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13 Geister (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 25.01.2002, seitdem 847 Mal gelesen



Mit „13 Geister“ kommt nach „Haunted Hill“ und „Dungeons and Dragons“ das aktuelle Werk aus Joel Silvers neuester Produktionsfirma Dark Castle. Auf dem Regiestuhl darf der Neuling Steve Beck Platz nehmen.
Es beginnt auf einem alten Schrottplatz: Zwischen aufget├╝rmten Autowracks geht der schwerreiche Cyrus (F. Murray Abraham) auf Jagd nach einem Gespenst, gef├╝hrt von dem hellseherisch begabten Geisterj├Ągers Dennis Rafkin (Matthew Lillard). Es handelt sich um den Geist eines M├Ârders, der zu Lebzeiten neun Menschen umbrachte, in seiner neuen Existenz mit einer Opferzahl von ca. 40 allerdings zu wahrer Hochform aufgelaufen ist („The Frighteners“ l├Ąsst gr├╝├čen). Auch auf die verzweifelten Warnungen eines P├Ąrchens, welche die Seelen von Geistern retten wollen, h├Ârt Cyrus nicht. Sein Team verspr├╝ht Blut als K├Âder, um die m├Ârderische Seele anzulocken. Um es kurz zu machen: Der Geist greift an, wirft Autowracks um und f├Ąllt ├╝ber Cyrus Team her. Der gr├Â├čte Teil wird durch die Luft gewirbelt, ein paar Ungl├╝ckliche m├╝ssen dran glauben. Als der Geist endlich eingefangen ist, sind neben diversen Teammitgliedern auch Cyrus und der m├Ąnnliche Seelenretter tot. An sich ist die Eingangssequenz stimmig: Gruselige Atmosph├Ąre, gute Effekte und eine etwas ausgefallenere Location (Wenn man an das Bild Autofriedhof denkt umso mehr). Doch st├Ârend wirkt die Art in der die Effekte vorgebracht werden: Zum einen sind sie aus Filmen wie „Der Blob“ oder „Die Killerhand“ eins zu eins ├╝bernommen worden, zum andern ist die Szene f├╝r Fun-Splatter nicht witzig genug, f├╝r stimmungsvollen Horror artet es zu sehr in ein Massaker aus. So wirkt dieses Gemetzel auch f├╝r hartgesottene Filmkenner ein wenig absto├čend.
Daraufhin macht uns der Film mit Cyrus’ Neffen Arthur (Tony Shalhoub) bekannt, indem wir seine Leidensgeschichte Kurzform erfahren: Haus verbrannt, Frau mit verbrannt, psychisch ausgebrannt, pekuni├Ąr abgebrannt. So wohnt er mit seinen Kindern Katherine (Shannon Elizabeth) und Bobby (Alec Roberts) und ihrem Hausm├Ądchen Maggie Jones (Rah Digga) in einer kleinen Wohnung und hat lauter Geldsorgen. Doch da spaziert schon das Gl├╝ck in Form von eines Anwalts ein: Cyrus hinterl├Ąsst der Familie sein geheimnisvolles Haus. Dieses besteht fast nur aus Glas. An der Eingangst├╝r treffen sie auf Rafkin, diesmal als Elektriker verkleidet. Bei der folgenden Szene, in der sich Rafkin unter einem Vorwand einschleicht, bietet Matthew Lillard genug Raum, sein kom├Âdiantisches Talent mal wieder zu beweisen.
Doch im Haus angekommen, wird ein Mechanismus in Gang gesetzt, der die T├╝ren verschlie├čt. Bald stellt sich heraus, dass das ganze Haus eine Maschine ist, die von 12 Geistern, allesamt von Cyrus eingefangen, betrieben wird. Diese werden auch einer nach dem andern freigelassen und machen Jagd auf die Protagonisten. Rafkin, der einzige mit Geistererfahrung, versucht sein m├Âglichstes, um die anderen zu retten. Er bekommt bald Unterst├╝tzung in Form von Kalina Seyler (Embeth Davidtz), der ├╝berlebenden Seelenretterin vom Anfang, welche sich aus Besorgnis wegen Cyrus’ Geistersammlung ebenfalls eingeschlichen hat...
