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This is Spın̈al Tap (1984)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 21.03.2007, seitdem 897 Mal gelesen



Das ultimative Rock'n'Roll-Movie schlechthin !!!

Leute, vergesst "Still Crazy" oder "Roadie", MTV's "Rockumentaries" oder "Backstagepass", VH1s "Behind the Music" und überhaupt alles, was ihr jemals über Rock'n'Roll glaubtet, gewusst zu haben: Hier erfahrt ihr alles, was nirgendwo in der Fachpresse zu lesen ist.

"This is Spinal Tap" ist sowohl eine gnadenlose, parodistische Abrechnung mit als auch eine liebevolle filmische Hommage an unser aller Lieblings-Kopfschüttelmucke, dem Achtziger-Schwanzrock der Marke "Mötley Crüe", "Poison", "W.A.S.P", "Skid Row", "Twisted Sister", "Warrant", "Bon Jovi" & Co. und hat einen sicheren Platz in meinen persönlichen Top-10-Filmen aller Zeiten !!

Das Ganze ist haargenau wie eine Dokumentation bzw. Rockumentation aufgebaut und nimmt somit den Stil der späteren MTV "Rockumentaries" 1:1 vorweg: Werbefilmer "Marti Di Bergi" (alias Rob Reiner himself) begleitet die fünf Chaoten bei ihrer ersten US-Tour seit zehn Jahren. Diese wird für die Band ein komplettes Desaster: Gigs werden mangels Promotion gecancelt, die Plattenfirma weigert sich, die neue Platte wegen des anstößigen Covers zu drucken, bisweilen finden die Jungs aufgrund von Backstage-Labyrinthen noch nicht mal ihren Weg zur Bühne und nachdem schließlich Manager Ian nach Problemen mit dem Bühnenequipment gefeuert und dessen Position von der Yoko Ono'esken Jeanine, der Freundin des Leadsängers David St. Hubbins, eingenommen wird dauert es auch nicht mehr lange, bis die ersten Mitglieder die Band verlassen und "Spinal Tap" sich ihre Brötchen schließlich mit Auftritten bei militaristischen Tanzbällen und in Freizeitparks verdingen muss.

Regisseur Rob Reiner alias Di Bergi und seine Crew lassen keine Gelegenheit aus, jedes sich bietende Rock'n'Roll-Klischee gnadenlos platt zu walzen und schießt dabei ein Gag-Feuerwerk allererster Kajüte ab: So ist es einfach nur saukomisch, wie die tumben, Zucchini in ihren Stretchhosen tragenden Haarsprayrocker von einer katastrophe in die nächste stolpern. Der Humor ist zwar allgegenwärtig präsent, jedoch auch so clever eingesetzt, dass manche Witze und Anspielungen wohl nur von Rockmusikern richtig verstanden werden können, doch auch allen Freunden dieser Musik sei der Streifen dringlichst ans Herz gelegt, da nahezu jede Szene und jeder Dialog Kultcharakter aufweisen kann ("We are Spinal tap from the UK, you must be the USA"), teilweise sogar hochwertvolle Philosophien zu offenbaren hat ("There's such a fine line between stupid and clever").
Zudem ist die bis ins letzte fiktive Bandgeschichte inklusive ersten Fernsehauftritten und alten Zeitungsartikeln der Band, die in ihren Anfangstagen noch "The Originals" (oder war es doch "The Regulars"?) hieß, mit absoluter Liebe zum Detail und nicht zuletzt sogar mit einem gewissen Maß an Glaubwürdigkeit inszeniert: Nicht wenige US-Rocker dieser Ära hielten "Spinal Tap" tatsächlich für real existierende Bühnenkollegen!!
Auch die erst nach mehrmaligem Hinsehen auffallende, absurde Detailverliebtheit, mit der bei den äußerst realistisch wirkenden Konzertsequenzen zu Werke gegangen wird, ist ein Knaller: So beachte man nur einmal die verzerrte E-Ukulele bei "Rock'n'Roll-Creation" oder die ungewöhnliche Instrumentierung des für 60% aller späteren HipHop-Lyrics Pate stehenden "Big Bottom".
Womit wir schon beim nächsten, dicken Pluspunkt wären: Der Soundtrack!! Dafür, dass dieser von den Darstellern selbst geschrieben und gespielt wurde, ist er gerade zu brilliant: Schnörkelloser, technisch sauber intonierter Hardrock mit dümmlich-augenzwinkernden Texten der feinsten Achtziger-Manier wie ihn Poser wie "Warrant" niemals hätten besser machen können. Alleine diese großartigen Poserrock-Parodien würden schon die Höchstnote rechtfertigen, doch auch die Schauspieler wissen in ihren Rollen samt und sonders zu brillieren:
Da wäre zunächst Michael McKean als sich ständig auf der Suche nach spiritueller Erleuchtung befindender Leadsänger David St. Hubbins (benannt nach dem Schutzpatron qualitativer Fußbekleidung), die extravagante Leadgitarrendiva Nigel Tufnel ("This Guitar can never be played!!!") alias Christopher Guest, und nicht zuletzt der introvertierte, von einem beeindruckenden Hufeisenbart verzierte und von der späteren "Simpsons"-Stimme Harry Shearer verkörperte Bassist Derek Smalls ("David and Nigel are like Fire and Ice, my part is to be something in the Middle, like warm water")!!!

Alles in allem ist "This is Spinal Tap" ein brüllend komisches und absolut unvermeidliches Pflichtprogramm für jeden, der sich auch nur im allergeringsten für Rockmusik interessiert- und dies sage ich als absoluter Fan oben genannter Bands (mit Ausnahme von "Poison", "Warrant" und "Bon Jovi"!!). Tatsächlich war die Ruhmesehrung als "Bester Rock'n'Roll-Film aller Zeiten" durch den deutschsprachigen "Rolling Stone" absolut gerechtfertigt und sollte niemandem vom genuss dieses Meisterwerks abhalten. Wenn es für Rockmusiker und -freunde also jemals eine zwingende filmische Empfehlung auszusprechen gab, dann diese hier!!!


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