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Gunpower (1995)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 05.01.2011, seitdem 519 Mal gelesen



Es gab gewisse Filmprojekte, wo sich die B-Schmiede Nu Image budgettechnisch richtig verausgabte. Dazu zählt nicht nur "Lethal Point", sondern auch "Gunpower" der im selben Jahr gedreht wurde. Zwei Jahre später gesellte sich noch "Showdown" mit Peter Weller dazu. Eine recht prominente Besetzung war die Grundlage, doch meist haperte es an der ansprechenden Umsetzung. Hier nimmt Brian Grant (Sensation, Gefährlicher Engel) auf dem Regiestuhl platz, welcher mit dem Genre Action bisher kaum etwas am Hut hatte. Und dieses Manko zieht sich durch den ganzen Film, denn irgendwie hat "Gunpower" keinerlei Höhepunkte zu bieten und erinnert zudem noch stark an Tarantinos "Reservoir Dogs".

Jack (Eric Roberts) ist Leiter des angesagten Clubs "The Terminal", der jedoch der Mafia gehört. Nun plant Jack seinen Boss Dominic (Tony Curtis) um mehrere Millionen Dollar zu erleichtern, wofür er acht Leute anheuern die nichts mehr zu verlieren haben. In Teams sollen sie vier Geld-Depots der Mafia plündern, doch dabei geht so einiges schief. Während das Großmaul Tim (William Forsythe) und die schwangere Gina (Tia Carrere) angeschossen werden, kommen Billy (Kevin Bernhardt) und George (Brian Finney) nicht nur zu spät, sondern haben auch eine ganze Armee von Polizisten im Nacken. Als auch noch Dominic mit seinen Schergen im Club eintrifft ist das Chaos perfekt. Es kommt zu einem heillosen Tohuwabohu, welches nicht jeder überleben wird.

Die Idee acht todkranke Menschen für einen Coup anzuheuern ist zwar nicht schlecht, trotzdem erinnert "Gunpower" zu sehr an "Reservoir Dogs". Auch versucht man das Geschehen mit Wortwitz aufzupeppen, welcher leider zu oft in Klamauk ausartet. Denn meist hat man nichts Besseres zu tun, als sich gegenseitig zu beschimpfen oder auch mal zu prügeln. In der ersten Viertelstunde lernen wir diese illustre Runde kennen, zu Beginn kann man sich gegenseitig nicht ausstehen, inklusive den üblichen Kalauern über Rassissmus oder dass Frauen bei Männerjobs nichts verloren hätten. Dabei haben die Dialoge weit weniger Pepp als erhofft, so hat "Gunpower" zwischendurch immer wieder seine Durchhänger. Doch auch wenn es ans Eingemachte geht, will nicht so recht Stimmung aufkommen. Man nimmt diesen Menschen einfach nicht ab, dass sie solch einen Raub durchziehen können, besonders das Kasperletheater in diesem Diner, wo Billy und George zugegen sind, nervt unheimlich. So darf bei den Raubzügen einiges schiefgehen, Pete (Joe Pantoliano) und der herzkranke Benny (Clarence Williams III) kommen da noch am besten weg, während Tim von einer Stripperin über den Haufen geschossen wird und Grünschnabel Kerry (Kieran Mulroney) schließlich versucht die Situation zu retten. Auch der stets plappernde Deke (Chris Rock) macht so seine Fehler und geht damit nicht nur Gina, sondern auch dem Zuschauer mächtig auf den Senkel.

Doch Grants Inszenierung hat auch seine Vorzüge, denn wenn nicht gerade über sinnloses Zeug gestritten oder philosophiert wird, hat dieser Actionfilm durchaus Tempo. Besonders da sich die Situation zuspitzt, weil die Polizei den Club umstellt hat und auch Dominic im Anmarsch ist. Zusätzlich positiv zu bewerten, ist der undurchsichtige Jack. Er kocht sein eigenes Süppchen im Hintergrund und hier warten noch kleinere Wendungen auf den Zuschauer. Dafür hätte man die höchst tragischen Todesszenen minimieren können. Jedesmal wenn einer der Truppe sein Leben aushaucht, verfällt "Gunpower" in eine höchst theatralische Grundstimmung, doch diese ganzen Gefühlsausbrüche wirken zu aufgesetzt. So gilt es schließlich im Kugelhagel den Club möglichst unbeschadet zu verlassen. Grant lässt bei den Shootouts zwar ein paar Blutbeutel platzen, doch spektakuläre Momente wollen ihm nicht gelingen, obwohl der Munitionsverbrauch teilweise hoch ist. So bleibt es immerhin fast unmöglich vorherzusehen, wer diesen Schlamassel letztenendes überlebt. Mit Eric Roberts, Chris Rock, Tony Curtis, Joe Pantoliano, Tia Carrere und William Forsythe ist "Gunpower" wahrlich nicht schlecht besetzt, obwohl manchmal etwas overacted wird.

Eigentlich wäre "Gunpower" eine runde Sache, wären nicht zwischendurch ein paar Durchhänger und auch der Humor müsste erwachsener sein. Die solide Story ist teilweise vorhersehbar, hat aber auch einige Überraschungen zu bieten, während es actiontechnisch auch gut zur Sache geht. Jedoch mangelt es dem Geschehen an Höhepunkten, wobei man sich auf die guten darsteller verlassen kann. Mit ein paar Änderungen wäre mehr als Durchschnitt drin gewesen.


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