Ansicht eines Reviews

Step Up to the Streets (2008)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 03.03.2008, seitdem 1863 Mal gelesen



MODISCH ALTBEWÄHRTES TRENDIG VERPACKT

Als ich 16 Jahre alt
wurde, wurde meine Mutter krank und innerhalb weniger Monate verlor
ich sie - und alles veränderte sich.“
(Andie West)


Tanzfilme im weitesten Sinn gab es ja schon immer. So wie sich die unterschiedlichen Seh- und Hörgewohnheiten der Zuschauer immer den jeweiligen Trends der Zeit anzupassen haben, denn angesagt bzw. gezeigt wird, was ein kleiner elitärer Kreis von Machern als „Mode" und für gerade aktuell und agesagt deklariert, so gab es auch immer schon mehr- oder weniger gute und erfolgreiche Tanzfilme, die dann vom Publikum mit wechselndem Erfolg und Interesse (je nach Zeitgeist) zur Kenntnis genommen wurden. Während „Flashdance", „Footlose" oder „Dirty Dancing" als wahre Perlen der 80er Jahre und Meilensteine dieses Genres angesehen werden können, so war es in den 90er Jahren doch eher etwas ruhig um derartige Filme, da sie vermutlich eben nicht als „trendy" galten. In den letzten Jahren erfuhren Tanzfilme wieder jedoch zunehmend an öffentlicher Aufmerksamkeit bzw. die Filmemacher versuchten - nimmt man z.B. „Center Stage" (2001), „Save the last dance" (2003) oder „Stomp the Yard" (2007) - dem Publikum derartige Filme als angesagt und als „in Mode" zu verkaufen.

Desweiteren gibt es momentan ja eine wahre „Sequelmania". Unmittelbar auf einen halbwegs erfolgreichen ersten (und auch zweiten) Film, wird sofort ein zumeist schlechterer zweiter oder nächster nachgelegt siehe „Fluch der Karibik", „Shrek", „Spiderman", „Ocean´s ...", oder „Saw" (der wievielte Abklatsch auch immer). Vielleicht oder vermutlich ist - nachdem der erste Film gut war, weil sich die Macher einmal getraut haben, etwas Neues auszuprobieren, ja, einen Trend oder modischen Akzent zu setzen - die Erwartungshaltung der Betrachter auch zu hoch, weshalb das Sequel zumeist enttäuscht. Auch dieser Trend macht natürlich auch vor dem Musik- bzw. Tanzfilm nicht halt. Anstelle Neues auszuprobieren, setzen die Macher lieber auf bereits Bewährtes, nach dem Motto „wird schon noch einmal gut gehen". So gibt es natürlich auch bereits „Pretty Woman 2" wie auch eine Fortsetzung von „Dirty Dancing". Was schon mit dem vor allem bei Teenagern (zwischen 9 und 15) mit dem angesagten „High School Musical" funktioniert hat - ein Thema, welches ein bestimmtes, junges Zielpublikum anspricht verpackt in einen poppigen, hippen Soundtrack - wird nun dem modischen Zeitgeist entsprechend auch mit „Step up" aus dem Jahr 2006 versucht: ein Sequel names „Step Up 2 the Streets".

Wie schon bei dem ersten Film „Step Up" so bietet auch das aktuelle Sequel keine inhaltlichen Überraschungen - aber das darf bzw. konnte man auch nicht erwarten, wenn man das Original kennt. Dies hat aber auch beim „High School Musical" nicht daran gehindert, einen weiteren, noch kitschigeren und schlechteren Teil (man glaubt es kaum) nachzulegen. Ganz so schlimm ist die Situation bei „Step Up 2 the Streets" (zum Glück) nicht, denn man weiß ja schon was kommt und schraubt seine Erwartungen bereits im Vorfeld schon dementsprechend zurück. Regie bei diesem Film führte nicht mehr wie beim ersten Teil noch Anne Fletcher, die dieses Mal nur in Funktion eines Produzenten in Erscheinung trat, sondern von der junge (Jahrgang 1979), sowohl unbekannte und unerfahrene Regiesseur Jon M. Chu. Auch wenn die Besetzung zum Teil der des ersten Films entspricht, und man sagen kann, dass schon etwas an Filmerfahrung vorhanden ist, so wirken die Protagonisten in dieser vorhersagbaren Story doch teilweise eher wie eine unerfahrene Laienspielgruppe.

