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Gunpower (1995)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 02.06.2006, seitdem 892 Mal gelesen



Genau wie „Top of the World“ oder mit wenigen Abstrichen auch „Hollow Point“ gehört „The Immortals“ zu den prestigeträchtigen Produktionen aus dem Hause Nu Image, die Mitte der Neunziger auf viele bekannte Gesichter und eine überdurchschnittliche Inszenierung setzten, dabei aber leider den Actionanteil vernachlässigten.
Sicherlich nicht von ungefähr auf den Spuren von „Reservoir Dogs“ wandelt Musikvideo-Regisseur Brian Grant hier also mit einer illustren Schar bekannter, aber nicht so schrecklich teurer beziehungsweise damals noch nicht so bekannter Darsteller in blutigen Shootouts, einer hektischen Geschichte und einigen tragischen Momenten.

Der abgeklärte Club-Besitzer Jack (Eric Roberts, „Runaway Train”, „Best of the Best”) ist ein Vertrauter des Mafia-Bosses Dominic Baptiste (Tony Curtis, „The Vikings”, „The Defiant Ones”) und darf deswegen über eines seiner Gelddepots wachen.
Da ihm auch die weiteren Standorte bekannt sind, engagiert er eine Gruppe mehr oder weniger erfolgreicher Gangster, die sich untereinander kaum leiden können und alle eines gemeinsam haben. Um zu gewährleisten, dass sie auch alle nach ihren erfolgreichen Raubüberfällen wieder zu ihm zurückkehren und nicht mit der Beute durchbrennen, formiert er die Duos nach Gegensätzen, so dass sich die erzwungenen Partnerschaften nie einig sind. Doch kein Coup läuft so richtig wie geplant und das liegt nicht nur an den aufeinanderprallenden, differierenden Grundeinstellungen der Zweckgemeinschaften.

Mit Joe Pantoliano („Bad Boys”, „Memento”), Tia Carrere („Showdown in Little Toyko”, „Hollow Point”), William Forsythe („Extreme Prejudice”, „Firestorm”) und Chris Rock („Lethal Weapon 4”, „Bad Company”) tummeln sich allerhand bekannte Gesichter in dieser im übrigen seltenen Zusammenarbeit von Nu Image und Phoenican Entertainment aus der Feder von Elie Samaha, der damals noch als Produzent bei Phoenican Entertainment tätig war.

Für genügend Kurzweiligkeit ist gesorgt, denn das Tempo ist ziemlich hoch und die völlig unterschiedlichen Charaktere ziehen witzige Streitereien natürlich nur so an, obwohl ihre Dämlich- und Tollpatschigkeit auf die Dauer schon nerven kann.
Zeitlich verschachtelt finden die Überfälle parallel statt, sind jedoch trotz Schusswaffengebrauchs und Autoverfolgungsjagden größtenteils akzentfrei umgesetzt, was vor allem die Actionfans enttäuschen wird. Es wird bisweilen ziemlich blutig und nicht alle gehen als Gewinner aus der Angelegenheit hervor, aber wenn die Kugeln fliegen und Autos sich crashen, fehlt deutlich die kompetente Führung eines Actionregisseurs, der Brian Grant nun einmal nicht ist.

Dafür stimmt es ringsherum soweit. Die gut ausgestatteten Sets sehen nicht improvisiert aus und auch die Darsteller zeigen sich größtenteils ziemlich spielfreudig, obwohl der Humor bisweilen arg alberne Niederungen erreicht und sich das tragische Dahinsiechen öfter mit dem flapsigen Ton der Szenerie beißt.

Im überlangen Finale, das in Jacks Nachtclub stattfindet, muss sich die ungleiche Gauner-Clique dann mit Dominic Baptiste und seinen Bodyguards duellieren, woraus immerhin ein paar originelle Szenen, wie die Pattsituation in der Küche, resultieren. Ein ums andere Mal wird dabei auch kräftig bei den Vorbildern abgeschaut und die blutige Gewalt versteht sich immer wieder schlecht mit den lockeren Kommentaren, insgesamt kann man als B-Movie-Fan aber zufrieden aus dem Stück gehen.

Es dominieren hier eben mal nicht spektakuläre Actionszenen, die eingebettet in einen eigentlich nebensächlichen Plot die Highlights stellen, sondern ein wüster Haufen unterschiedlicher Figuren, die am Ende alle nur noch um das nackte Überleben kämpfen. Die Charaktere sind natürlich nur so weit wie nötig ausgearbeitet, aber es reicht bei den meisten aus, um zumindest Mitgefühl auszulösen, auch wenn deren Schicksale ruhig mehr Zeit vertragen hätten. Jeder für sich hat sein Kreuz zu schleppen und um einige davon tut es mir wirklich Leid.

Nun soll der gemeinsame Kampf ums Überleben für die Individualisten auch gleichzeitig Versöhnung untereinander bereithalten, so dass mit der Zeit den ewigen Streitereien leider die Munition genommen wird, was die immer unheilvollere, düstere, einen Negativverlauf versprechende Atmosphäre leider nur marginal ausgleichen kann. Der Film beraubt sich zunehmend damit einer seiner größten Stärke, nämlich die Figuren, die nur das Geld eint, regelmäßig aufeinander loszulassen, um neue Wortgefechte zu provozieren.


Fazit:
Manchmal zu klamaukig und in den Actionszenen leider nur durchschnittlich kann „The Immortals“ sich im soliden Mittelfeld einordnen. Der Plot hält trotz Schlusstwist leider wenige Überraschungen parat, läuft ziemlich gewöhnlich in der zweiten Hälfte ab und der Wortwitz gerät manchmal auch zu albern, doch die gut aufgelegte Schar sympathischer Darsteller, genügend Kurzweiligkeit und ein recht flottes Tempo hält den Genrefan bei der Stange. Ein Highlight wird „The Immortals“ gewiss nicht, aber er macht trotz diverser Klischees soweit Spaß und das ist die Hauptsache. Oberflächliche, edel besetzte B-Movie-Unterhaltung mit viel Blut, Humor und einer guten Portion Tragik.


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