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30 Days of Night (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 04.04.2008, seitdem 638 Mal gelesen



Im Kino verpasst habe ich mir passend zum Verkaufs-Start die DVD mal zu Gemüte geführt. Schade, denn maximal manch ein imposantes BIld auf der Leinwand hätte hier noch was reißen können.



"Was ist denn mit den Schlittenhunden passiert?"



Wir befinden uns in Barrow, einem kleinen Kaff in Alaska, wo auch schonmal für 30 Tage die Sonne untergeht, also gutes Jagd-Terrain für Vampire.

So, dass wars dann auch eigentlich mit der Handlung. Wir folgen unserem Helden Eben und seiner Noch-Ehefrau Stella, die sich wegen "wasauchimmer" gestritten haben, so richtig raus kommt es nicht was hier im Busch liegt. Für Gefühlsgedöns hat man dann auch gar keine Zeit, denn schon häufen sich die "merkwürdigen Vorkommnisse" und der Schnee in Barrow färbt sich blutrot.



"Hard Candy"-Regisseur David Slade taucht das Geschehen in kalte Bilder und als Grundlage dient der Comic von Steve Niles. War schon die Vorlage mehr "style over substance", so lässt sich hier eine Substanz komplett vermissen. Nach einer halben Stunden ist das Dorf im Belagerungsmodus und tja, dann hakt der Streifen blitzschnell ein paar Ereignisse innerhalb dieser Zeit ab und zack, die Sonne geht wieder auf. Wer jetzt denkt: "Man kann doch eine 30-tägige Belagerung unmöglich in einer knappen Stunde unterbringen!" der hat den richtigen Riecher.



Dabei werden dann auch ganz grobe Kellen wie der senile Vater sprichwörtlich rausgeholt, damit es überhaupt mal zu einer Bedrohungssituation kommt. Denn clever sind unsere bluttrinkenden Freunde beileibe nicht, vielleicht stark wie ein Oxe, aber wenn sie gerade übers Dach marschieren und sich ein paar Menschen darunter gerade ein hitziges Wortgefecht liefern fragt man sich unweigerlich: "Das wars also mit den 'verbesserten Sinnen'?"



"Ihr beißt mich nicht ihr Mistkerle, ihr nicht!"




Maximal die sehr bedrohlich wirkende Gestaltung der Vampire kann da noch auftrumpfen, blitzschnell ihre Angriffe und das kreatürliche Geschrei ist auch sehr atmosphärisch. Bringt dann aber leider alles nichts, wenn die Piranha-Fressen von Szene zu Szene unterschiedlich geschwind sind, halt immer gerade eben so, dass sie unsere Helden NICHT auffressen können. *seufz*



Die Geschehnisse wirken total episodenhaft und wenn man dann nach 27 Tagen Belagerung "mal eben" zu einem anderen Überlebenden rüberrennt, weil ja doch so langsam ein Showdown kommen könnte, merkt man die Ratlosigkeit im Skript. Der Vampir-Anführer radebrecht in einer Sprache dann mal wieder was von "Es gibt keinen Gott!", "Ihr seid nur Vieh!" und "Ihr habt keine Hoffnung!", stellt sich aber beim Absuchen des Dorfes dann auch gleich so blöd an, dass manch ein Spruch im Kontext nur noch lächerlich wirkt. Die Charaktere sind dem Zuschauer dann auch längst egal, wenn dann der emotionale Schluss über den Bildschirm flimmert. Ohne Ruhepause, ohne Sinn für Atmosphäre kommt Idee auf Idee, wechselt das Genre von Grusel zu Splatter und wieder zurück, Regisseur Slade schafft nicht einmal eine in die Topografie einführende Einstellung der Siedlung, so dass man auch nie so richtig weiß wo man sich denn nun befindet.



Alles in Allem hört sich das zwar noch ein wenig vernichtender an als es sich eigentlich sollte, aber es stecken einfach viel zu viel offensichtliche Fehler sowohl in Story und Inszenierung, so dass der Streifen zwar als Snack auf jeden Fall konsumierbar ist, aber leider bis auf einige Szenen, die wie direkt aus dem Comic abgefilmt wirken, über keinerlei nennenswerte Pluspunkte verfügt.

Mit wesentlich mehr Laufzeit hätte aus der Geschichte ein echter Knaller werden können, so aber plätschert alles vor sich hin und auch eine "Grabenfräse-vs. Vampire"-Splatterirrfahrt verschwindet ebenso schnell im Story-Nirvana wie sie aufgetaucht ist.



Prädikat: Ausleihen, ansehen, vergessen, wenn das nicht sowieso schon passiert wenn die Credits über den Bildschirm laufen.


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