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30 Days of Night (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 10.11.2007, seitdem 1250 Mal gelesen



Vampirfilme sind so gut wie nie „anspruchsvoll". Sie sind so gut wie nie ernst zu nehmen, und sie sind irgendwie immer umwoben von sexuellen Anspielungen und Frauenhaftem. Es ist also vollkommen gleich, für welchen Vampirfilm man sich im Kino entscheidet, der Stoff ist nichts anderes als völlig realitätsflüchtig, wundersam verklärt - so pseudoauthentisch sich die Geschichte auch anbiedert. Sofern man sich dessen klar ist, kann ein Streifen über heliophobe Beißer auf Kinoniveau praktisch kaum noch schief gehen. So auch hier nicht!

Im Gegensatz zum viel zu massenpublikumsverliebten Streifen Coppolas, der allzu sehr auf das weibliche Publikum schielte und so eine hanebüchene Liebesgeschichte zwischen dem Dämon Dracula und Mina Parker konstruierte, die an Kitsch und Unpassendem kaum noch zu überbieten war - wer je Bram Stokers geniales Original gelesen hat, mag mir hier zustimmen -, lässt „30 Days of Night" die Liebe zwischen dem unglücklich liierten Sheriff (Josh Hartnett) und seiner Pseudo-Ex (Melissa George) allenfalls im Hintergrund ablaufen. Ganz so männerpublikumslastig wie John Carpenters „Vampire", der praktisch ganz auf von Frauen gern Gesehenes verzichtet, ist David Slades neuer Film allerdings auch wieder nicht. Muss er aber auch nicht. Denn was der geneigte Horrorfan hier vorgesetzt bekommt, ist nicht mehr und nicht weniger als das, was er sich im Normalfall erhofft: ein - in diesem Fall überraschend - blutiges Treiben, das vor allem zum Ende hin expliziter wird. Den ein oder anderen Schnitt für die Kinoauswertung meine ich zwar entdeckt zu haben, doch bleibt das vorerst nur Vermutung bzw. Hoffnung. Die FSK 18 Freigabe ist jedenfalls nicht übertrieben. Der Härtegrad von John Carpenters Vampirinterpretation wird durchaus erreicht, was erfreulich ist.

Die Geschichte um eine Horde von an die Küste gespülten Vampiren, die irgendeiner Ursprache frönend, sich die dreißig Tage Nacht in Nordalaska zunutze machen, um ordentlich unter der Bevölkerung aufzuräumen, ist flott erzählt und mal was Neues. Es ist natürlich kein Zufall, dass sich die in der ersten Hälfte des Films nur schemenhaft zu erkennenden Angreifer bewegen wie die Infizierten von „28 Days Later" oder Snyders Zombies aus „Dawn of the Dead". Und sie kreischen auch so. Das ist eigentlich nichts Schlimmes, doch hätte man das ein oder andere nächtliche Vampirquietschen von mir aus unter den Tisch fallen lassen können, denn irgendwann bohren die Schreie doch etwas im Öhrchen. Auch sonst erinnern die Vampire, die Josh Hartnett bekämpft, eher an die Untoten Snyders, die ohne Waffen im Zweikampf so gut wie unüberwindbar sind - im Gegensatz zu Carpenters Vampiren, die ja bis auf ihren Chef eher tumb und ungefährlich scheinen. Mit den Blutsaugern aus „30 Days of Night" lege ich mich jedenfalls lieber nicht an.

Alles in Allem ein nettes Filmchen, das bei nicht allzu hohen Erwartungen dem Horrorfreund angenehm die Zeit vertreibt. Wie der letztes Jahr erschienene schwedische Beitrag zum Genre Vampirfilm, „Frostbite", der allerdings erfrischend innovativ war, ist „30 Days of Night" ein interessanter, aber doch zu deutlich bei anderen Genrebeiträgen kopierender Film, der hier in der ofdb Wertung sicherlich noch steigen wird.


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