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Jay & Silent Bob schlagen zurück (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 20.08.2004, seitdem 1100 Mal gelesen



Kevin Smith, zum Fünften!
Endlich haben seine Anti-Helden Jay und Silent Bob (den Smith ja selbst spielt) ihre Nebendarstellerjobs aufgeben können und die Hauptrolle in einem Streifen erobert.
Leider erbringt das aber auch den Beweis, daß die Figuren einen abendfüllenden Film nicht tragen können.

Natürlich waren sie stets die Highlights von „Clerks“ oder „Mallrats“, gaben sogar „Dogma“ noch ein wenig zusätzlichen Zucker, aber als Hauptdarsteller erinnern sie dann doch mehr an eine Melange aus „Cheech und Chong“ und „Bill und Ted“, wenn auch wesentlich sexfixierter.

Wie sollte es also anders sein: der fünfte Smith-Film ist eine Gagparade, die sich darin ergeht, das Werk des Regisseurs zu zitieren und reichlich Hollywoodpersonal zu Cameo-Auftritten zu bewegen. Angetrieben von dem Wunsch, zu verhindern, daß Hollywood die Verfilmung ihres auf ihren Figuren basierenden Comics „Bluntman und Chronic“ versaut (und um Kohle dafür abzugreifen), machen sie sich auf den Weg in die Filmmetropole, ein Road Trip der durchgeknallten Art.

Erfrischenderweise ist der Gross-Out-Gehalt bei Smith niedrig, stattdessen steigt der Faktor „flache Sexwitzchen“ stark an. Jay ist ständig das Ziel für versteckte Homoerotik, Bob verwahrt sich dagegen – nur wird es nicht komischer, wenn man einen Chrakter (Jay) praktisch nur von dem Wunsch Sex zu haben, antreiben läßt.

Natürlich funktionieren einige Gags, anderes wirkt improvisiert oder langgezogen, schlimmer noch, gewollt. Daß die Stars sich in Kleinstrollen für die Albernheiten hergeben, ist schön, aber Hollywood (inclusive des Sets für Good Will Hunting 2!!!) ist dermaßen überzogen und lächerlich dargestellt, daß das Natürliche und Nahe der übrigen Filme von Smith komplett fehlt.
Es gibt zwar einiges mit erhöhtem Coolnessfaktor (z.B. die latexgewandete Tierbefreiungsgruppe), aber zwischendurch sinkt immer wieder alles auf Pillermann-Niveau.
Der Showdown ist in Ordnung, aber wenn der Film dann vorbei ist, ist man gewiß, daß Smith jetzt zu neuen Ufern muß (wohl auch zwangsläufig, da Jason Mewes wegen Heroinsucht von ihm komplett getrennt wurde), um nicht kreativ stehen zu bleiben.

Mit Alkohol und/oder soften Rauschmitteln sicher sein Amusement wert, aber sonst eher eine zeitweise ganz witzige Belanglosigkeit. (6/10)


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