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Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel (1985)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 10.06.2015, seitdem 169 Mal gelesen



"Zwei Mann gehn rein, ein Mann geht raus."

Jahre nach seiner Tätigkeit als Polizist und dem Untergang der Zivilisation streift Max Rockatansky (Mel Gibson) noch immer allein durch das australische Ödland. Als sein Kamel gestohlen wird nähert er sich der Händler-Siedlung Bartertown, wo er sein gestohlenes Gut vermutet.
Die zweigeteilte Stadt unterliegt an sich der Führung von Aunty Entity (Tina Turner). Jedoch belegen Master (Angelo Rossitto) und Blaster (Paul Larson) die Siedlung immer wieder mit einem Energieembargo, um ihre Position zu stärken. Max wird die Herausgabe seiner Habe von Aunty versprochen, sofern es ihm gelingt, den hünenhaften Blaster in einem Kampf in der Donnerkuppel zu töten, einer halbkugelförmigen Gladiatorenarena, in der Bartertown den Streit zwischen zwei Männern beizulegen pflegt.

"Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" schlägt einen völlig anderen Ton an, als die beiden Vorgänger. Das Setting wirkt bunter und trotz an Katakomben ähnelnde Unterwelten weniger schmutzig. Die bedrohliche Musikuntermalung weicht einer poppigen. Im Gegensatz zu den Vorgängern ist die Atmosphäre ungleich optimistischer. Kein Wunder, dass Teil 3 der sonst so bejubelten Endzeitreihe recht hart kritisiert wird.

Dabei ist die erste Hälfte des Films garnicht mal so schlecht. Die Verhältnisse und Intrigen in Bartertown machen die Handlung komplexer als je zuvor in der Reihe. Massenszenen und Kulisse geben eine glaubhafte Variante der dystopischen Welt wieder. Und insbesonders das anstehende Duell in der Donnerkuppel ist mit einer der kultigsten Momente, die die Reihe zu bieten hat. Dann aber dreht sich der Film wegen eines Twists völligst auf den Kopf und bietet nur noch abenteuerliche Elemente auf kindlichem Niveau. Dies schadet der Atmosphäre sowie dem Spannungsaufbau enorm.

Auch leidet darunter die Zeichnung des Protagonisten. Der bislang wortkarge und widerspenstige Max fügt sich so rein gänzlich ohne Gegenwehr in ein Ränkespiel. Auch im weiteren Sinne übernimmt er Partei ohne offensichtlichen Grund. Aus dem bisherigen Antihelden wird zunehmend ein reinrassiger Held ohne die liebgewonnenen Kanten. Mal davon abgesehen fehlt diesmal ein Bösewicht mit Nachwirkung.

Abseits der Donnerkuppel geht es nur zum Schluss etwas actionreicher zur Sache. Die dortige Verfolgungssequenz ist jedoch zu einem massentauglichen Attraktionsprogramm verkommen. Anstatt rauer Crashs, bietet "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" eher kindgerechte Slapstick, beispielsweise, wenn jemand mit einer Pfanne am Kopf getroffen wird und nur die Augen verdreht. Das hat nichts mehr mit der drastischen Härte der Vorgänger zu tun.

Die Besetzung ist solide, Höhen gibt es aber keine. Mel Gibson ("Lethal Weapon"-Reihe, "Kopfgeld - Einer wird bezahlen") wirkt weniger überzeugend als zuvor. Das kantige, sperrige Gefühl seiner Figur gibt er nicht gänzlich zurück. Sängerin Tina Turner hält sich in ihrer ersten und auch aktuell einzigen großen Rolle recht gut, auch wenn sie nicht den Ausdruck der geschundenen Welt widerspiegelt.

Mit der ersten Hälfte von "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" wird das Publikum noch angemessen unterhalten. Hier sind Stimmung und Action noch aus den bisherigen Teilen erkennbar. Aber nach einer Wendung wird der Endzeitfilm zu einer Kuriositätenschau, die bestenfalls ein jugendliches Publikum interessieren könnte. Das actionreiche Finale ist schon beinahe comichaft und kindlich, was Mitte der 80er Jahre leider prägnant war.

5 / 10


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