Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 5 / 10) eingetragen am 09.10.2005, seitdem 741 Mal gelesen
Über den Fernsehschirm flimmern Bilder von Claudias zerstückelter Familie, als Täter des brutalen Verbrechens vermutet man die Crowbi Organisation. Der Anführer Charles ist vom eigenwilligen Treiben seiner Gruppe nicht sehr erbaut, ebenso wenig ist es die überlebende Tochter Claudia, welche ebenfalls die Knarre zückt und auf Rachetour geht. Die Bösewichte hängen derweil mit massig Drogen ab, übertrieben soll es sein, genau wie der Waffenkult und das Asigequatsche übers Ficken (Staubsauger, Melkmaschine, jaja, ist ja witzig). Die Manson Family lässt schön grüßen bei dieser blutigen Persiflage über sittenverrohte Freaks von den Schweizer Nuckledustern, die mit ihren neueren Kurzfilmen für Aufsehen in der Amateurszene sorgten. Bei "Projekt Fleisch" wollte man sichtlich, wie sich die Presse dazu äußerte, mächtig viele "Sauereien" in Wort und Bild herauslassen, in humorvoller Weise versteht sich. Die Story ist jedoch kaum so witzig wie ihr "Kaffeeklatsch" oder technisch so beeindruckend wie ihr Kurzfilm "157 Tote", bei denen zweifellos die Optik gefällt, selten gingen Amateure so virtuos wie dort mit der Kamera um. In diesem halbstündigen Kurzfilm ergießt man sich in ein konventionelles Racheepos, in welchem einer nach dem anderen der drogenschwängerten Täter blutig um die Ecke gebracht wird. Das sich ständig wiederholende Thema sowie die Aneinanderreihung von Gesprächen über Haschisch, Koks und schrägen Befriedigungsversuchen nutzt sich auf Dauer ab, das Niveau der Übertreibung ist ohnehin nur jugendlichen Zuschauern (die das natürlich nicht sehen dürfen) zu empfehlen. Die deutschen Untertitel auf der hauseigenen DVD geben im übrigen teils ebenso gequirlten Blödsinn in Anbetracht des gesprochenen schweizerdeutsch wieder, doch was soll man auch sonst von den schrägen Nachwuchstalenten Roger Sommer und Psyko Muuss erwarten. Natürlich echauffieren sich die Schweizer Eltern über blutspritzende Dildos, dabei hält man sich gerade bei den Splatterszenen, von denen es wahrlich einige gibt, oftmals verhältnismäßig zurück, abgesehen von einer Eingeweidematscherei im Finale. Der Soundtrack ist passend heavy und bei den Darstellern weiss man gar nicht so recht, ob die meinen, sich selbst zu parodieren oder versuchen, fiktive Rollen zu spielen. Auf jeden Fall wirkt es erwachsener als im Homemadebereich üblich, man versucht gar nicht erst, auf furchtbar wichtig zu mimen, wären da nicht die lachhaft übertriebenen Drogenverherrlichungen auf wenig coolem Teenieniveau. Das Understatement auch in Sachen Vorlieben wie "Blood Feast" oder "Machine Head" springt einem nur zu deutlich ins Auge, weniger wäre mehr gewesen.
Fazit: Wenn man bereits die anderen Kurzfilme gesehen hat eine kleine Enttäuschung, allerdings ist das immer noch besser, als viele deutsche Amateursplatter von Bethmann, Taubert, Rose und wie sie alle heißen. Ziemlich abgedrehter Funsplatter. 5/10 Punkten
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