Ansicht eines Reviews

Beim ersten Mal (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 16.08.2007, seitdem 1666 Mal gelesen



Amusement und ein bisschen Ernüchterung herrscht nach Ansicht dieses US-Kassenschlagers, der wenigen Wochen 135 Mio. USD in die Kassen spülte – was macht diesen Film bloß zu so einem Hit?
Dabei ist das Rätsel eigentlich ganz leicht zu lösen…

Man nehme einen dauerkiffenden, rundlichen, jüdischen UND kanadischen Vollpfosten und paare ihn im Rahmen eines One-Night-Stands auf Alkohol mit einer aufstrebenden jungen TV-Modereuse im besten Blondchenstil. Bumstrara, nach acht Wochen reihert die Schöne im Sender alle Papierkörbe infolge von Morgenübelkeit zu und der Daddy steht natürlich auch fest.

Was dann folgt, kennt man schon aus diversen anderen Filmen zum Thema „Ungewolltes Baby mischt Partnerschaft/Freundschaft/Bekanntschaft“ auf, Familie, Planung, Streit, Trennung, Verantwortung, Versöhnung und zum Schluß wird das arme Wesen auf diese Welt gepresst.

Was man „Beim ersten Mal“ nun wirklich nicht vorwerfen sollte, ist das Fehlen von Gags. Man kann sie mögen oder nicht, aber die Gagquote ist erstaunlich hoch und sogar erstaunlich treffsicher, nicht zuletzt, weil man relativ unbekannte Gesichter vor sich hat und diese nicht so gut einschätzen kann. Seth Rogen, Darsteller des Ben, ist wirklich eine bärige Entdeckung und schafft es irgendwo zwischen Plumpheit und Normalität so manche Pointe zu setzen, die in Erinnerung bleibt.
Das gilt auch für seine relativ bizarren Mitbewohner, die für reichlich Sidegags sorgen, um den Plot aufzulockern. Hervorzuheben wäre dabei eine erhebende Besprechung der Wirkung von Spielbergs „München“ auf jüdische Einwohner, die einfach klasse ist und zahlreiche Jokes auf Kosten eines langhaarigen Mitkiffers.

Positiv zu bewerten ist auch, dass hier zwar von Grossouthumor vereinzelt geredet wird, dieser aber ausnahmsweise mal nicht im Bild erscheint, insofern müssen sich Exkrement- und Sekretfans damit anfreunden, das hier auf ihrem Lieblingsgebiet nur theoretisiert wird.

Doch die hohe Gagquote ist auch dringend nötig, denn die wesentliche Story ist nicht halb so gut. Gestreckt auf über 120 Minuten, bietet „Knocked Up“ nicht viel mehr als die übliche „Ungewolltes Baby zwischen Freunden/Partnern/Bekannten“-Story, die man schon mehr als einmal komödiantisch oder dramatisch breit getreten hat. „Knocked Up“ bemüht sich um beides und so sympathisch das von Regisseur Apatow eingefangen wurde, so abgedroschen ist es auch.

Hoffnungslos vorhersehbar schlingert der Film auf sein unausweichbares Ende zu und so anarchistisch sich der Witz gibt, so erzkonservativ ist der gesamte Hintergrund.
Die Ansichten der Autoren sind nicht mal einen Hauch so frisch wie die Witze, denn das Motto dieses Films lautet am Ende recht deutlich: sobald ihr es irgendwie vollbracht habt, ein Kind zu zeugen (vor allem bei „durch Unfall oder eigene Blödheit), habt ihr alle brav, ordentlich, gut und fürsorglich zu sein; aufrechte amerikanische treusorgende Familienväter mit korrekten Jobs und dem Frauenverstehergen zu sein und wagt es bloß nicht, euch eine individuelle Nische irgendwo zu suchen, ohne alles eurer Frau zu beichten.

Das ist schon wieder so spießig, dass es nach Ansicht dieses Films überhaupt keinen Spaß mehr macht, über eigene Kinder nachzudenken.

Und während also das Übliche in neuem Gewand wieder aufgetragen wird, klärt sich damit auch gleich das Rätsel, wieso das ein Kassenschlager werden konnte.
Die ultimativen amerikanischen Familienwerte gibt’s subtil anal eingeführt, für die Freaks werden Platten voll mit Brüllern ausgeliefert, die Mädels erfreuen sich an den softeren Mädchenjokes und dem Traum vom eigenen Kind und so schlingert diese Bastardkreuzung selbst für Normalos in den Boxofficehimmel.
Kurz gesagt, „Beim ersten Mal“ ist genau der kleinste gemeinsame Nenner von Film, auf den sich wirklich das Gros der Kinobesucher einigen kann – das muß ein Abräumer werden.

Mir persönlich ist das trotz beachtlichem Unterhaltungswert jedoch nicht genug – auch wenn sich zur Beruhigung des Verleihs genügend Besucher finden lassen müssten, die das als „erfreulich“, „unterhaltsam“ oder „netten Film“ titulieren. (6/10)


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