Der Film beginnt mit einer Rückblende. Die Hauptdarstellerin, die 16-jährige Street Dancerin Andie West (dargestellt von der 21-jährigen Briana Evigan, die man bisher nur in Musikvideos z.B. Enrique Iglesias „Push Music Video" oder Linkin Park „Numb" sehen konnte, und daher kaum über Filmerfahrung verfügt) erinnert sich, wie sie ihre Leidenschaft zum Tanzen gefunden hat. Gezeigt werden, angelehnt an die große Zeit des Breakdance und der Entstehung des HipHop in der New Yorker Bronx, Breakdance-Tanzszenen aus den 80er Jahren und sie erklärt, dass sie von ihrer Mutter mit zu Jam-Session in die Nachbarschaft genommen wurde, wo sich die besten Tänzer in den „Streets" miteinander maßen. Zugegeben, diese Anfangsszenen wirken durchaus inspirierend - aber das liegt natürlich auch daran, dass es sich um eine Collage aus Originalfilmschnipseln handelt und nicht um eine schauspielerische Leistung eines Protagonisten.

Nachdem nun die Ausgangslage geklärt ist, beginnt der eigentliche Film. Was nun folgt, wirkt jedoch zum Teil zusammenhangslos und verwirrend. Die erste Szene spielt in einer U-Bahn in Baltimore. Während der Fahrt beginnen ein Gruppe maskierter Tänzer die Fahrgäste mit einer „Stomp" - artigen Tanzperformance - indem sie mit willkürlichen Gegenständen auf eben solchen herumtrommeln zu einem mitreißendem, rhythmischen Soundtrack - zu belästigen. Natürlich ist das Abteil abgeschlossen, so dass die Polizei keinen Zugang hat. An der nächsten Haltestelle verschwindet die Bande so schnell wie sie aufgetaucht sind. Was es mit dieser Gruppe auf sich hat, bleibt vorerst unklar. Erst später erfährt man, dass es sich dabei um die tanzverrückte Gruppe „410" handelt, zu der auch Andie West gehört. Nach dem Tod ihrer Mutter, wird sie zwar von ihrer besten Freundin Sarah (Sonja Sohn) aufgenommen, sie schwänzt jedoch immer öfter die Schule und findet emotionale Zuflucht eben beim Tanzen mit ihren Kumpanen der „Crew 410". Nachdem sogar die Nachrichten über die Gruppe auf Grund zunehmenden öffentlichen Ärgernisses berichten, wird es Sarah zu viel. Es kommt zum Eklat. Sie möchte Andie zu ihrer Tante nach Texas „verbannen": „Du schickst mich nach Texas, als ob ich nicht schon viel genug verloren hätte. Du kannst mir das nicht antun." Da tritt als vernünftiger Retter in der Not Andies älterer Freund Tyler Gage (gespielt von Channing Tatum, der auch schon als Protagonist im ersten Teil mitgewirkt hat), zu dem sie ein brüderliches Verhältnis pflegt, in Erscheinung. Er kann schließlich Sarah davon überzeugen, Andie eine zweite Chanze zu geben. Nachdem sich der erste Film um ihn gedreht hat, tritt er in der Fortsetzung nur in dieser Szene (und in einer weiteren, in der er seine Tanzeskünste zum Besten gibt) auf.

