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Wrestler - Ruhm. Liebe. Schmerz., The (2008)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 13.01.2009, seitdem 851 Mal gelesen



"DON'T KNOW WHAT YOU GOT, TILL IT'S GONE"

Zu dieser schmerzhaften Erkenntnis kommt der in die Jahre gekommene Profi Wrestler Randy Robinson zwangsläufig, wenn er sein verpfuschtes Leben Revue passieren lässt. In den für Randy seeligen 80ern war er ein Superstar der Szene, heute mit gut 50 jährchen auf seinem muskulösen Buckel haust er in einen Miettrailer und wenn er mal die Miete nicht pünktlich zahlt, muss Randy auch ab und an auf dem Rücksitz seiner Schrottlaube nächtigen. Seinen mickrigen Lebensunterhalt verdient sich Randy noch immer mit professionellem Catchen. Doch er übt seinen Beruf nicht mehr in den gigantischen Arenen der US amerikanischen Großstädte aus, sondern tingelt über die Dörfer und quält sich nur noch in umfunktionierten Turnhallen oder änlichen unwürdigen Veranstaltungsorten herum. Nach einem ziemlich harten und blutigen Showkampf mit einem aggressiven Primaten, welcher auch gerne mal sein Tackergerät beim Ringen einsetzt, klappt Randy in der Umkleide kotzend zusammen und erwacht auf der Intensivstation. Randy hatte einen Herzinfarkt und muss, wenn er am Leben bleiben will, seinen Lebensinhalt das Wrestlen endgültig aufgeben....

Um es gleich mal heraus zu schreien, dieser Film hier ist in jeder Beziehung unglaublich gut, einfach grossartig! Über den Regisseur Darren Aronofsky muss man eigentlich nur wissen, dass dieser mit "Requiem For A Dream" den wohl eindeutig besten Film über das Thema Drogenmissbrach erschaffen hat. Mit "The Wrestler" schafft Aronofsky nochmals den selben Husarenstreich im Genre Sportdrama. Mit inszenatorisch zwar total anderen Mitteln, gelingt es Aronofsky auch hier seine Schauspieler zu nicht für möglich gehaltene Höchstleistungen zu animieren. Was Mickey Rourke in "The Wrestler" mit seiner Kunst untermauert, ist wirklich erschütternd. Es gibt in diesem Meisterwerk nicht eine Szene, in der Randy "The Ram" nicht im Bild ist. Durch diesen Kniff bleibt der Zuschauer 109 Minuten immer dicht am Hauptdarsteller und erleidet deshalb auch dessen schmerzhaften gezeigten Lebensabschnitt intensiv am eigenen Leib mit.. Mickey Rourke muss für seine Rolle trainiert haben wie ein Hochleistungssportler. Er befindet sich in körperlicher Bestform, dafür Respekt. Viel wichtiger aber sind die Feinheiten, welche Mickey in seine Figur eingearbeitet hat. Ist man bei der ersten Wrestlingszene noch irritiert über die langen blondierten Haare und die martialische Gesamterscheinung, so kann man es kaum fassen, wenn "The Ram" privat durch die Gegend stapft. Mit Brille und Höhrgerät, die Haarpracht zum Dutt zusammen gedreht, klamottentechnisch in der Steinzeit hängen geblieben, versucht "Randy" als Privatperson außerhalb des Rings zurecht zu kommen. Dazu gehören genau so die Termine beim asiatischen Billigfrisör (waschen, färben, legen), oder der Besuch im Solarium (auf die Liege geht's mit Unterhose und nicht ausgezogenen Socken!). Wirklich tot traurig auch die einsamste Autogrammstunde/Convention, an der man je teilhaben durfte. Der letzte Actor der sich so in seine Rollen hineinsteigerte, war wohl der deutsche Schauspielgott Klaus Kinski. Während sich ehemalige (die Betonung liegt auf Ehemalige) Giganten des US Kinos, wie Nicholson, De Niro und leider auch Pacino mit Rollenauswahl und gelangweilter Darstellung der Lächerlichkeit Preis geben, meisselt sich Mickey Rourke mit The Wrestler seine eigene überlebensgroße Heldenstatue. Ein weiterer Glücksgriff im Cast ist die anbetungswürdige Marisa Tomei. Spätestens bei der verunglückten Datingsequenz, in welcher der desillusionierte Randy seine Puffliebe Pam (Marisa T.) zu einem Bier überreden kann und plötzlich aus der Jukebox der alte 80er RATT Knaller Round And Round fetzt, müssen auch dem letzten erwachsenen Zuschauer dieses Meisterwerkes Tränen der Rührung die Äuglein feucht werden lassen. The Wrestler ist frei von jedem Kitsch, hier existieren keine "Knocky Balboa Momente", hier ertönt keine pathetische Bill Conti Musik, die den Zuschauer animieren will selbst zum Anabolika Monster zu mutieren.
Erstaunlich auch die Selbstverständlichkeit, mit welcher Aronofsky seinem Puplikum Einblicke in die Welt des professionellen Wrestlings bietet. Die Catcher pflegen hinter der Bühne ein völlig entspanntes, ja freunschaftliches respektvolles Miteinander. Die Kämpfe sind allesamt abgesprochen und einstudiert - also manipuliert. Muskelbildende Präparate werden nebenbei am Spint vertickt, etc. Ganz anders als beispielsweise Robert Aldrich in seinem legendären Catcher Drama "....All The Marbles", zeigt Aronofsky vollkommen objektiv, welch seltsame Gesetze tatsächlich im Wrestling Universum herrschen. Neben der selbstbewussten Inszenierung am ekelhaften Massengeschmack vorbei, ist dieser Umstand höchstwahrscheinlich auch ein Hauptgrund dafür, dass "The Wrestler" in seinem  Herstellungsland an der Kinokasse katastrophal gegen die Wand gefahren ist. Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun....


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