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30 Days of Night (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 14.11.2007, seitdem 1079 Mal gelesen



Vampirfilme sind scheinbar eine aussterbende Gattung. Das Thema ist relativ ausgeschlachtet, da braucht es schon gute Ideen, um wieder ein Feuer entfachen zu k├Ânnen. Steve Niles und Ben Templesmith kamen mit einer solchen Idee daher. Sie entwickelten eine Comicreihe, in welcher sie Alaska thematisierten bzw. die Tatsache, dass es dort teilweise drei├čig Tage lang keine Sonne zu sehen gibt. Das alleine ist schon eine beunruhigende und potentiell furchteinfl├Â├čende Tatsache. Dann bedenke man noch, dass Vampire kein Sonnenlicht vertragen und schon hat man eine unschlagbare Kombination. Die Verfilmungsrechte konnten f├╝r eine Million Dollar erworben werden und Jungspund David Slade (ÔÇ×Hard CandyÔÇť) war schlie├člich der Gl├╝ckliche, der unter Mithilfe des Produzenten Sam Raimi (ÔÇ×Tanz der TeufelÔÇť) die Idee umsetzen durfte.

Genauer gesagt geht es um die Kleinstadt Barrow, die sich auf seine 30 sonnenfreien Tage vorbereitet. Seltsame Dinge passieren hier: Alle Schlittenhunde der Stadt werden geschlachtet, der einzige Hubschrauber zerst├Ârt und ein Gro├čteil der Handys verbrannt. Sherrif Eben Oleson (Josh Hartnett) sieht diese Geschehnisse nur sehr ungern, er f├╝rchtet zurecht, dass sich etwas Ungew├Âhnliches anbahnt. Dann taucht auch noch ein verkommener Streuner (Ben Foster) auf, der verst├Ârende Sachen sagt. Beispielsweise behauptet er ganz tiefgr├╝ndig, dass es nicht der Schnee ist, der die K├Ąlte bringt, sondern der Tod...oder so ├Ąhnlich. Als die 30 dunklen Tage anbrechen, wird deutlich, was er damit gemeint hat. Pl├Âtzlich taucht eine Schar Vampire mit ├╝bermenschlichen Kr├Ąften auf, die die gesamte Siedlung niedermetzeln wollen. Deren ├äu├čeres ist nach meiner Meinung sehr gut gelungen. Sie haben nicht die traditionellen, fast ├Ąsthetischen Vampirz├Ąhne, sondern sind h├Ąssliche, schmutzige Gestalten, die dringend mal einen Zahnarzt aufsuchen sollten. Sehr gut hat mir ihr erster Gro├čangriff gefallen, der von oben herab gefilmt wurde. Atmosph├Ąrisch war das eine gigantische Umsetzung, die nach meinem Empfinden die deutliche Handschrift von Raimi gezeigt hat. Jedenfalls schafft es Eben irgendwie, sich mit seiner Ex-Frau Stella (Melissa George) und einigen anderen verst├Ârten Weggef├Ąhrten, auf einem Dachboden zu verschanzen. Dort beginnt ein wochenlanger ├ťberlebenskampf.

Explizit muss die Story des Films gelobt werden. Das Schema (eine mittelgro├če Gruppe ├ťberlebender, die nach und nach dahingerafft werden) ist das ├ťbliche, aber der Rahmen ist neu und wohl deswegen beeindruckend und furchteinfl├Â├čend. Eine erdr├╝ckende Atmosph├Ąre entsteht, f├╝r die Slade gar nicht viel tun musste, da es sowieso die ganze Zeit ├╝ber dunkel sein muss. Dazu dann die gut gelungen Blutsauger...das l├Ąsst einem schon gelegentlich einen Schauer ├╝ber den R├╝cken laufen. Da w├Ąre auch noch die musikalische Untermalung, welche ebenfalls sehr ├╝berzeugend und stimmungsunterst├╝tzend wirkte, wobei der Begriff Ger├Ąuschkulisse wohl treffender ist. Wieder meine ich Raimis Handschrift erkennen zu k├Ânnen. Atmosph├Ąrisch ist der Film also hervorragend gelungen, positiv meiner Meinung nach auch, dass man weitgehend auf in solchen Filmen oft unpassenden d├╝mmlichen Humor verzichtet hat. Ich erinnere mich lediglich an einen humoristisch angehauchten Dialog, der allerdings so fr├╝h im Streifen auftritt, dass es noch akzeptabel ist.

