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Steel Man (1997)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 3 / 10)
eingetragen am 12.08.2007, seitdem 690 Mal gelesen



Der klangvolle Name von Prominenten war und ist von jeher etwas, was Filmstudios anzieht wie Licht die Motten. Und Talent spielt bei dieser Art und Weise der Darstellerauswahl leider naturgemĂ€ĂŸ nur sehr selten eine Rolle. Optimal beobachten kann man das hierzulande bei der Vergebung von Synchronsprecherrollen: "Hauptsache man kennt den Namen, der Rest wird sich schon irgendwie fĂŒgen." Und genauso muß auch anno '97 das Auswahlverfahren fĂŒr den Hauptdarsteller der Comicverfilmung von "Steel Man" gelaufen sein. Und viel zu verlieren war hier wohl ohnehin nicht. Zumindest hĂ€tte ich persönlich noch nie von diesem angeblichen Comic-Helden gehört. Und das will was heißen! - Aber die Lizenz ging wohl eben entsprechend billig her und mit dem damaligen (und langsam aber sicher sportlich in die Jahre kommenden) NBA-Superstar Shaquille O'Neal wĂ€hnte man auch einen zugkrĂ€ftigen Namen am Set. Nur hat das eben leider, wie so oft bei solcherlei Projekten, schlicht nicht gereicht.

Denn BasketballhĂŒhne Shaquille O'Neal hat unleugbar die schauspielerischen QualitĂ€ten einer SalzsĂ€ule. Stocksteif und unbeholfen schiebt sich der Brocken von Kerl durch den Film, ohne auch nur ein einziges Mal auch nur etwas Charisma entfalten zu können. Denkbar schlechte Voraussetzungen fĂŒr einen Heroen. Erschwerend hinzu kommt, dass O'Neal ungefĂ€hr so fotogen ist wie ein Hamster in SalzsĂ€ure und der Superheld, den er verkörpern soll, zudem durch Einfallslosigkeit par exzellence "glĂ€nzt". Noch schnell ein schwarzes 08/15-GanzkörperkostĂŒm und einige konturlose Bösewichte hinzugefĂŒgt und schon befinden wir uns in dem uninspirierten Streifen "Steel Man". Kommen wir also kurz zum Plot:

Wissenschaftler John ( Shaquille O'Neil als Wissenschaftler, welch Geniestreich des Casting-Teams... *ironic*) erfindet eine völlig neue, innovative Energieschußwaffe. Als er allerdings erkennt, wie zerstörerisch sein Werk sich auswirken kann, zieht er sich umgehend aus dem Business zurĂŒck. - Ein paar Jahre spĂ€ter versuchen einige zwielichtige Gesellen John's Erbe anzutreten und aus seiner ungewollt diabolischen Erfindung in aller Welt Profit zu schlagen. Doch der Erdenker selbst hat da naturlement und politisch korrekt strikt was gegen und wirft sich, maskiert als schwarzgewandeter Superheld "Steel" in den Kampf gegen die ruchlosen Gesellen...

Wie gesagt: Der Held ist ein einfallsloses Muster-Stereotyp.Auch die Effekte (welche gerade bei einem actionlastigen Film wichtig gewesen wĂ€ren) Ă€ußerst mau und Storyline sowie die simplen, hier verwandten Standard-Genreelemente zeugen von Einfallsreichtum hoch drei und machen selbst den geneigten Genrefan schlicht gĂ€hnen. Meine persönliche Geduld und Gutwill waren spĂ€testens erschöpft, als der Film mit der querschnittsgelĂ€hmten Sideshow-"Coptesse" inkl. Depriphase plump versucht auf die TrĂ€nendrĂŒse zu drĂŒcken. "Ach, die Arme..." Aber wer hat Mitleid mit uns Zuschauern, die wir diese plumpe Schmierenkomödie ertragen sollen? Und auch nach der Gehandicapten-Episode folgt Nichts, was mich auch nur annĂ€hernd umstimmen könnte um diesem Film noch einen Gnadenpunkt extra angedeihen zu lassen. - Selbst nach einem markanten Gegenspieler fĂŒr "Steel" sucht man in diesem mediokren Machwerk vergebens, der Held muß sich nur gegen schnödes "Tralala-Gesockse" und einen konturlosen AnzugtrĂ€ger als Hauptfeind behaupten. Nennenswehrte, individuelle Moves kann der Schwarze zu erwartenderweise natĂŒrlich schon gar nicht fĂŒr sich verbuchen. Ein billiger Hammer "aus dem Baumarkt" (von Thor geklaut?) ist auch schon alles, was Heroe "Steel" dem Feind entgegenzuhalten weiß. Ist im Grunde aber auch egal, denn verletzen darf er selbstredend ohnehin Niemanden ernsthaft. Jugendschutzbehörden und ihre zu erwartendes Rating diktierten hier unleugbar den Takt. - Und nicht nur damit gewinnt der Film nicht unbedingt die Gunst der Zuschauerschaft. Genausowenig wie er von Shaq's Grobmotorikacting provitiert, der sich so unnatĂŒrlich gibt dass er in so gut wie jeder Szene wie hineingeschnitten und/oder fehl am Platze wirkt. - Als finale Frage bleibt dem genervten Zuschauer schließlich nur ein ratloses: "Was soll das Ganze?"


F a z i t :
Sagen wir's klar und deutlich: In fĂŒnf Minuten auf dem Lokus erdenke ich originellere Superhelden als "Steel" (Alleine der Name löst schon GĂ€hnen aus). Und wenn man solch offensichtliche Einfallslosigkeit wie die hier vorherrschende zum Stoff eines Filmes macht und dann noch mit dem schauspielerischen PrĂ€senz-Vakuum eines Shaquille O'Neal kreuzt, dann wird daraus kein Film... - Nein, dann erhĂ€lt man lediglich ein untrĂŒglich 100%-iges Schlafmittel, das nicht nur Filmfreaks durch geballte Langeweile umgehend in's unweigerliche Koma versetzt. "Shaq" (so sein Spitzname) hĂ€tte einfach nie Filme drehen sollen, war nie auch nur annĂ€hernd dafĂŒr geschaffen. Ich meine: Hallo! Der Mann hat die Ausstrahlung einer sedierten Wanderschildkröte: BehĂ€big, gĂ€nzlich mimikfrei, und definitiv schon wenn er ankommt bereits viel zu lange da... - Die filmische Karriere des Ex-Basketballers sollte folgerichtig auch schnell ihr Ende finden. Denn wo sich bloße UnfĂ€higkeit immer am ehesten und untrĂŒglichsten zeigt, das ist in der Gunst oder Ungunst des Publikums. Und genau hier hat Shaq als Schauspieler stets und absolut zu Recht sowie immer verloren. - Wer partout nicht schauspielern kann, der möge es doch bitte auch lassen... - Es braucht schon einen "stĂ€hlernen Willen" oder ein profundes Faible fĂŒr Trash um diesen ideenlosen Schund der Unterklasse bis zum Abspann durchzustehen.


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