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Jay & Silent Bob schlagen zurück (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 09.09.2009, seitdem 434 Mal gelesen



Im Zuge des Jahrtausendwechsels fiel in einigen Hollywoodfilmen plötzlich ein seltsames Phänomen auf: Zwei schmudelige Proletarierfiguren tauchten unvermittelt und völlig deplaziert wirkend am Rande auf, durften ein zwei Witze auf Grasnarbenniveau reißen und verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren. Das Ganze mutete stark nach einem Gastauftritt an, wäre da nicht ein Haken: Kein Schwanz kannte die zwei Troglodyten, die sich da mit plattestem Humor hervorzutun suchten. Und nur wenn man die Akteure auch kennt, machen Gastauftritte Sinn.

Nun, des Rätsels Lösung ist die Folgende: Mit den besagten Figuren Jay & Silent Bob, versuchte man seitens Hollywood offenkundig "mit Gewalt" zwei künstliche Kultfiguren zu etablieren. Zu diesem Zwecke bedienten sie sich weidlich aus dem Fundus erfolgreicher Vorgänger wie Wayne & Garth, Bill & Ted, Beavis & Butthead usw. - Die Sache krankt allerdings an diversen Mankos. Zum einen sind zum einen schlicht zu alt, um glaubhaft den Teenagerkulttrottel mimen zu können. Zum anderen sagt Silent Bob, wie der Name schon verrät, eine einziges Wort, was die verbalhumoristischen Möglichkeiten des Duos schon Mal stark ausdünnt.  Letzteres macht aber nichts, da deren Autoren ohnehin den Einfallreichtum eines Buchhalters hatten und somit lediglich älteste Zoten und Kalauer aus dem Komposthaufen Hollywoods exhumieren konnten, um den ihnen anvertrauten Charakteren zumindest erkennbar anmerken zu lassen, dass sie zumindest als witzig geplant waren. Das Endprodukt war derart anbiedernd künstlich und gewollt, dass die Reaktionen der frühen Internet-Filmfan-Communities folgerichtig verheerend ausfielen.

Doch die Macher der beiden Merkwürdigkeiten ließen sich davon nicht beirren, und so flog uns 2001 prompt der Kinofilm zu Jay & Silent Bob um die Ohren. Nutzte aber Nichts denn, so weit will ich vorgreifen, auch dieser vermochte es nicht, die beiden Total-Themenverfehlungen in der Gunst der Jugend zu etablieren.

Kein Wunder, scheint die völlige Ideenlosigkeit der Macher doch chronisch zu sein und so wirkt die Storyline wie ein Patchwork. Nonlinear schlingern die Protagonisten zusammenhanglos von einer seicht witzig-sein-wollenden Szenerie in die Nächste. Erst trampen sie durch die Lande, verbünden sich dann versehentlich mit einer Bande weiblichen Juwelenräuber, ziehen mit einem Affen über die Lande, bekämpfen einen Forsthüter auf einem Staudamm, und landen schließlich in den Studios von Hollywood. Garniert wird dieses Potporee durch die ältesten und grausigsten Flachwitze, wie schon erwähnt nahezu alle aus vorangegangenen Filmen entliehen. Den Rest sollen platte Anspielungen auf bekannte Kultfilme besorgen, was aber zumeist ebenso an grenzenloser Phantasielosigkeit und Vorhersehbarkeit scheitert. - Das das Ganze nicht das Gelbe vom Ei war, wurde wohl auch den Storywritern selber klar, und so flüchten sie sich in präventiven Galgenhumor. Ständig lamentieren Jay & Silent Bob darüber, dass sie vom Publikum abgelehnt werden und Sätze wie “Das ist ja wie aus einem schlechten Film” u.Ä. sind keine Seltenheit. Ja, in manch anderem Streifen wäre so etwas vielleicht noch witzig. Hier ist es leider Gottes die so ernüchternde wie reine Wahrheit.

So langweilt man sich im Fernsehsessel und fragt sich einfach nur, ob sich das Ganze wohl doch noch bessert. Doch man wartet vergebens. Jay & Silent Bob sind humoristische Rohrkrepierer der übelsten Sorte deren Humorlevel wohl nicht einmal den eingefleischtesten  Bully Herbig-Fans die Mundwinkel auch  nur nach oben bewegen wird. - Ob dieser Tatsache erstaunlich, dass es den Machern dieses “Werkes” trotz der verheerenden Qualitätsmängel ihres Erzeugnisses gelang, eine beachtliche Riege von Hollywoodprominenz für Gastauftritte  zu motivieren. Nun, vielleicht glaubten diese in Unkenntis wirklich, hier einen werdenden Kultstoff vor sich zu haben und wollten da nicht fehlen. Und so tummeln sich zahllose bekannte Gesichter im Verlaufe des Streifens. Matt Damon, Shannon Doherty, Chris Rock, Wes Craven und viele andere tummeln sich da auf der Leinwand. Doch auch sie vermögen diesem heillosen Murks leider keine Existenzberechtigung mehr zu verschaffen.

FAZIT:
Projekt Jay & Silent Bob: Gescheitert.


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