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13 Geister (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 25.01.2002, seitdem 857 Mal gelesen



Mit „13 Geister“ kommt nach „Haunted Hill“ und „Dungeons and Dragons“ das aktuelle Werk aus Joel Silvers neuester Produktionsfirma Dark Castle. Auf dem Regiestuhl darf der Neuling Steve Beck Platz nehmen.
Es beginnt auf einem alten Schrottplatz: Zwischen aufgetĂŒrmten Autowracks geht der schwerreiche Cyrus (F. Murray Abraham) auf Jagd nach einem Gespenst, gefĂŒhrt von dem hellseherisch begabten GeisterjĂ€gers Dennis Rafkin (Matthew Lillard). Es handelt sich um den Geist eines Mörders, der zu Lebzeiten neun Menschen umbrachte, in seiner neuen Existenz mit einer Opferzahl von ca. 40 allerdings zu wahrer Hochform aufgelaufen ist („The Frighteners“ lĂ€sst grĂŒĂŸen). Auch auf die verzweifelten Warnungen eines PĂ€rchens, welche die Seelen von Geistern retten wollen, hört Cyrus nicht. Sein Team versprĂŒht Blut als Köder, um die mörderische Seele anzulocken. Um es kurz zu machen: Der Geist greift an, wirft Autowracks um und fĂ€llt ĂŒber Cyrus Team her. Der grĂ¶ĂŸte Teil wird durch die Luft gewirbelt, ein paar UnglĂŒckliche mĂŒssen dran glauben. Als der Geist endlich eingefangen ist, sind neben diversen Teammitgliedern auch Cyrus und der mĂ€nnliche Seelenretter tot. An sich ist die Eingangssequenz stimmig: Gruselige AtmosphĂ€re, gute Effekte und eine etwas ausgefallenere Location (Wenn man an das Bild Autofriedhof denkt umso mehr). Doch störend wirkt die Art in der die Effekte vorgebracht werden: Zum einen sind sie aus Filmen wie „Der Blob“ oder „Die Killerhand“ eins zu eins ĂŒbernommen worden, zum andern ist die Szene fĂŒr Fun-Splatter nicht witzig genug, fĂŒr stimmungsvollen Horror artet es zu sehr in ein Massaker aus. So wirkt dieses Gemetzel auch fĂŒr hartgesottene Filmkenner ein wenig abstoßend.
Daraufhin macht uns der Film mit Cyrus’ Neffen Arthur (Tony Shalhoub) bekannt, indem wir seine Leidensgeschichte Kurzform erfahren: Haus verbrannt, Frau mit verbrannt, psychisch ausgebrannt, pekuniĂ€r abgebrannt. So wohnt er mit seinen Kindern Katherine (Shannon Elizabeth) und Bobby (Alec Roberts) und ihrem HausmĂ€dchen Maggie Jones (Rah Digga) in einer kleinen Wohnung und hat lauter Geldsorgen. Doch da spaziert schon das GlĂŒck in Form von eines Anwalts ein: Cyrus hinterlĂ€sst der Familie sein geheimnisvolles Haus. Dieses besteht fast nur aus Glas. An der EingangstĂŒr treffen sie auf Rafkin, diesmal als Elektriker verkleidet. Bei der folgenden Szene, in der sich Rafkin unter einem Vorwand einschleicht, bietet Matthew Lillard genug Raum, sein komödiantisches Talent mal wieder zu beweisen.
Doch im Haus angekommen, wird ein Mechanismus in Gang gesetzt, der die TĂŒren verschließt. Bald stellt sich heraus, dass das ganze Haus eine Maschine ist, die von 12 Geistern, allesamt von Cyrus eingefangen, betrieben wird. Diese werden auch einer nach dem andern freigelassen und machen Jagd auf die Protagonisten. Rafkin, der einzige mit Geistererfahrung, versucht sein möglichstes, um die anderen zu retten. Er bekommt bald UnterstĂŒtzung in Form von Kalina Seyler (Embeth Davidtz), der ĂŒberlebenden Seelenretterin vom Anfang, welche sich aus Besorgnis wegen Cyrus’ Geistersammlung ebenfalls eingeschlichen hat...
Nun beginnt der Hauptteil des Films, der vor allem vom grandiosen Schauplatz getragen wird. Spukhaustypische Gimmicks wie BannsprĂŒche und verschiebbare WĂ€nde machen diesen Teil erst interessant, ebenso die Tatsache, dass die Geister nur durch eine spezielle Brille sichtbar sind. Allerdings verkommt „13 Geister“ nach und nach zu einer Ansammlung von Jagd- und Hetzszenen, in denen man verschiedene Exemplare der Gattung Geist zu Gesicht bekommt. Wirklich langweilig ist das zwar nicht, aber auch wenig originell und gleichförmig.
Der Bodycount ist insgesamt sehr niedrig, zumal die Anzahl der sich in dem Geisterhaus befindlichen Personen von Anfang an nicht sehr groß ist. Die Todesszenen sind dafĂŒr umso heftiger (die FSK 16 Freigabe ist wirklich verwunderlich): Die Opfer werden zerteilt, zerquetscht und zerbrochen. Allerdings macht „13 Geister“ auch hier wieder einen Fehler: Die Todesszenen werden zum Teil zu lieblos in Szene gesetzt, wodurch einige Szenen, Ă€hnlich wie das Anfangsgemetzel, einfach keinen Spaß machen, weil ihnen die Elemente fehlen, die das Töten im Horrorfilm interessant machen.
Die Schauspieler vollbringen zwar keine Höchstleistungen, sind aber auch nicht schlecht. Tony Shalhoub gibt routiniert den Mann am Rande des Nervenzusammenbruchs. Shannon Elizabeth, ausnahmsweise mal nicht als tschechische AustauschschĂŒlerin unterwegs, kennt drehbuchbedingt nur zwei ZustĂ€nde: Freudig lĂ€chelnd, was bald zu hysterisch kreischend wird. Nett anzusehen ist sie trotzdem, ebenso wie Embeth Davidtz, die ebenfalls routiniert spielt. Matthew Lillard spielt eine etwas weniger nervöse Variante seiner Rolle als Stewart in „Scream“, was er aber immerhin gut macht. Richtig nervig ist jedoch die Figur des HausmĂ€dchens. Auch wenn in nahezu jeder Silver-Produktion, egal ob „Stirb langsam“, „Last Boy Scout“ oder „Lethal Weapon“, ein schwarzer Sidekick die Filme mit Humor aufpeppen soll, geht dem Zuschauer die stĂ€ndige keifende Rah Digga bald auf die Nerven.
Die Idee mit den Geistern ist wirklich klasse und abwechslungsreich: Man bekommt jeden der unterschiedlichen Hausbewohner vorgefĂŒhrt und bis auf den Hammer, einen Geist mit lauter EisennĂ€geln im Körper, sind diese von der KBN FX-Group hervorragend in Szene gesetzt worden. Allerdings wĂ€re es schöner gewesen, wĂŒrde das Drehbuch die Hintergrundgeschichte der Geister etwas mehr beleuchten und einige der Jagdszenen außer acht lassen, da dies einer der interessantesten Aspekte des Films hĂ€tte werden können.
Insgesamt bleibt „13 Geister“ oberer Durchschnitt. Zwar stimmen Grundidee, das Aufgebot an bekannten Gesichtern und der fantastische in Szene gesetzte Schauplatz, aber Leerlauf in der zweiten HĂ€lfte, die ein wenig unbeholfene Inszenierung der „Horror-Szenen“ und das Fehlen eines wĂŒrdigen Endes sind schmĂ€lernde Nachteile.


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