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Aliens vs. Predator 2 (2007)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 2 / 10)
eingetragen am 23.06.2008, seitdem 1909 Mal gelesen



Alte Regel: Laß niemals einen Special Effects-Typen die Arbeit eines Regisseurs machen, da kann nur etwas bei rauskommen, was lediglich einen gore-abhängigen Fanboy zufrieden stellt.
Ich bin mir sicher, bei der Produktion hat zu irgendeinem Zeitpunkt einer von den Strause Brothers irgendwann mal so etwas abgelassen wie: „Wir sind ja sooooo dolle Fans von Teil 1 und der wurde sooooo kontrovers aufgenommen...wir machen es jetzt bestimmt ein Stückchen besser.“ So oder ähnlich.
Nur leider, leider...keine Arme, keine Kekse, kein Talent...und das leider auf ganzer Linie.

Wo fangen wir an? Vielleicht am besten bei dem Pfund, mit dem man in einer solchen Produktion am ehesten wuchern kann, Masken und Effekten.
Natürlich, für Fans ist hier sicherlich etwas dabei, ein schönes Wiedersehen mit den Aliens und den Predators und eine relativ flott ausgewachsene Superkreuzung (siehe Ende Teil 1) ist auch dabei. Alles solide und ordentlich gemacht. Damit hörts dann aber auch schon auf.

Daß hier das totale Actionspektakel wieder mal abgerissen werden soll, war ja nach Andersons inhaltsleerem Film schon ziemlich klar, doch wenigstens einen Ansatz von interessanter Geschichte sollte auszumachen sein.
Leider hat man daran den guten Shane Salerno gesetzt, der es schon mit seinen Machwerken zu „Shaft“ und „Armageddon“ zwei extrem verschenkte Filme zu skripten. Was rede ich da von Skript, eigentlich bastelt Salerno nur vorschul-like irgendwelche Lego-ähnlichen Baustücke aus diversen anderen Filmen inclusive reichlich Franchisezitaten wie eine Collage aneinander.

Als Ergänzung zum Monstermash bietet er gleich verschiedene Handlungsstränge, die doch glatt alle kaum oder gar nicht entwickelt werden: einen Ex-Knacki, den der Sheriff immer fröhlich mit sich durch die Gegend fahren läßt (und der als Hommage an das Original auch noch „Dallas“ heißt, wie originell), seinen bratzigen Bruder mit dem gewünscht blonden Bitch-Bimbo und ihren noch blöderen Bully-Freunden, sowie einen halbgaren Ripley-Ersatz mit kleiner Tochter, die offensichtlich vor ihrem Ehemann (natürlich schnell tot, wenn auch nett) mal was mit Dallas hatte. Is ja knorke.
Wir haben also etwas Teeniekasperquatsch, viel unübersichtlich-überflüssiges Ermitteln, da man die Topographie der Stadt eh nie erfassen kann, rudimentäre zwischenmenschliche Beziehungen und zwischendurch dreht man die Stadtbevölkerung nach und nach auf Null, wobei die Strauses es ordentlich splattern lassen, sei es nun durch den Predator (eher versehentlich, war wohl noch nie hier), die Aliens (die inzwischen in Rekordzeit schlüpfen und wachsen, wie es ihnen beliebt und zu schierer Mordlust tangieren) oder das Pred-Alien, der seine Opfer nun als schnelles Fertiggericht oral begattet. Hier wird, unter Auslassung vieler früherer Regeln, natürlich reichlich rumgematscht und immerhin leistet man sich den US-Sakrileg, eine Babystation zu meucheln und gleich zu Beginn ein Kind durch den Chestburster zu meucheln. Dann hört es aber mit den Risiken auch schon auf. Im Zweiminutentakt wird also gemeuchelt oder Dämlichkeiten ausgetauscht, das nennt sich dann wohl stetiger Spannungsaufbau.

Dazu taucht der Kameramann Daniel Pearl, seit „Pathfinder“ eh Fachmann für düstere Bilder fast alles Szenen in ein nebulöses Zwielicht, bis eine vollkommen überflüssige E-Werks-Sabotage auch noch im Rest der Stadt die Lichter dauerhaft ausgehen lassen wird.
Soll heißen: der ganze Film wirkt, als hätte man ihn in einem Bärenarsch gedreht, wodurch sich natürlich Effekte noch besser verschleiern lassen, der Zuschauer aber nun mal meistens nichts erkennen kann, was ein (logo) einsetzender Dauerregen natürlich super ergänzt.

Das Aufzählen der Regelverstöße gegenüber den alten Francises spar ich mir mal genauso wie selbiges mit den einfallslosen Zitaten bis zur Bild-für-Bild-Kopie.
Positiv vielleicht noch (möglicherweise war das ja augenzwinkernd gedacht) das Wegflexen sämtlicher störenden Teenagerbratzen inclusive Blondbimbo, aber wenn dann eine der Hauptfiguren am Ende von einem Speer in der Körper komplett durchbohrt, noch solange lebt (also noch etwa mehrere Stunden), bis endlich ein Rettungswagen da ist, dann weiß ich, was die Strauses von innerer Logik halten.

Des doofen Filmes fade Essenz: eine dümmliche bis kreuzdoofe Materialschlacht mit etwas Gore, aber ohne sonstige Qualitäten, aufgenommen in einer Dunkelkammer und aufbereitet für all die anspruchslosen Popcornfresser, die in Sälen Nachos äsen. Wer das jedoch für postmoderne Ironie hält, schön – jedoch braucht man schon eine Menge Langmut, um sich an dem Actionanteil hirnfrei erfreuen zu können. (2/10)


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