Nun beginnt der Hauptteil des Films, der vor allem vom grandiosen Schauplatz getragen wird. Spukhaustypische Gimmicks wie Bannspr├╝che und verschiebbare W├Ąnde machen diesen Teil erst interessant, ebenso die Tatsache, dass die Geister nur durch eine spezielle Brille sichtbar sind. Allerdings verkommt „13 Geister“ nach und nach zu einer Ansammlung von Jagd- und Hetzszenen, in denen man verschiedene Exemplare der Gattung Geist zu Gesicht bekommt. Wirklich langweilig ist das zwar nicht, aber auch wenig originell und gleichf├Ârmig.
Der Bodycount ist insgesamt sehr niedrig, zumal die Anzahl der sich in dem Geisterhaus befindlichen Personen von Anfang an nicht sehr gro├č ist. Die Todesszenen sind daf├╝r umso heftiger (die FSK 16 Freigabe ist wirklich verwunderlich): Die Opfer werden zerteilt, zerquetscht und zerbrochen. Allerdings macht „13 Geister“ auch hier wieder einen Fehler: Die Todesszenen werden zum Teil zu lieblos in Szene gesetzt, wodurch einige Szenen, ├Ąhnlich wie das Anfangsgemetzel, einfach keinen Spa├č machen, weil ihnen die Elemente fehlen, die das T├Âten im Horrorfilm interessant machen.
Die Schauspieler vollbringen zwar keine H├Âchstleistungen, sind aber auch nicht schlecht. Tony Shalhoub gibt routiniert den Mann am Rande des Nervenzusammenbruchs. Shannon Elizabeth, ausnahmsweise mal nicht als tschechische Austauschsch├╝lerin unterwegs, kennt drehbuchbedingt nur zwei Zust├Ąnde: Freudig l├Ąchelnd, was bald zu hysterisch kreischend wird. Nett anzusehen ist sie trotzdem, ebenso wie Embeth Davidtz, die ebenfalls routiniert spielt. Matthew Lillard spielt eine etwas weniger nerv├Âse Variante seiner Rolle als Stewart in „Scream“, was er aber immerhin gut macht. Richtig nervig ist jedoch die Figur des Hausm├Ądchens. Auch wenn in nahezu jeder Silver-Produktion, egal ob „Stirb langsam“, „Last Boy Scout“ oder „Lethal Weapon“, ein schwarzer Sidekick die Filme mit Humor aufpeppen soll, geht dem Zuschauer die st├Ąndige keifende Rah Digga bald auf die Nerven.
Die Idee mit den Geistern ist wirklich klasse und abwechslungsreich: Man bekommt jeden der unterschiedlichen Hausbewohner vorgef├╝hrt und bis auf den Hammer, einen Geist mit lauter Eisenn├Ągeln im K├Ârper, sind diese von der KBN FX-Group hervorragend in Szene gesetzt worden. Allerdings w├Ąre es sch├Âner gewesen, w├╝rde das Drehbuch die Hintergrundgeschichte der Geister etwas mehr beleuchten und einige der Jagdszenen au├čer acht lassen, da dies einer der interessantesten Aspekte des Films h├Ątte werden k├Ânnen.
Insgesamt bleibt „13 Geister“ oberer Durchschnitt. Zwar stimmen Grundidee, das Aufgebot an bekannten Gesichtern und der fantastische in Szene gesetzte Schauplatz, aber Leerlauf in der zweiten H├Ąlfte, die ein wenig unbeholfene Inszenierung der „Horror-Szenen“ und das Fehlen eines w├╝rdigen Endes sind schm├Ąlernde Nachteile.


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