Ansicht eines Reviews

30 Days of Night (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 23.11.2008, seitdem 557 Mal gelesen



Der Name Sam Raimi (Tanz der Teufel, Darkman) steht in der heutigen Zeit nicht unbedingt für Qualität, auch wenn man stets noch versucht den Horrorfan damit zu locken. Hier vereint er sich wieder mit seinem alten Kumpel Robert Tapert, ein Grund zur Hoffnung ? Auf jeden Fall waren Tapert und Raimi begeistert von der Comicvorlage, verfasst von Steve Niles und Ben Templesmith. Daher gründete man kurzerhand Ghost House Productions, investierte 50 Millionen Dollar, um diesen Vampirfilm auch im Kino schmackhaft zu machen. Als Regisseur wurde David Slade (Hard Candy) verpflichtet, ein Rettungsanker, wie sich während des Films noch herausstellt.
Man muss Niles und Templesmith eines lassen, die Idee ist zwar simple, aber dank der Kulisse sehr effektiv. Die Sets waren es auch, die den Trailer so schmackhaft machten, während der Film selbst eigentlich enttäuscht. Wir befinden uns hier in Alaska, in der Kleinstadt Barrow. Es steht eine 30tägige Sonnenfinsternis bevor. Der Großteil der Bevölkerung verlässt Barrow und während dieser Sonnenfinsternis ist man komplett von der Aussenwelt abgeschnitten. Das Leben der Zurückgebliebenen (152 um genau zu sein) ist abhängig vom örtlichen Kraftwerk und dem Versorgungshaus.

Und gerade jetzt geschehen seltsame Dinge, Sheriff Eben Oleson (Josh Hartnett) steht vor einem Rätsel. Plötzlich taucht ein Fremder (Ben Foster) in der Stadt auf, welcher randaliert und mit der Ankunft seltsamer Wesen prahlt. Und gleich am ersten Tag ist es dann so weit. Eine Gruppe Fremde überfallen die Stadt, kappen jegliche Kommunikation und schlachten die gesamte Bevölkerung. Eben kann sich mit seiner Frau Stella (Melissa George), seinem Bruder Jake (Mark Randall) und Anderen in ein Versteck retten. Dort müssen sie nun dreissig Tage ausharren.
Die Kulisse ist der Trumpf von "30 Days of Night", nebst David Slade, der auch das Geschehen mit schicker Optik an den Mann bringt. Für den Film wurde extra eine ganze Dorfkulisse errichtet, eigentlich der perfekte Ort, um sich unentdeckt an Menschenblut zu laben. Aber was wollen diese vampirähnlichen Wesen eigentlich ? Ganz zu Anfang sieht man eine Art Geisterschiff an der Küste liegen, wobei sich schlussfolgern lässt, dass die Biester damit gekommen sind. Aber es bleiben alle Fragen offen. Ein paar Hintergrundinformationen wären angebracht, so konzentriert man sich auf den trivialen Kampf zwischen Mensch und Vampir. Immerhin denken die Biester ein wenig mit, verbrennen nicht nur alle Handys, töten alle Schlittenhunde, sabotieren den einzigen Hubschrauber, sondern schalten auch den Strom, plus aller Telefone, ab. So befinden sich unsere Helden in einer schier ausweglosen Situation, die zumindest für ein bisschen Spannung sorgt.

Aber man kann nur bedingt mit den Charakteren mitfiebern, da sie zu oberflächlich behandelt werden. Auf die Gründe der Ehekrise zwischen Eben und Stella geht man zum Beispiel gar nicht ein. Dabei geben die Darsteller alles. Josh Hartnett wie immer sehr sympatisch, Melissa George gibt auch eine gute Vorstellung, nebst Danny Huston als fieser Chefvampir. Zu erwähnen sei noch Ben Foster, der erneut eine tolle Show bietet.
Nebenbei kann man auch der Maske ein Lob aussprechen. Die Biester sehen wirklich unheimlich, gar ekelerregend aus, aber es will trotzdem keine richtige Spannung aufkommen. Zudem verkommt "30 Days of Night" immer mehr zu einem banalen Gemetzel, mit gut gemachten Goreeffekten. Manche werden von den Vamiren regelrecht geschlachtet, Andere werden nur gebissen und verwandeln sich in windeseile selbst in blutdurstige Vampire. So liefert man sich einen fast zweistündigen Kampf gegen diese Vampire, benutzt alles als Waffe, was man finden kann. Die Konfrontationen fallen meist blutig aus, sind aber von kurzer Dauer und für die lange Laufzeit bietet der Film zu wenig Action. Da hockt die Gruppe um Eben lieber in ihrem Versteck, diskutieren ihren nächsten total unsinnigen Schritt, ständig trennt man sich um auch wirklich gefressen zu werden und das Ende ist dann noch zu traurig.

Was Raimi uns da wieder verzapft kann ich nur zum Durchschnitt ordnen. Eine total simple Idee ohne jegliche Erklärungen, der es einer effektiven Umsetzung bedarft hätte, wird von Slade zwar schick, aber nicht spannend genug umgesetzt. Aber seine verschneite Kulisse setzt er prächtig in Szene. Daneben geizt man kaum mit blutigen Goreeffekten, die neben der Maske auch gelungen sind. Die glaubwürdigen Darsteller kämpfen verbissen gegen ihre Abziehbildcharaktere an. "30 Days of Night" mag zum Gruseln ausreichen, aber mehr auch nicht. Nur ein weiteres Beispiel, dass man in der Filmwelt gerade unter völliger Einfallslosigkeit leidet.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "floair" lesen? Oder ein anderes Review zu "30 Days of Night (2007)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von floair

Zurück


Copyright © 1999-2018 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

700 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Schlitzer, Der (1980)
Marksman - Zielgenau, The (2005)
11:11 - The Gate (2004)
Jugend ohne Jugend (2007)
Hades-Faktor, Der (2006)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich