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Tanz der Teufel (1981)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 20.10.2008, seitdem 542 Mal gelesen



Tanz der Teufel

Eigentlich erscheint es fast sinnlos als auch wie banal noch ein weiteres Review zu diesem Film zu verfassen. Die Höchstnote und viele weitere Noten darunter wurden zuhauf vergeben, was eigentlich auch letztendlich die Qualität beweisen sollte. Oder ist Tanz der Teufel gar einer dieser Streifen, zu denen man verpflichtet ist ihn zu mögen, da man ihm das bedeutungsschwangere Wort "KULT" nachsagt. Teilweise.

Die Story sollte weitesgehend bekannt sein und war für das Genre wegweisend, brachte viele Kopien nach sich und viele viele etliche andere Filme kopierten mehr schlecht als recht dieses bekannte Schema. Eine Gruppe Jugendlicher fährt in den Wald zu einer eher zerfallenen Hütte. Im Keller findet man irgendwann ein unheimliches Buch und ein Tonbandgerät. Spätestens nach dem Anhören des Tonbandes passieren grausame Dinge, denn auf dem Tonband verkündet ein Wissenschaftler, der Wald sei von Dämonen verflucht, die von den Lebenden Besitz ergreifen. Als er auf dem Tonband noch die Zeilen aus dem Buch, Das Buch der Toten (Necronomicon) vorliest, erweckt er die Dämonen.

Sam Raimi entwickelte mit seinem Evil Dead einen wahrlichen Horrorklassiker, der durch seine komplette Inszenierung etliche andere Filme inspirierte. Trotzdem kann man dem Film nicht abweisen, dass er zu besagten Szenen mit dem Tonband eher auf der Stelle steht, auch wenn bis dahin die merkwürdigen Kamerafahrten verblüffen und begeistern, aufgrund des eher geringen Budgets des Films ist das gar atemberaubend, wie man hiermit gekonnt Atmosphäre aufzubringen vermochte. Etliche andere mysteriöse Indizien für grausige Umstände erwecken auch teilweise den Hang zum Horrorfeeling, etliche andere Szenen darin sind eher öde, wenn sie auch zur Hinführung zum Film dienen. Nach der berüchtigten Szene im Wald, als das Mädchen förmlich vom Baum vergewaltigt wird, nimmt der Film übergrosse Spannungshöhen an. Nachdem der erste Dämon von einem Menschen Besitz ergreift, beginnt der durchgehende Wahnsinn des Films, bis zum Schluss eigentlich die Schlüsselfigur übrig bleibt. So ist Ash (Bruce Campbell) eher ein unscheinbarer Geselle, dem man durch sein Auftreten, eher eine weniger wichtige Rolle zuspricht, so wandelt er sich im Verlauf des Filmes vom lieben Angsthasen, zum verwirrten und panischen Killer, der völlig hysterisch und besessen seine Dämonenfreunde zur Strecke bringt. Nicht zuletzt ist es seine Wandlung und das ständige Umkippen seiner Gefühle und Emotionen die ihn sympatisch machen, Einmal ängstlich, dann unberechenbar, dann panisch, wütend, wieder ängstlich. Der Film ist ohnehin der komplette Wahnsinn, ständig wird man begleitet von irren Kamerafahrten, bedrückenden Klängen, den wirklich gruseligen Masken der Dämonen bzw. Zombies und die wirklich derben Goreeffekte geben das übrige hinzu. Ohne weiteres kann man sagen, dass dieser Meilenstein des Horrors dem Genre neue Impulse gab, wenn auch vieles hier mitunter sehr ironisiert dargestellt wurde. So schwankt der Film abwechselnd zwischen tiefschwarzen Humor, bewusstem Overacting der Darsteller und bedrückender, klassisch panisch Horroratmosphäre.

Fazit:
Meilenstein des Horrors / Splatters, der durch seine irren Kamerafahrten, Musik, angewandte Mystik und Effekte zu unterhalten weiß und solides Horrorfeeling aufzubringen vermag, wenn auch die besagten Schemen, aus heutiger Sicht eher unbeholfen bis lächerlich wirken mögen, aufgrund der eher ironisierten Darstellung eher wieder vergessen sind.

9/10


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