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Wrestler - Ruhm. Liebe. Schmerz., The (2008)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 9 / 10)
eingetragen am 25.09.2009, seitdem 291 Mal gelesen



***Spoiler***

Randy (Mickey Rourke) ist Wrestler. Seine besten Zeiten hat er lange hinter sich. So tingelt er von einem kleinen Event zum anderen um eine Show abzuliefern. Als er einen Herzinfarkt erleidet ist es damit vorbei und er versucht sein Leben neu zu ordnen. Doch in der "realen" Welt findet Randy keinen Halt.

"Ich wei├č, dass ich in meinem Leben viel Mist gebaut habe. Ich kann dich nicht zwingen, mich zu lieben. Ich will nur nicht, dass du mich verachtest."

Der Wunsch eines Menschen, der sein Leben gerader├╝cken will.
Aronofskys Drama ist eine Studie ├╝ber einen gebrochenen Menschen, der stets k├Ąmpft und doch versagt. Der Zuschauer begleitet Randy in den Ring und in das Leben abseits des Jubels. Man sieht, wie der "Star" sich durch's Leben schl├Ągt, scheitert und am Ende noch einmal ausholt.
Dabei hat sich Mickey Rourke seine Oscarnominierung redlich erspielt. Seine Figur hat resigniert, holt zu einem letzten Versuch aus und scheitert. Gro├čartig gespielt, mitrei├čend und bewegend. Allein das Bestreben, sich wieder seiner Tochter zu n├Ąhern, ist intensiv zum mitleiden. Rourke schafft es glaubw├╝rdig diesen Mensch zu verk├Ârpern, dem im Ring seine Fans zujubeln und der abseits dieser Rolle mit dem Leben "drau├čen" nicht klarkommt. Das immer weiter fortschreitende Zerbrechen der Figur gipfelt schlie├člich in einem unglaublich intensiven Akt, wenn Randy sich verzweifelt selbst erl├Âst.

Die Kamera ist immer bei ihm, verfolgt ihn oder zeigt einfach nur seinen Gesichtsausdruck in dem so viel gesagt wird, dass es keinen Text braucht. Der Dokustil tr├Ągt das ├ťbrige zur trostlosen Atmosph├Ąre bei, bleibt immer nah an den Charakteren und zeigt Unmittelbarkeit in trostlosen Bildern ohne in Kitsch abzudriften. Gleiches gilt f├╝r den Soundtrack.
Neben Rourke gl├Ąnzt auch Marisa Tomei, Randys einzige St├╝tze. Sie gibt nicht nur als Stripperin eine gute Figur ab, sondern ist auch so etwas wie ein Spiegelbild. Auch ihr Stern beginnt zu sinken. Leider ist ihre Rolle nicht allzu stark ausgebaut. Jedoch genug, um ihrem Charakter die n├Âtige Tiefe zu geben.

Ohne Effekthascherei und im Grunde schlicht inszeniert tr├Ągt Rourke diesen Film m├╝helos allein. D├╝mpelte seine Karriere gr├Â├čtenteils nur noch dahin, legt er hier ein eindrucksvolles St├╝ck Schauspielkino hin.
Und wenn Randy am Ende mit Tr├Ąnen auf dem Seil steht, in einer langen Einstellung mit dem Geschrei der Menschen im Hintergrund mit einem Blick "Lebt wohl" sagt, dann trifft das.

Gro├čes Kino.


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