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Max Payne (2008)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 06.01.2009, seitdem 1731 Mal gelesen



Als ich das erste mal von dem Max Payne Film hörte, dachte ich mir, dass es wahrscheinlich keine Möglichkeit für den Film gibt, an das Spiel heranzureichen. Die Trailer ließen mich aber hoffen, dass vielleicht doch ein kleines Fünkchen Hoffnung zu wahren war. Leider versprachen die Trailer wie so oft mehr, als letztendlich zu sehen war. Max Payne ist ein Polizist, der bei einem Raubüberfall seine Frau und sein neugeborenes Kind verliert. Als die Zuständigen den Fall ad acta legen lässt sich Payne in den Bereich für nicht gelöste Fälle versetzen und versucht dem Schuldigen selbst auf die Spur zu kommen. Doch der Hass und die Rache in ihm sitzen noch sehr tief, daher sind seine Methoden an Informationen zu kommen überaus rabiat. Als ihm der Mord an seinem ehemaligen Partner angehängt wird, kämpft er gegen alle Seiten um seine Unschuld zu bekräftigen und den Mord an seiner Familie zu rächen.

Mit Mark Wahlberg wurde für Max eine gute Wahl getroffen. Zwar war ich nach Filmen wie Shooter oder Four Brothers und auch nach The Departed nicht gerade begeistert von ihm, aber die Rolle passt ihm doch sehr gut auf den Leib geschneidert. Doch leider ist dem Regisseur die Charakteristik des Max Paynes aus den Spielen nicht ganz gelungen. So spielt Mark Wahlberg zwar wahrscheinlich eine seiner besten Rollen aller Zeiten, aber der Funke zu Kennern des Spiels will nie so richtig überspringen. Die Emotionslosigkeit im Schmerz und die Gleichgültigkeit zum Leben erkennt man in der Figur im Film nicht ansatzweise so gut wie im Spiel. Genau wie die Figur Max werden auch viele anderen Figuren aus dem Spiel nur oberflächlich behandelt. So zum Beispiel Mona Sax, gespielt von Mila Kunis, welche im Film nur marginal besprochen wird und keinen wirklichen Effekt in der Geschichte erhält. Hier liegt einer der größten Schwächen von Max Payne, welche sich allerdings nur Kennern des Computerspiels eröffnen, dort aber einen gewaltigen Einfluss haben werden.

Dass sich John Moore nicht genau an die Geschichte des Spiels halten kann, das war von Anfang an abzusehen. Dass er sich aber so weit von dem Vorbild entfernt war auch nicht zu erwarten. Von der Story sind nur die Rahmenbedingungen aufrecht erhalten worden und viele eigene Einflüsse hinzugekommen. Das mag dem Film eine sehr eigene Note geben, ich als Fan des Spiels hätte trotzdem lieber eine nähere Adaption des Filmes gewünscht. In der "kurzen" Spielzeit von knapp 100 Minuten lassen sich einfach nicht die Geschichten aus zwei Computerspielen unterbringen, und so entschied sich Moore für eine "kinoreifere" Variante. Dadurch verfällt aber auch vieles in der Handlung ins Überflüssige und könnte getrost weggelassen werden. Gerade zu beginn des Filmes kommt nur sehr langsam Fahrt auf und es benötigt fast eine dreiviertel Stunde um die Action beginnen zu lassen. Ab diesem Zeitpunkt ist dann allerdings das Gezeigte auf hohem Niveau.

Technisch gesehen bietet Max Payne schon einges. Aber auch hier sieht man wieder sofort, dass sich der Regisseur auf ein oder zwei Methoden spezialisieren hätte sollen. Man könnte Max Payne ohne weiteres als Misch Masch von Sin City, Crank und Stirb Langsam auffassen, doch leider gelingt es in keinem der drei Fälle auch nur ansatzweise an die Originale anzuknüpfen. Die Schwarzweißtechnik und die Illustren Bilder wirken beim Zuschauer kaum, die Drogengeschichte erzeugt nicht im Ansatz die gleiche Spannung wie in Crank und für einen Stirb Langsam fehlt es Mark Wahlberg (bzw der Figur Max Payne) an Sympathiepunkten. Leider versuchen sich zu viele Filme daran, Kultobjekte zu kopieren und scheitern kläglich daran. Max Payne schließt sich diesem traurigen Trend an. Desweiteren muss man auch mit der Trailerwahl wettern, denn die wenigen (zugegeben sehr guten) Actionszenen wurden zum Teil schon darin gezeigt und bieten damit nicht viel neues.

Max Payne scheitert kläglich an der Adaption eines der besten Actionspiele aller Zeiten. Es scheitert auch an dem Versuch andere, sehr gute Filme nachzuahmen und kränkelt an dem genretypischen schwachen Erzählstil und einer nicht sehr durchdachten Geschichte. Das klingt alles sehr negativ. Wenn man sich aber mit den Problemen angefunden hat, oder man nicht durch das Spiel vorbelastet ist, so könnte sich trotzdem noch ein amüsanter Actionfilm offenbaren. Ein Spiel, was durch Charaktere der extraklasse und gewaltige Schießereien glänzte, verkommt im Film zu einem Standardwerk der Actionriege und wird sicherlich unter Fans böse Worte ernten. Von mir gibts daher auch nur

4 von 10 Schmerzmitteln. Wer die Spiele und den Trailer nicht kennt kann 2 Pkte aufwerten.


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