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Gunpower (1995)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 15.07.2005, seitdem 778 Mal gelesen



Kleiner, netter und für Nu Image Verhältnisse extrem prominent besetzter B-Actionstreifen mit einigen Anleihen bei Quentin Tarantino.
Aber „Gun Power“ legt ein erfreulich hohes Tempo vor: Kurz ist der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens, ein Club namens Terminal, von außen zu sehen, danach sieht man dessen Besitzer Jack (Eric Roberts) mit 8 Gangstern zusammen sitzen. Diese sollen für Jack vier Gelddepots der Yakuza ausräumen und müssen sich an Jacks perfiden Plan halten, der für sie vorerst undurchschaubar ist. So geht es dann auch ruckzuck los, eine echte Tugend im Genre des B-Actionfilms, da die Drehbuchschreiber selten genug Talent mitbringen um längere Actionpausen zu kaschieren.
Jeder der 8 ist nicht gerade begeistert als er merkt, dass es ausgerechnet denjenigen als Partner erhält, den er am wenigsten leiden kann. Doch die Kleingangster ziehen trotz weniger Erfahrung ihre Coups durch und begeben sich zurück zum Terminal, doch die Nacht hält noch einige Überraschungen parat…

Bei „Gun Power“ wechseln sich Licht und Schatten ab, doch das Ergebnis ist vorzeigbar. Überraschend prominent ist sicherlich die Darstellerriege, die neben B-Spezis wie Eric Roberts und Clarence Williams III auch noch einige Gesichter aus Hollywoods zweiter Reihe aufweisen kann: Tia Carrere, Chris Rock, William Forsythe und Joe Pantoliano. Zusammen mit den unbekannten Newcomern ergibt das ein sehr gut agierendes Team, das weitaus glaubwürdiger rüberkommt als die Besetzung der meisten anderen B-Movies. Tony Curtis zeigt sich auch noch kurz, vermag aber im Gegensatz zu den anderen Darstellern keine Akzente zu setzen.
Als reiner B-Actionfilm kann „Gun Power“ allerdings nicht ganz punkten, da sich die Schießereien in Grenzen halten und es an sonstiger Action nur eine Verfolgungsjagd zu sehen gibt. Doch Inszenierung und Choreographie der Ballereien sind durchaus sehenswert und obwohl der letzte Schliff zu wirklicher Oberklasse noch fehlt, so sind die Shoot-Outs doch ganz unterhaltsam und bieten auch den einen oder anderen blutigen Einschuss.
So muss sich „Gun Power“ in erster Linie auf die Geschichte verlassen und hier hat der Film so seine Schwierigkeiten. Durchdacht ist der Plot schon und die wenigen Wendungen können durchaus überraschen, aber echte Innovationen lässt das Script leider vermissen. So läuft der Film bereits vor der Halbzeitmarke auf ein altbekanntes Kammerspiel im Terminal zu, da sich alle Beteiligten dort oder zumindest auf dem Weg dorthin befinden. Dass die Geschichte auch erst zu Ende sein wird, wenn genug der Kontrahenten das Zeitliche gesegnet haben, ist dann auch schnell klar, sodass man der Geschichte nicht gerade den goldenen Blumentopf für neue Einfälle geben möchte.

Zudem weist die Geschichte kleinere Längen auf, die meist in den humorigen Parts auftreten. Ein paar der Jokes sind wirklich gelungen, doch wieder andere Witze wirken einfach so, als habe man platt versucht Quentin Tarantinos Stil zu kopieren (zumal „Gun Power“ von der Geschichte her einige Parallelen zu „Reservoir Dogs“ aufweist).
Dafür besitzt „Gun Power“ eine Qualität, die man anfangs gar nicht erwartet: Gefühl. Die verschiedenen Charaktere raufen sich langsam zusammen und begraben ihre Vorurteile, die sie den anderen gegenüber haben, weil sie deren Rasse, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder was sonst anfällt nicht schätzen. So erweisen sich die sich entwickelnden Freundschaften als teilweise recht dramatisch in Szene gesetzt und wirken sogar etwas bewegender als bei Kollege Tarantino. Dramatischer als die meisten anderen B-Movies ist „Gun Power“ sowieso, aber bei der Besetzung kein Wunder.

Unterm Strich bekommt man mit „Gun Power“ ein definitiv überdurchschnittliches B-Movie geboten, dass mit Dramatik und guten Darstellern, aber einer wenig innovativen Story und etwas wenig Action aufwarten kann. Aufgrund der eher geringen Menge allerdings durchaus auch für Nichtfans von B-Action einen Blick wert.


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