Sie schreibt sich für ein Vortanzen der Maryland School of Arts ein. Was nun folgt ist ein typischer Teeniefilm, eine Mischung aus jugendlicher Beziehungskomödie und Tanzfilm verpackt in einen packenden zielgruppen-wirksamen Soundtrack. Nachdem sie die Hürde der Aufnahmeprüfung, wenngleich auch unter Zögern und Zweiefl des Schulleiters Blake Collins (Will Kemp) („Sie ist nur ein Street Dancer") - wie es der Zufall so will auch zugleich der ältere Bruder des hübschen Frauenschwarms Chase Collins (gemimt von Chase Collins: „American Dreams"), der - wie könnte es auch anders sein - sofort seine Fühler nach Andie ausstreckt - überwunden hat, verpasst jedoch notgedrungen einige Treffen ihrer Tanzcrew „410". Deshalb wird sie aus der Gruppe verbannt. Zusammen mit - wie könnte es auch anders sein - Chase Collins, eben nicht nur der hübscheste, sondern auch der beste Tänzer der Schule und weiteren Klassenkameraden gründet sie fortan eine eigene geheime Tanzgruppe, die heimlich nach Schulschluss trainiert, mit dem Ziel gegen die „Crew 410" in einem Untergrund-Tanzwettbewerb in „the Streets" anzutreten. Leider bleiben die geheimen Machenschaften von Andie West und ihren Kumpels nicht unentdeckt vom Schulleiter Blake Collins, nachdem die „Crew 410" in der Schule für Verwüstungen gesorgt hat. Nun folgt natürlich das unausweichliche Schicksal für Andie West, sie wird als Anführerin der Gruppe von der Schule geschmissen. Die alles entscheidende Frage ist natürlich jetzt, ob sich das Blatt für Andie noch zum Guten wenden kann. Ohne an dieser Stelle jedoch zuviel verraten: Denken Sie einmal darüber nach, für welche Zielgruppe der Film vermutlich konzipiert ist, dann wird ihnen schon die richtige Antwort einfallen oder wenn sie das populäre „High School Musical" gesehen haben, können sie sich auch denken, wie die Geschichte endet.

FAZIT:

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei „Step Up 2 the Streets" um kein filmisches Meisterwek - aber diesem Anspruch will der Film vermutlich auch nicht gerecht werden. Der Streifen trifft mit Sicherheit ins Herz vieler pubertierender Teenager, deren Traum es schon immer wahr in Zeiten von „DSDS" und „Popstars" möglichst schnell berühmt zu werden. Wie es derzeit eben Mode ist, ist das Sequel nicht besser als das Original. Die Story ist vorhersehbar und die schauspielerischen Leistung ebenfalls größten Teils äußerst dürftig. Dem Erfolg in der jungen Zielgruppe dürfte dies jedoch keinen Abbruch tun, auch dank eines trendigen und durchaus ansprechenden und mitreißendem Soundtracks. Für Erwachsene ist „Step Up 2 the Streets" nur bedingt empfehlenswert, auch wenn man den Film auch aus der Sicht eines Dramas betrachten könnte. Lässt man die ständig eingestreuten Tanzeinlagen einmal aussen vor, so wäre der Film mit Sicherheit anspruchsvoller und für das ältere Publikum auch sehenswerter. Hat man jedoch schon die Pubertät einige Zeit hinter sich gelassen, setzt sich wieder das „High School Musical" - Syndrum durch - dass man mit diesem Streifen nicht mehr arg viel anfangen kann. Das Anspruchsniveau bleibt, aufgrund der Tanzeinlagen und der wirklich vorhersagbaren Handlung - wodurch einige Längen entstehen - eher niedrig. Der Schwerpunkt des Films liegt jedoch eher auf dem handlungstragendem und durchaus effektvollem Soundtrack und den mit Sicherheit ambitionierten Tanzeinlagen, was, unterstützt durch das laienhafte schauspielerische Wirken wirklich nicht leicht zu ertragen ist. Wurde der erste „Step Up" - Film noch getragen von dem Hype des Neuen, so kommt der zweite Teil jedoch nicht über das Niveau eines „High School Musicals" hinaus - modisch altbewährt, wenngleich auch trendig verpackt.
(3 / 10 Punkten)


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "saxmartin" lesen? Oder ein anderes Review zu "Step Up to the Streets (2008)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von saxmartin

Zurück


Copyright © 1999-2018 OFDb.de - Die Online-Filmdatenbank
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

721 Besucher online


SSL  SSL-gesicherte
Verbindung aktiv


Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Fate (2003)
Jack und das Kuckucksuhrherz (2013)
Recall, The (2017)
Regression (2015)
All Is Lost (2013)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich