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Tier, Das (1981)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 06.07.2017, seitdem 119 Mal gelesen



Ein ungeschicktes Werwolf-Spektakel

Seitdem sie die Begegnung mit einem Massenmörder knapp überlebt hat, leidet die Fernsehmoderatorin Karen White unter Albträumen und Panikattacken. Um sich zu erholen, reist sie zusammen mit ihrem Mann aufs Land. Sie tritt der so genannten „Kolonie“ bei – einer Gemeinschaft psychisch Kranker. In der Nacht hört Karen das Heulen wilder Tiere, und ihr Geisteszustand wird nur noch unstabiler. Die seltsamen Mitglieder der Kolonie scheinen ihr etwas zu verheimlichen. Nur was?

Werwolf-Filme müssen sich bis zum heutigen Tage an John Landis’ grandioser Horrorkomödie An American Werewolf in London (1981) messen. Doch schon damals hatte Landis Konkurrenz: The Howling von Joe Dante, der ebenfalls 1981 erschien. Kann Dantes Streifen dem Werwolf in London das Wasser reichen? Die kurze Antwort: Nein. Die lange Antwort: The Howling hat zwar einige nette Ideen und coole Spezialeffekte, krankt aber an einer ungelenken Umsetzung.

Der Film beginnt mit der Jagd auf einen perversen Serienmörder. Das ist gut gemacht, da kommt einem durchaus das Ekeln. Nachdem der Killer tot ist, folgen wir Karen White bei ihrer Genesungsreise aufs Land – eine ziemlich öde Angelegenheit, sieht man von einigen atmosphärischen Landschaftsaufnahmen ab. Im letzten Drittel drückt Dante dann aber kräftig auf die Tube. Verfolgungsjagden, Schusswechsel, Gore … Da ist alles dabei, was das Horror-Herz höher schlagen lässt. Leider kann The Howling trotz gelungener Spezialeffekte nie gänzlich ernst genommen werden. Zu grotesk, ungereimt oder übertrieben wirken einzelne Szenen. (Stichwort: „Werwolf-Sex“.) Die Hauptattraktion des Filmes dürfte die Szene sein, in der sich ein Mensch in einen Werwolf verwandelt: Die Spezialeffekte sind auch heute noch beeindruckend und schauerregend.

Das Schauspiel ist bemüht, wenn auch stellenweise holprig. Das Skript hätte definitiv mehr hergegeben. Die Produktion ist zwar solide, aber die Geschichte selbst wirkt etwas schäbig. Dantes Versuch, aus Karen White eine tiefgründige Heldin zu machen, ist zwar redlich, scheitert aber. Das Trash-Gefühl lässt sich trotz allen Bemühungen nie ganz abschütteln. Das Finale ist allerdings wirklich spassig, und das Ende glänzt mit einer fast genialen Pointe. Hier liefert uns Dante eine Miniatur-Mediensatire, die sicherlich der Höhepunkt des Filmes ist.

The Howling verfolgt interessante Ansätze und wird gegen Ende immer unterhaltsamer. Trotzdem: Im Sub-Genre des Werwolf-Filmes positioniert sich dieses ungeschickte Spektakel lediglich im Mittelfeld. Engagierte Horrorfans dürfen einen Blick riskieren; alle anderen können guten Gewissens dem Klassiker An American Werewolf in London den Vorrang geben.

6/10


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