtig für Frankreich, wichtig für Europa. Eine poetische Ballade in neonkühl, zwischen Traum & Gefahr. Oberflächlichkeit, die bis heute nachhallt. Hohl kann auch gut sein.


Flach und vielleicht nur schön & sogar seelenlos, weit entfernt von tiefgründig oder komplex - und doch ein Volltreffer in die Seele jedes naiven Schulterpolsterträger des vorvorletzten Jahrzehnts. Wenige Filme liefen so ausdauernd in den 80ern in den Lichtspielhäusern Europas - vom Bahnhof bis zur Luxusterrasse. Es geht um einen Postboten, der von seinem großen Schwarm, einer edlen Opernsängerin, illegal einen Konzertmitschnitt gemacht hat. Die einzige Tonaufnahme dieser Diva, die es gibt. Das zieht ein paar Gangster auf seine Spur, die dem Mopedfahrer das Leben zu einer aufregend sexy Hölle machen.

Ich kenne Paris - so habe ich es allerdings noch nie gesehen. Und seitdem, trotz etlicher Trendfolger, ebenfalls nicht mehr. "Diva" hatte damals Millionen angetane & beeinflusste Gucker - ein Grund mehr ihn wiederzuentdecken, da er nicht aus der Zeit gefallen ist. Ok, irgendwie schon. Aber dann auch wieder nicht. Jeder der nochmal wissen will, warum die Franzosen Stilsetzer waren & sind, hat einen neuen, alten Anhaltspunkt. Als Sahne auf den Neonröhren gibt es eine starke Verfolgungsjagd mit dem Moped durch die Pariser Metro (!), virtuose Kameraarbeit & erhaben schöne Erotik. Was will man mehr? Augen auf, mitreißen lassen & träumen.


Fazit: moody, hypnotisch, einzigartig - dieser "Diva" erlaubt man all ihre erzählerischen Eitelkeiten & Ungereimtheiten. Ein Pariser Klassiker zwischen der Zeit, den Genres, den Trends. Kult in bester Form!


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