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Jay & Silent Bob schlagen zurück (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 20.04.2002, seitdem 1157 Mal gelesen



„Jay & Silent Bob schlagen zurück“ ist der fünfte Film von Meisterregisseur Kevin Smith und auch eine Art von Rückblick. Denn wer die vorherigen Filme des Regisseurs, „Clerks – Die Ladenhüter“, „Mall Rats“, „Chasing Amy“ und „Dogma“ nicht gesehen hat, wird Schwierigkeiten haben, den Film wirklich zu verstehen.
Waren Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith) in der vorherigen Filmen nur Nebenfiguren mit mehr oder weniger großen Rollen, so sind sie in „Jay & Silent Bob schlagen zurück“ die Hauptfiguren. Es beginnt mit dem Supermarkt aus „Clerks“: Eine Unterlassungsklage beendet die Chance der beiden dort weiter herumzuhängen. Kevin Smith hat an wirklich alles gedacht, denn auch hier treten Dante Hicks (Brian O'Halloran) und Randal Graves (Jeff Anderson) aus „Clerks“ auf (nur dieses Mal ungewohnt in Farbe).
Logischerweise spielt der nächste Part an einem Schauplatz aus „Mall Rats“, genauer gesagt im Comicladen. Hier treffen sie auch Brodie (Jason Lee), der ihnen zeigt, dass die Abenteuer der Comicfiguren „Bluntman & Chronic“ verfilmt werden sollen. Wer „Chasing Amy“ gesehen hat weiß, dass Jay und Silent Bob die Vorlage für die Figuren bildeten. Auch versteckt Regisseur und Drehbuchautor Anspielungen auf „Mall Rats“ wie z.B. den Schokobrezelwitz.

Und weiter geht’s mit „Chasing Amy“, besser gesagt der Hauptfigur Holden McNeil (Ben Affleck). Jay und Silent Bob wollen Geld für die Urheberrechte sehen, aber Holden hat die Rechte an Banky (Jason Lee) verkauft. Zudem zeigt er ihnen noch das Internet: Auf einer Webseite (deren Design verdächtig nach Aint It Cool News aussieht) lästern viele Filmfans schon im Voraus über den Film – und die Filmfiguren Jay und Silent Bob. Weil ihr guter Ruf mit diesen Figuren verknüpft ist, machen sich Jay und Silent Bob nach Hollywood auf, um den Dreh des Films zu verhindern...
Um es gleich vorwegzunehmen: „Jay & Silent Bob schlagen zurück“ ist der schwächste Film von Kevin Smith, aber immer noch witzig. Vor allem Smiths Genialität, mit der auf eigene Werke, aber auch auf Filme wie die „Star Wars“ Saga (inklusive Gastauftritten von Carrie Fisher und Mark Hamill), „Good Will Hunting“ oder die „Scream“ Reihe. Wir erinnern uns: In „Scream 3“ turnten Jay und Silent Bob durch die Kulissen, hier lässt sich Wes Craven blicken – und Tori Spelling wurde durch Shannen Doherty ersetzt, die in „Mall Rats“ eine Hauptrolle spielte (kompliziert, was?).
Das Drehbuch hat ein null an Story (ähnlich wie Smiths andere Filme); ein großer Teil der anfänglichen Erläuterungen ist für Kevin Smith Kenner gar nicht nötig. Der Rest des Scripts kann nur durch die erwähnten Verflechtungen überzeugen, was aber einen Großteil des Reizes von „Jay & Silent Bob schlagen zurück“ ausmacht und die Genialität Smiths beweist. Auch auf kleine Randgags (z.B. hängt in einem Labor eine Anweisung fürs Affenhirn entfernen an der Wand) sollte man achten.

Die Gags sind witzig, auch wenn die Originalität fehlt (und wer keine anderen Kevin Smith Filme gesehen hat, versteht die Hälfte der Witze nicht). Viele Gags sind nach dem Prinzip „Erinnerst du dich noch...“ gemacht, so dass hier Innovation fehlt. Doch trotzdem besitzt „Jay & Silent Bob schlagen zurück“ einige unheimliche komische Passagen und für mich als Kenner waren halt erst alle Gags verständlich. Dabei ist der Humor klamaukiger als in den ersten drei Kevin Smith Filmen, die durch Dialogwitz glänzten, oder in der Kirchensatire „Dogma“. Übrigens: Die Sequenz nach dem Abspann, in der Alanis Morissette ein „The End“ Schild hochhält, ist das Warten nicht wirklich wert.
Schauspielerisch ist „Jay & Silent Bob schlagen zurück“ ganz nett. Die beiden chaotischen Protagonisten sind mal wieder urkomisch; allerdings geht ein Teil ihres Charmes dadurch drauf, dass sie nicht mehr die kultigen Nebenfiguren sind. Zu den diversen Gastauftritten muss man im Einzelnen eigentlich nichts sagen; ich beschreibe nur einige wenige. Ali Larter, Eilza Dushku und Shannon Elizabeth begehen die heißeste Einbruchssequenz der Filmgeschichte, Jason Biggs und James Van Der Beek spielen mit ihrem Image und Seann William Scott schießt mit seinem Gastauftritt, der mal wieder Mut zur Hässlichkeit beweist, den Vogel ab.

„Jay & Silent Bob schlagen zurück“ ist ein ganz witziger Film, dem die Spritzigkeit früherer Kevin Smith Filme fehlt, der aber durch seine unheimlich gelungene Reflexion im Bezug auf Film allgemein und Kevin Smith speziell überzeugen kann. Für dieses Mal sei es Kevin Smith verziehen, aber für seinen nächsten Film sollte er sich etwas neues einfallen lassen.


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