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30 Days of Night (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 2 / 10)
eingetragen am 31.10.2007, seitdem 3507 Mal gelesen



Ja, es ist wieder Halloween und ich habe mir mal wieder einen neuen Horrorfilm angeschaut. Weil die Tage immer kürzer und die Nächte immer länger werden, dachte ich mir, dass „30 Days of Night“ passend wäre.

Anders als bei anderen Filmen, wusste ich hierbei nicht, was ich erwarten soll. Einerseits ist es ein Vampirfilm, die man allerspätestens seit „Wes Craven präsentiert Dracula“ mit äußerster Vorsicht geniessen sollte. Andererseits wurde der Film von Sam Raimi produziert und von David Slade gedreht, der mit „Hard Candy“ ein erstaunlich gut gelungenes Langfilmdebüt abgeliefert hat. Zudem spielt auch noch Josh Hartnett, den man ja schon in ein paar überzeugenden Rollen gesehen hat, die Hauptrolle. Durch diese verschiedenen Aspekte ist die Erwartung an „30 Days of Night“ etwas zwiespältig. Aber fangen wir mal ganz von vorne an.

Der Film spielt in der eisigen Landschaft Alaskas, genauer gesagt in dem kleinen Dorf Barrow. Diese kleine Stadt ist auch nicht erfunden, obwohl die Pipeline, die des Öfteren im Film zu sehen ist, nicht direkt an der Stadt vorbei läuft. Aber der Film erhebt ja nie den Anspruch auf absoluten Realismus. Die Aufnahmen von Alaskas Eiswüste ist auch sehr eindrucksvoll, besonders als man den letzten Sonnenuntergang vor dem Nachtmonat zu sehen bekommt. Anders als in anderen Filmen verschwendet „30 Days of Night“ nicht die erste Zeit mit einer vielschichtigen Storyentwicklung oder gar der ausführlichen Vorstellung der Charaktere. Die Charaktere werden vielmehr durch einfaches Auftreten eingeführt und man erfährt erst im Laufe des Films, wie sie im Verhältnis zueinander stehen. Die meisten Bewohner des Dorfes verreisen über den dunklen Monat, nur ein Dutzend Leute, unter Anderem der Sheriff Eben, gespielt von Josh Hartnett, und seine Ex-Frau Stella. Diese wird verkörpert von Melissa George. Nachdem die anderen Dorfbewohner abgefahren sind, wird das Dorf auch schon systematisch von der Aussenwelt abgeschnitten. Dies geschieht anhand der Zerstörung des dorfeigenen Helikopters und die Durchtrennung der Telefonkabel durch einen seltsamen Fremden, der hervorragend von Ben Foster (Angel aus „X-Men – Der letzte Widerstand“ oder der Nazi aus „Alpha Dog“) gespielt wird.

Das Erzähltempo des Films ist sehr hoch, denn die bisher angesprochenen Sachen geschehen alle schon innerhalb der ersten viertel Stunde und das erste Vampiropfer sieht man schon nach siebzehn Minuten. Die Mordszenen sind Anfangs auch nicht wirklich zu sehen, die Opfer werden meist in dunkle Ecken gezogen und kommen dann Blutverschmiert wieder zum Vorschein. Diese Art des Sterbens ist auch aus vielen anderen Filmen bekannt, so wie zum Beispiel im Film „Alone in the Dark“. Sobald der Film aber etwas fortschreitet, werden auch die Mordszenen detaillierter. Die Vampire trennen ihren Opfern die Köpfe ab, um nicht noch mehr von ihrer Art zu erschaffen, dies gelingt aber nicht immer. Aber auch die Überlebenden haben schnell herausgefunden, dass sie ihren Widersachern die Köpfe abhacken müssen, um sie zu töten. Den absoluten Klimax der Brutalität bietet der Film, als ein Dorfbewohner mit seinem Mähdrescher durch einen Haufen Vampire fährt. Alles in allem sind die Splatterszenen für einen Horrorfilm, der aufs Mainstreampublikum zielt, ganz gut dargestellt, ist aber nicht zu vergleichen mit der Brutalität, die etwa „The Hills have Eyes“ dem Mainstream beschert hat. Das typisch Kinopublikum wird auch bestimmt von einer Szene geschockt sein, auf die ich jetzt etwas näher eingehen will. Als sich die Gruppe Überlebender einige Vorräte im Supermarkt besorgen will, entdecken sie ein kleines, schon zum Vampir gewordenes Mädchen, das ziemlich psychotisch auf sie zukommt und auch gleich danach ziemlich explizit geköpft wird. Diese Szene hat meiner Meinung nach genau die selbe Intension wie die Kinderszene aus „Night of the living Dead“, die auch sehr erschreckend war.

Nun komme ich mal zu den Kritikpunkten von „30 Days of Night“. Aufgrund der Tatsache, dass der Film komplett Nachts spielt, ist er sehr dunkel gehalten, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss, wie man bei „Halloween“ gesehen hat. An die düstere Atmosphäre eines „Halloween“ kommt „30 Days of Night“ aber lange nicht heran, da er sehr unübersichtlich ist. Besonders in den Szenen, die im aufkommenden Schneesturm spielen. Durch dieses Schneegestöber wird nur unnötige Unruhe in eigentlich ruhige und deswegen spannende Szenen gebracht. Zudem erkennt man fast gar nichts. Dieser Schneesturm wurde auch von den Special-Effects Leuten nicht perfekt umgesetzt, so sieht man beispielsweise den Wind und die Schneeflocken an den Häusern und Strommästen vorbeiwehen, es bilden sich aber keine Eiszapfen an den Objekten.

„30 Days of Night“ versucht die ganze Zeit über, Spannung aufzubauen, was aber nicht gelingt, besonders, da er die erzählte Zeitspanne nicht klar wiedergibt. So sind beispielsweise mitten im Film Zeitsprünge vom 18ten dunklen Tag bis hin zum 27sten Tag eingebaut. Der angedeutete Humor ist auch sehr schwach, da die erzählten Witze überhaupt nicht zünden. Die meisten Schauspieler, unter anderem auch Josh Hartnett, spielen nur halbherzig und ohne wirkliche Freude. Josh Hartnett hat zum Beispiel in „The Faculty“ seine Wut und Angst besser dargestellt und seine Darstellung von Verzweiflung kann man in „40 Tage 40 Nächte“ hervorragend begutachten. Der einzige nennenswerte Schauspieler, der sich wirklich Mühe gibt, ist der bereits oben erwähnte Ben Foster.

Der Film hat auch einige logische Löcher. So läuft gegen Ende das Öl aus der Pipeline aus und entzündet sich, obwohl man ja eigentlich wissen müsste, dass Öl sehr schwer zum brennen gebracht werden kann.

Fazit: „Die Kälte liegt nicht am Wetter, das ist der Tod, der kommt!“ Genau so unsinnig wie dieser Spruch ist auch der Film, der nichts anderes ist, als ein neuer 08/15 Horrorfilm, bei dem eine Gruppe von Menschen nach und nach dezimiert wird, nur dass diesmal eben ein Vampirklan die Arbeit übernimmt. Wegen den Effekten und dem guten Schauspiel von Ben Foster wird noch ein zweiter Punkt gerettet.

2 Punkte


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