Horrofilme heutzutage legen gro├čen Wert auf ihre Splatterelemente und versuchen dabei fast grunds├Ątzlich Grenzen zu ├╝berschreiten. Auch ÔÇ×30 days of nightÔÇť setzt eine ordentliceh Duftmarke: Es flie├čt viel Blut - oft in ziemlich expliziter Form ÔÇô und eine Szene empfand sogar ich eisblock├Ąhnliches Wesen als aufw├╝hlend. N├Ąmlich die, als Eben gegen Ende des Streifens gegen einen seiner Kumpanen die Axt erhebt, als dieser seine Hand verloren hat und kurz vor der Mutation zum Feind steht. An dieser Stelle muss ich ein Lob an Hartnett richten. Den kann ich normalerweise in jeglichen Rollen nicht ausstehen, in diesem Vampirstreifen hat er mir jedoch gut gefallen und er passte perfekt in seine Rolle.

Genug Honig f├╝r die Macher. Der Film konnte mich gro├čenteils ├╝berzeugen, hatte allerdings seine un├╝bersehbaren Schw├Ąchen. Da sticht besonders das haneb├╝chene Ende hervor:
SPOILER
20 Minuten bevor die Sonne aufgeht, hat Eben so sehr Angst um seine Freudin, dass er auf die an Geisteskrankheit grenzende Idee kommt, sich als M├Ąrtyrer aufzuspielen. Er spritzt sich daher Vampirblut, weil das MIT SICHERHEIT dazu f├╝hrt, dass er ein ├╝berm├Ąchtiger K├Ąmpfer wird und alle Vampire auf einmal ablenken kann, sodass seine Freundin Stella unter einem Auto hervorkriechen kann. Wir waren uns ziemlich einig, dass 20 Minuten auf die Sonne warten die g├╝nstigere Alternative f├╝r alle beteiligten Menschen gewesen w├Ąre. So musste Eben dann leider einen tragischen Sonnentod auf sich nehmen, daf├╝r lebt aber die Frau, die ihn wenige Wochen vorher verlassen hat.
SPOILER ENDE
Abgesehen davon h├Ątte man ruhig die Geschichte der Vampire etwas vertiefen k├Ânnen. Die Idee ÔÇ×alle Menschen auszul├Âschen, damit sie die Vampire weiterhin f├╝r eine Legende haltenÔÇť fand ich ganz am├╝sant. Leider ist ├╝berhaupt nicht klar, wo sie herkommen, warum sie genau in diesem Jahr das Dorf aufgesucht haben, wo sie danach hinwollen, wie sie den Menschen rekrutiert haben....die w├╝nschenswerte tiefer gehende Story wird gar nicht bis sehr holprig erz├Ąhlt. Schade.

Fazit: Endlich mal ein Horrorfilm mit nicht bekannt erscheinender Story. Daf├╝r ├╝bliches Schema: Kleine Gruppe Menschen, langsam zu Grunde gehend. Atmosph├Ąrisch aus meiner Sicht genial umgesetzt. Erfrischende, teilweise sehr harte, dennoch passend dosierte Gewalt unterstreicht das Ganze. Schade ist nur das bescheuerte Ende sowie einige Logikl├╝cken und die Vernachl├Ąssigung der Geschichte. Insgesamt trotzdem erfrischend und mir 7 Punkte wert. ├ťber eine Fortsetzung w├╝rde ich mich nicht wundern. Euer
Don


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