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American Psycho (2000)

Eine Kritik von
eingetragen am 20.07.2009, seitdem 504 Mal gelesen



Patrick Bateman ist ein oberflächlicher und arroganter Yuppie der als Vice President an der Wall Street arbeitet. Seine Hauptbeschäftigung ist Essen in den angesagtesten Restaurants der Stadt. Das Wichtigste im Leben ist Image. Lästereien über die gleiche Klientel wie er selbst, ist die Priorität innerhalb jeder Kommunikation. Stärke zeigen das Lebenselixier. Nie die Contenance verlieren sein Motto. Probleme gibt es allerdings wenn jemand eine dekadentere Visitenkarte hat als er. Um seinem völlig leeren Leben ein wenig mehr Inhalt zu verleihen, frönt er einem ungewöhnlichen Hobby: Er tötet Menschen.

Christian Bale spielt dieses unglaubliche Arschloch mit einer Vehemenz das einem der kalte Schauer über den Rücken läuft. Er hat einen riesigen Spaß bei all seinen Taten, das man nicht mehr weiß ob das eine Satire oder das Psychogramm eines Wahnsinnigen darstellen soll. Sogar Leichen werden mit Dekadenz entsorgt, benutzt er dafür doch glatt einen Kleidersack von Jean Paul Gaultier.
Die Romanvorlage von Bret Easton Ellis, der als Erstlingswerk die schriftliche Version von "Unter Null" ablieferte, wurde wegen seiner unglaublichen Gewaltbeschreibung auf den Index verbannt. Seit einigen Jahren ist es aber wieder frei erhältlich. Glücklicherweise verzichtet der Film von Mary Harron auf explizite Szenen, wobei dennoch genügend heftigere Eindrücke übrig bleiben. Viele davon spielen sich allerdings im Kopf des Zuschauers statt.

Die Charakterisierung von Bateman ist hervorragend gelungen und absolut durchdacht. Seine Wohnung ist eiskalt, steril und strahlt keinerlei Wärme aus. Nichts lebt hier. Hinzu kommt die fast schon paranoide Penetranz, mit der er auf sein Äußeres achtet. Für alles ist ein Wässerchen oder eine Creme vorhanden. Fantastisch eingefangen ist ein Voice-Over seiner eigenen Beschreibung, während er sich eine Gesichtsmaske abzieht. Untermalt von klassischer Musik die fast immer ertönt, wenn er seine Gedanken zum Besten abgibt. Da der Film in den 80ern spielt ist natürlich jede Menge Musik dieser Dekade enthalten, die auch als Teil der Handlung eingesetzt wird, da er über verschiedene Alben und Lieder doziert. Interessanterweise hört er aber mehr den Mainstream. Angesagte Chartmusik von Phil Collins, Whitney Houston, Huey Lewis und Robert Palmer, die er aber als absolut wertvoll darstellt. In anderen Szenen läuft quasi entgegengesetzt eine Reihe von Independent Bands wie New Order, Book of Love, The Cure und Information Society. Ob dies völlig bewußt war um seinen oberflächlichen Charakter zu unterstreichen, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht habe ich aber auch nur mit meinem persönlichem Geschmack etwas darin gesehen, was gar nicht da ist.


Aber egal, in jedem Fall ist American Psycho ein ungewöhnlicher Film, den man unbedingt gesehen haben sollte.


Falls jemand Interesse daran haben sollte über den Film zu diskuttieren lade ich gerne zu www.filmvisionaere.com ein. 


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