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30 Days of Night (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 01.12.2007, seitdem 1012 Mal gelesen



Eine kleine Gruppe Menschen, auf sich alleine gestellt, verbarrikadiert sich vor dem Schrecken, das draußen vor der Tür lauert. Aus diesem Stoff wurden schon viele gute Filme gemacht. Night of Living Dead und seine Fortsetzungen, Pitch Black, Carpenters Assault und Das Ding und so weiter und so fort. Die Liste ist lang. Ja selbst Die sieben Samurai oder John Sturges Die glorreichen Sieben generieren sich aus diesem Stoff.

Es war also schon von vornherein klar, daß 30 Days of Night eine altbekannte Geschichte neu erzählen wird. Daß David Slade und das Script ganz ungeniert bei seinen Vorbildern abkupfern mag noch nicht einmal schlecht sein. Gut geklaut ist immerhin noch besser als schlecht selbst gemacht. 30 Days of Night hingegen ist jedoch eine Mischung aus schlecht geklaut und schlecht selbst gemacht.

Angefangen bei den Vampiren, die eigentlich keine sind sondern eher eine Mischung aus Danny Boyels Version des Zombies, Neil Marshalls Höhlenmonstern und Kaufmanns schreienden Körperfressern. Vampire haben in erster Linie das Thema Verführung oder Verlockung gemein, Slades Version ist alles andere als verführerisch. Stehen sie doch die meiste Zeit abwartend mit blutverschmiertem Mund in der Gegend rum. Die einzige Verführung die von ihnen ausgeht äußert sich in den Szenen, in denen sie Überlebende durch die Straßen lassen um andere Überlebende aus ihren Verstecken zu locken. Und selbst in diesen Szenen, die von anderen Regisseuren in den Meisten Fällen mit Spannung gefüllt wurden, kann Slade keine Spannung aufbauen.

Das liegt vor allem daran, daß seine Figuren belanglos erscheinen. Slade versucht zwar in seiner Exposition die Charaktere ordentlich einzuführen, doch sind es letztendlich die austauschbaren Plastikpüppchen aus Tausend und eine Metzelnacht. Es ist von vornherein klar, wer als nächstes den Löffel abgibt. Dazu agieren seine Protagonisten alles andere als nachvollziehbar. Sheriff Oleson kann sich zwar Anfangs die eine oder andere Träne nicht verdrücken als er mit dem Schrecken konfrontiert wird, jedoch kommen im Laufe des Filmes Angst oder gar Panik bei den Gejagten so gut wie gar nicht auf.

So konzentriert sich Slade im Laufe der Handlung nicht auf die Vampire, auf Konflikte zwischen den Überlebenden oder eben den Horror, den so ein Szenario eigentlich mit sich bringen sollte, sondern auf die lieblose Aneinanderreihung klassischer Elemente des Genres. Da haben wir wie schon erwähnt die Lockvögel, die durch die Straßen irren, das infizierte Monsterkind, den Infizierten in den eigenen Reihen und den von der Gruppe abgeschnittenen, dem geholfen werden muß. Garniert mit einer ordentlichen Prise Gore und Gewallt, deren Wirkung jedoch an keiner Stelle dramaturgisch von Nutzen ist, sondern eher aufgesetzt wirkt.

Von Plotholes und anderen Unzulänglichkeiten soll hier nicht weiter groß die Rede sein. Nur so viel, die Sonne geht nicht an der Stelle auf, an der sie untergeht. Das lernt man spätestens in der Grundschule.

30 Days of Night ist eine lieblos herunter gedrehter Belagerungshorror, bei dem der echte Horror nie zum Zuge kommt. Wie ich immer so gerne sage, in den 70ern hätten die Italiener dies weitaus günstiger hinbekommen.

Noch 3/10 Punkten weil die Oma Gras züchtet, aber selbst dies hatten wir schon einmal.


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