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30 Days of Night (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 27.03.2008, seitdem 1725 Mal gelesen



Seit einer ganzen Weile boomen Filme nach gezeichneter Vorlage und Sam Raimis Produktionsfirma Ghosthouse Pictures warf 2007 „30 Days of Night“ ins Rennen.
Eines haben Film bzw. Vorlage definitiv zu bieten: Eine wirklich interessante Prämisse. Handlungsort ist nämlich Barrow, die nördlichste amerikanische Siedlung in Alaska, rund 80 Meilen von der nächsten Straße entfernt. Dort herrscht für die Polarnacht 30 Tage lang Dunkelheit, weshalb ein Teil der Einwohner vorher abhaut. Etwas weniger als ein Drittel der Bewohner, darunter auch Sheriff Eben Oleson (Josh Hartnett), bleibt jedoch da. Das ist wirklich mal ein neuer Ort für einen Vampirfilm und quasi der ideale Landeplatz für Blutsauger.
Während „30 Days of Night“ dann in den ersten Minuten noch kurz weitere Charaktere ansatzweise vorstellt, vor allem Ebens von ihm getrennte Frau Stella (Melissa George), die sich gerade von ihm trennte, macht sich ein Ersatz-Renfield (Ben Foster) daran, den Einfall der Vampire vorzubereiten. Bei Anbruch der Dunkelheit leisten die Blutsauger ihr übriges um die Stadt schon beinahe in Manier eines „Die Hard“-Rip-Offs vom Strom zu nehmen, die Telekommunikation zu unterbrechen und selbst Hilfen wie Handys oder Schlittenhunde auf brachiale Weise zu beseitigen.

Denn nun sind die verbliebenen Einwohner leichte Beute für das Vampirvolk, das über sie herfällt. Eben und einige Überlebende versuchen nun die 30 Tage bis Sonnenaufgang versteckt zu überstehen...
Die Prämisse des Films ist wie bereits erwähnt wirklich großartig, was der Film daraus macht leider weniger. So wirkt die Chose sowieso als habe man den Stoff für eine TV-Miniserie oder einen 3-Stunden-Film genommen und radikal auf 110 Minuten heruntergekürzt. Dementsprechend ist „30 Days of Night“ voll von holprigen, ungeschickten Zeitsprüngen, die an läppischen drei Stellen durch Zeiteinblendungen etwas klarer gemacht werden – Sprünge in der Narration gibt es jedoch wesentlich mehr. So will auch gar kein wirklicher Spannungsbogen aufkommen, zumal der Großteil der Bevölkerung eh beim ersten Vampirangriff hopsgeht und das Grüppchen um Eben relativ klein ist.
Jedoch sollte man nicht auf einen spannenden Belagerungsfilm Marke „Assault on Precinct 13“ hoffen, denn zum Kampf Mensch vs. Vampir kommt es höchst selten. Sicherlich ist der Ansatz durchaus interessant die Vampire als wirklich übermächtige Wesen darzustellen, die alle potentiellen Gefahrenquellen im Voraus beseitigen, jedoch wird das immer wieder durch Szenen gebrochen, die dem eigentlich widersprechen, z.B. wenn ein Überlebender mittels Schneefahrzeug eine ganze Horde Vampire killt, ehe es ihn dann selbst erwischt.

So scheint derartige Szenen auch nur dazu da zu sein, um noch etwas Action unterzubringen, denn davon hat „30 Days of Night“ leider recht wenig. Stattdessen wird viel im Versteck debattiert und diverse Klischees nicht ausgelassen (natürlich gibt es mal wieder die Bekloppten, die ihre Überlebenschancen bei der Flucht durchs Gelände ausprobieren – das Resultat kann man sich denken). Auch Aspekte wie Nahrungssuche werden angerissen, jedoch nicht wirklich für Spannungsaufbau genutzt.
So legt „30 Days of Night“ dann weitaus mehr Wert auf Splatter, meist wenn die Vampire über ihre Opfer herfallen. Tricktechnisch macht die Chose auch was her, zu überzogen sind die FX zum Glück auch nicht, doch weniger Gedanken über Gemetzel und mehr über Spannung hätten den Drehbuchautoren sicher gut getan. So kommt allenfalls das Finale noch mit ein paar überraschenden Momenten daher, die allerdings große Anleihen bei „Blade“ und Co. haben, und gelungene Momente wie z.B. der, in dem Eben einen gebissenen Freund töten muss, sind leider Mangelware.

Lediglich Regisseur David Slade ist es dann noch zu verdanken, dass sich „30 Days of Night“ noch geradeso ins Mittelmaß retten kann, denn optisch macht der Streifen immerhin einiges her. Die winterliche Landschaft wird sehr atmosphärisch eingefangen und gerade im ersten Drittel kann „30 Days of Night“ ein Gefühl von Bedrohlichkeit aufbauen – sobald die Vampirattacke dann aber losgeht und Blut wichtiger ist als Suspense sind derartige Passagen leider seltener.
Schaut man sich den Cast an, so ergeht es den Darstellern wie Schneeflocken in einem Blizzard: Jeder sieht zwar anders aus, aber es fällt keinem auf. Da das Drehbuch versäumt den Figuren mehr Profil zu verleihen (selbst Sheriff und Frau bleiben Reißbrettcharaktere, vom Rest erfährt man bestenfalls ein Detail pro Figur), kommen die Darsteller auch nicht gegen das Script an, zumal man zwar durchaus talentierte Leute engagiert hat, aber auch niemanden aus der Schauspieloberklasse.

So bleibt dann unterm Strich gerade noch Mittelmaß: Die Inszenierung ist wirklich gut, anfangs ist „30 Days of Night“ zudem noch spannend, doch spätestens nach Ablauf des ersten Drittels machen viel zu lange Dialogpassagen, holprige Zeitsprünge in der Geschichte und ein Mangel an Spannung die wirklich tolle Ausgangsidee kaputt – da hilft auch reichlich Gemetzel nicht.


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