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Aliens vs. Predator 2 (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 27.12.2007, seitdem 1497 Mal gelesen



Es ist eigentlich nur konsequent nach dem vielleicht minimal überdurchschnittlichen "Alien vs. Predator" die beiden außerirdischen Vorzeigerassen in die zweite Runde zu schicken, oder viel mehr einen neuen Versuch zu wagen. Was sich in der Theorie so simpel darstellt, es liegt ja eigentlich auch auf der Hand, die beiden beliebtesten außerdischen Spezies der Filmgeschichte aufeinandertreffen zu lassen, erweist sich in der Praxis aber erneut als verdammt schwieriges Unterfangen.

"Aliens vs. Predator 2" knüpft direkt an den Vorgänger an, wenn auf dem Raumschiff der Predators aufgrund ungebetener Gäste das totale Chaos ausbricht. Das UFO stürzt samt beider Rassen auf die Erde, womit die Jagd erneut eröffnet ist.

Das klingt doch soweit ganz vernünftig, keine bescheuerten Expeditionsteams, keine Predators auf Lehrgang und keine Alienstollen tief unter der Erde. Im Austausch gibt es da unter anderem einen kleinen Jagdwald, eine Kanalisation als Obdachlosenheim, ein Cafe, eine Pizzeria und noch vieles mehr. Ich habe nie zuvor so viele völlig belanglose Schauplätze in einem Spielfilm gesehen, erst recht nicht, wenn dieser mit seiner Laufzeit gerade einmal als Film gehandelt werden darf. Es ist eine einzige Zumutung für den Zuschauer hier bei der Stange zu bleiben, ständige absolut zweckfremde Szenenwechsel strapazieren die Nerven bereits nach kürzester Zeit.
Das Fass zum Überkochen aber bringen erst die geschätzten 100 Haupt- und Nebencharaktere, natürlich alle mit Namen, verschiedenen Interessen und Problemen. Klar, dass von dem bescheuerten Mob nicht viel hängen bleibt, aber besondere Großereignisse der Menschen sollten dennoch schriftlich gewürdigt werden. Da wäre zum einen der lokale Dorfsherrif, der sich mit dem aktenkundigen Dorfverbrecher verbündet, die Dorfschlampe, die sich nur eine Nacht nach der Trennung mit dem Dorfmacker vor dem Dorfpizzalieferanten nackig macht und schließlich Miss U.S. Army und ihre kleine Tochter, denen das Ableben Papas so nahe geht wie mir eine mögliche Fortsetzung dieser Filmreihe.

Entgegen allem Spott allerdings, muss ich zugeben, haben die Menschen in diesem Film in einer Hinsicht ganz klar die Nase vorne, sie haben eine Daseinsberechtigung, einen Lebenssinn, ob es jemanden interessiert, oder wohl eher nicht.
Die eigentlichen Helden des Filmes nämlich, die außerirdischen Freunde des Zuschauers, dümpeln nur so vor sich hin. Hier und da mal ein Alien, der sich ganz typisch von der Seite oder von hinten heranpirscht, um seinen großen Schädel in die Kamera zu halten, und im nächsten Moment die Zunge ausfährt, oder eben der Predator, der einfach ein wenig durch die Gegend schlendert und alle gefühlten 198 Schauplätze abklappert, um die bösen Aliens zu vertreiben. Ach ja, und da wäre noch das völlig zu Unrecht gehypte Predalien, was im Prinzip nichts anderes darstellt als einen unheimlich hässlichen Alienanführer, und das nicht im positiven Sinne.
Warum? Warum nur steckt man die wohl bedrohlichsten Spezies in eine Seifenoper und lässt diese dann noch nicht einmal für ein bisschen Stimmung sorgen? Die Alienangriffe sind häufig, das ist auch gut so, aber leider auch absolut belanglos. Die Aliens können noch so viele Opfer fordern, es interessiert einfach nicht die Bohne, dabei lebten die Alienfilme einst von der Dramatik, dem mit den Menschen fühlen. Und der Predator, auch er kommt erneut total unter seinen Möglichkeiten davon. Ständig geistert er über die Leinwand, zeigt aber keinerlei Aktionen. Kaum Camouflage, kein Tonband, kein Infrarot, überhaupt keine Predatorgimmicks. Seine großen Momente sind an zwei Fingern abzuzählen und das ist verdammt wenig.

Aber es gibt ja schließlich doch noch den einen oder anderen Lichtblick. Aliens und Predators sehen gewohnt gut aus, die Effekte gehen in Ordnung und Kristen Hager hat einen sehr schicken Hintern. Hätte man jetzt wenigstens noch die Actioneinlagen und insbesondere die unmittelbaren Aufeinandertreffen der Außerirdischen irgendwie ansehnlich gestaltet hätte AvP2 gerade noch so etwas wie ein schlechter Transformers werden können, aber leider verpuffen ausgerechnet auch die Kämpfe zu heißer Luft. Aus dem unerträglichen Schnittgewitter bin ich ganz bestimmt nur aufgrund der absolut unterbelichteten Einstellungen ohne epileptischen Anfall entflohen. Obwohl man dank Dunkelheit ohnehin nur wenig zu erkennen glaubt, artet zu allem Überfluss auch noch jedes Gefecht, dank der miserablen Kamera, in ein Rätselraten über den Verbleib der Beteiligten aus. Wenigstens hält sich der Ärger über diese Blamage insofern in Grenzen, als dass die Auseinandersetzungen ohnehin kaum eine Umdrehung des Sekundenzeigers lang andauern dürften.

So Gebrüder Strause, was war denn bitte das? Wie kann man denn ein Konzept, welches so simpel hätte funktionieren können, mit Belanglosigkeiten überfluten? Der einzig konsequente Streich in diesem Film ist der Umgang mit der dämlichen Stadt am Ende des Films. Was da getan wird ist symbolisch für einen Großteil der Filmrolle und hätte viel eher passieren sollen. Die Zuschauer wollen doch einfach nur ihre außerirdischen Leinwandhelden von damals, doch wie bitte soll ein Alien effektiv auftreten ohne auch nur einen Hauch von Atmosphäre und Dramaturgie. Und wie soll ein Predator agieren ganz ohne Stil und Selbstdarstellung? "Aliens vs. Predator 2" ist so als würde man mit seinen Actionfiguren in einem Puppenhaus spielen. Da stimmt einfach irgendwas nicht.

Großteile des Filmes sind stupide, belanglos, absolut überflüssig und nervig, trotzdem aber wird es bei der kurzen Spieldauer nie langweilig und gerade im letzten Drittel gibt es dann auch noch Nonstopaction. Als Kurzfilm wäre "Aliens vs. Predator 2" passabel gewesen, dieser wirre Filmbrei allerdings schießt weit über das Ziel hinaus, nur leider in die falsche Richtung.


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