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Wrestler - Ruhm. Liebe. Schmerz., The (2008)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 08.08.2011, seitdem 245 Mal gelesen



Wie schnell man richtig tief fallen kann, weiß kaum einer besser als Mickey Rourke (Harley Davidson & the Marlboro Man, Double Team), schon mal die richtige Voraussetzung für die Rolle des abgewrackten Wrestlers Randy "The Ram" Robinson. Besonders in den 80er Jahren war Rourke eine ganz große Nummer, doch Drogen, Alkohol und daraus resultierende private Probleme spülten ihn in eine andere Liga. Mit "The Wrestler" feiert er nicht unbedingt eine Auferstehung, denn schon in "Sin City" konnte er gefallen, aber er hat dadurch wieder einen vollen Terminkalender mit deutlich hochwertigeren Rollen. Für seine grandiose Leistung hier erhielt er verdient den Golden Globe, eine wichtige Bestätigung für Rourke, deutlich gezeichnet durch Operationen und zu viel Botox.
Man mag nicht so recht glauben, dass es sich bei "The Wrestler" nur um eine 6 Millionen Dollar Produktion handelt, auch sollte zuerst Nicolas Cage den heruntergekommenen Wrestler mimen. Aber mit Rourke traf man die richtige Wahl, genauso mit Ausnahmeregisseur Darren Aronofsky (Black Swan, The Fountain). Den Zuschauer erwartet von Anfang an ein deprimierendes Bild, schon die Sets sprechen diese Sprache. Schöne Bilder gibt es so gut wie gar nicht, höchstens die kurzen Szenen am Strand bieten Abwechslung von der tristen Stadtkulisse. Natürlich von Aronovsky gewollt, hätte man die Umgebung nicht monotoner und trauriger einfangen können, perfekt passend zum Leben von Randy, welches zunehmend aus den Fugen gerät.

Nach einem Herzinfarkt beschließt er sich aus der Szene zurück zu ziehen. In der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei) findet er eine Freundin, auch versucht er wieder Kontakt zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) aufzunehmen, die er damals im Stich ließ. Doch das Leben meint es nicht gut mit Randy und so beschließt er einen großen Kampf gegen seinen damaligen Erzrivalen "Ayatollah" (Ernest Miller) anzunehmen.
Was mir an "The Wrestler" besonders gefällt ist die Ehrlichkeit. Hier wird das Leben nicht beschönt und besonders die Wrestlingszene bekommt ihr Fett weg. Man feindet sich hier nicht an, sondern bespricht gewisse Dinge vor dem Kampf. Der Sieger steht immer schon fest, trotzdem wird dem Zuschauer eine brutale Show geboten. Die blutenden und gebeutelten Wrestler werden mit einem Kleingeld abgespeist und können froh sein, wenn auf ihren Autogrammstunden ein paar Dutzend Leute auftauchen. Durch seine Erfolge hat Randy einen großen Bekanntenkreis und ist dennoch allein. Nebst muss er im Supermarkt arbeiten, selbst die Miete für seinen Wohnwagen kann er nicht immer pünktlich zahlen. Jedenfalls gelingt es der Hauptfigur, sich in das Herz des Zuschauer zu spielen, trotz aller negativer Eigenschaften wie Drogen und Aufputschmittel, ohne die Randy gar nicht mehr Leben kann.

Aber es mangelt diesem schonungslosen Portrait an echten Ereignissen, man hat auch das Gefühl die Geschichten mit Cassidy und Stephanie bringen das Geschehen kaum weiter, sondern funktionieren mehr als Lückenfüller. Die teilweise sehr brutalen Wrestlingszenen wirken dagegen fast abschreckend, jedoch stellt Aronofsky nie die Gewalt zur Schau, sondern diese Sequenzen dienen dazu, um Randys Leiden deutlich aufzuzeigen. Wenn er blutend den Ring verlässt wächst das Mitleid, genauso wenn er sich im Supermarkt mit unfreundlichen Kunden herumschlagen muss. Hier gibt es wahrlich nichts zu lachen, denn es handelt sich um einen realistischen Überlebenskampf, dessen Tempo etwas höher sein könnte. Rourke trägt den Film auf seinen Schultern und spielt selbst Marisa Tomei (Der Mandant, Alfie) oder Even Rachel Wood (The Missing, Dreizehn) locker an die Wand.

Auch wenn "The Wrestler" oft als Geniestreich betitelt wird, so ganz kann und will ich da nicht zustimmen. Auf dramatischer Ebene funktioniert er dank eines grandiosen Mickey Rourke sehr gut, auch die triste Optik und der tolle Score passen sich gut an. Jedoch wünscht man sich eine ereignisreichere Erzählweise, man hat ab und zu das Gefühl Drehbuchautor Robert Siegel ist nichts mehr eingefallen und die Geschichte weiß somit nicht immer zu fesseln.


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