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30 Days of Night (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 30.10.2007, seitdem 1045 Mal gelesen



Ja ja, die kalte Jahreszeit hält wieder Einzug, draußen wird es kalt und in den Supermärkten wird seit Ende September - irgendwann muss man ja damit anfangen - schon wieder all dieser Weihnachtskrams vertickt, den man schon im letzten Jahr so satt hatte. Da muss das Kino natürlich auch nachziehen und ich bekam gestern in der Sneak, ein paar Tage vor „Halloween" - oder nicht ganz so stylish klingend: dem Lutherschen Reformationstag - mit „30 Days of Night" eine blutige Schlachteplatte serviert, von der man die hungrigen Mäuler der gesamten Verwandtschaft hätte stopfen können. Abgesehen von diesem erfreulichen Punkt habe ich mir jedoch an dem Film beinahe meinen cineastischen Magen verdorben.

Ich hab ja nichts gegen Vampire und ich hab ja auch seit „Shining" (1980) nichts gegen eine nette Gruselatmosphäre, welche mithilfe einer eisigen Winterlandschaft generiert wird. Doch wenn ein Film darüber hinaus keine Story aufweist und ich genau deswegen oder trotz massig vorhandener Gore- und Schock-Szenen hin und wieder im Kino nur so lospruste, ist wahrlich etwas verkehrt. So geschehen bei „30 Days of Night", einem austauschbaren Vampir-Filmchen, welchen Sam „Evil Dead" Raimi himself produzierte. Vielleicht hätte es dem halbgaren Film geholfen, wenn Raimi David Slade - der immerhin die knallharte Rachefantasie „Hard Candy" inszenierte - vom Regiestuhl herunter gestoßen und selbst Platz genommen hätte. Doch das ist reine Spekulation.

Also worum geht's denn überhaupt? Naja es kommt zum ersten Tag der Polarnacht eine blutgierige Gruppe von Vampiren nach Darrow, der nördlichsten Stadt Alaskas, und beginnt, die Bevölkerung zu meucheln. Schlecht, dass in den nächsten 30 Tagen kein Sonnenstrahl scheinen wird. Ein paar Überlebende um Sheriff Eben (Josh Hartnett) kämpfen gegen die massakrierende Horde ums Überleben...

Woher die Vampire kommen und wohin sie gegen Ende so plötzlich verschwinden, wird nicht geklärt (vielleicht in Teil 2?). Interessiert aber anscheinend auch Niemanden. Nach kurzem Einstieg beginnt in „30 Days of Night" dann auch der zentrale Gegenstand des Films: das Gemeuchel.  Ultrablutig werden Hunde umgebracht und Menschen ausgesaugt, dass es eine helle Freude ist. Das ganze Treiben findet in einem unheilvollen Schnee- und Schneesturm-Szenario statt, wodurch durchaus beklemmende Grusel-Atmosphäre aufkommt. Schade nur, dass sich der Film sehr eintönig gestaltet. Die immer wieder nervtötend fauchenden Vampire faseln ständig in irgendeiner kryptischen Sprache sinnlosen Kram und laufen rum wie ungewaschene Armani-Models mit Tollwut. Josh Hartnett als Held und die anderen Protagonisten haben auch keine wirkliche Charakterzeichnung aufzuweisen und spielen ziemlich eindimensional, weswegen uns deren Schicksal ziemlich kalt lässt. Die Schock-Szenen sind recht blutig und - es gibt eine wirklich deftig-heftige Enthauptung - sehr brutal geraten, was wohl den Mangel an Substanz kaschieren sollte. Hin und wieder wenn die Vampire unmotiviert durch den Schnee stapfen und Menschen als Köder benutzen oder den Überlebenden auf der Fährte sind, kommt sogar Spannung auf.

Doch der Film ist mangels echter Actionsequenzen auf Dauer dennoch langweilig und nervig laut. Und spätestens - oh mein Gott, ich verrate ein wesentliches Handlungselement - wenn sich Joshiboy Vampirblut spritzt (aus idiotischen Gründen) fasst man sich ob der Dummheit an den Kopf. Unfreiwillige Komik ist hier des Öfteren zu bewundern. Allein schon am Anfang, als Josh und sein Kumpel ein verbranntes Satellitentelefon mit jugendlichem Vandalismus begründen oder die Vampire - als Josh UV-Licht gegen sie einsetzen will - einfach mal den Stecker ziehen. Die Effekte sind nett anzuschauen und weitestgehend in Ordnung, doch die Kamera wackelt andauernd und die Musikuntermalung ist irgendein mies orchestrierter Instrumentenbrei, der ebenso zerhackt wirkt wie die Saug-Opfer. Das ist wahrlich zu wenig.
Wo ist eigentlich „Blade", wenn man ihn mal braucht?

Fazit: Unmotivierter, unfreiwillig komischer Blödsinn. „30 Days of Night“ ist ein mäßiger Beitrag zum Vampire-Genre, der diesem wahrlich nur Konventionen hinzuzufügen hat. Damit man sich nicht zwischen den immerhin ganz nett anzusehenden Splatter-Sequenzen langweilt, sollte man sich mal die Mühe machen, den doofen Dialogen zu lauschen, dann kann man noch unter Trash-Gesichtspunkten an diesem abstinkenden Grusel-Heuler seine Freude haben (3,4 /10 Punkten).


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