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Zwölf Runden (2009)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 30.05.2009, seitdem 2714 Mal gelesen



Nach Flops und kleineren Projekten sollte sich Renny Harlin mit „12 Rounds“ wieder im heimischen Metier des Actionfilms versuchen, mit John Cena in der Hauptrolle.
Es geht um zwei Gegenspieler. Auf der einen Seite Cop Danny Fisher (John Cena). Ein echter Held der Working Class mit Herz am rechten Fleck und einer liebenden Freundin Molly Porter (Ashley Scott). Die bürstet auch einige Geschlechterklischees gegen den Strich, da sie die Reparaturen im Haus erledigt, zu denen Danny nicht fähig ist. Auf der anderen Seite Miles Jackson (Aidan Gillen), Waffenhändler und kriminelles Mastermind, was er auch gern zu Schau stellt, z.B. bei der Einmischung in ein Schachspiel.
Als Danny und sein Partner Hank (Brian J. White) bei einem FBI-Einsatz aushelfen, welcher der Festnahme Miles’ dient, kann Danny den Verbrecher tatsächlich stellen und festsetzen. Leider rennt dessen Freundin bei der Flucht vor ein Auto und stirbt an den Unfallfolgen. So ist Danny gar nicht erbaut von Miles ein Jahr später angerufen zu werden. Der ist ausgebrochen und will Rache am schuldlos schuldig Gewordenen.

Miles entführt Molly und fordert Danny zu einem Spiel auf: Zwölf Runden lang soll Danny durch New Orleans hetzen und Aufgaben erfüllen – bei Überstehen der Runden gibt es die Holde zurück, andernfalls droht deren Exitus, genauso bei Spielverweigerung…
Was folgt, ist ganz offensichtlich diversen Vorbildern entlehnt, vor allem „Stirb langsam – Jetzt erst recht“ und „Speed“. Bombendrohungen, der Spielcharakter und die Tatsache, dass hinter dem Ganzen natürlich mehr steckt (*SPOILER* In diesem Fall wieder ein Raub *SPOILER ENDE*) sind ersterem entliehen, dem letzteren diverse andere Momente wie ein abstürzender Fahrstuhl, das Love Interest mit Sprenggürtel und eine Busszene, die beinahe schon wie ein direktes Zitat wirkt (der Bus in „Speed“ hatte die Nummer 2525, der in „12 Rounds“ die Nummer 5050). Hinzu kommen ein außer Kontrolle geratenes Cablecar Marke „Metro“ und Inszenierung im Bourne-Stil, wobei der hektische Schnitt hier leider etwas das Vergnügen trübt.
Originell sieht also anders aus, doch Renny Harlin drückt dann lieber ordentlich auf die Tube, um derartige Mankos möglichst zu verschleiern. Tatsächlich hat „12 Rounds“ auch ziemlichen Drive, auch wenn die Wendungen der Geschichte nur teilweise überraschen und einige Dialogpassagen (vor allem zwischen Danny und Hank) schon ziemlich vor Klischees triefen. Dafür ist Molly für Actionverhältnisse ziemlich emanzipiert, kann auch austeilen und einen Hubschrauber fliegen, wenngleich ihre Hauptaufgabe natürlich trotzdem noch darin besteht entführt zu werden.

Zwischendrin fliegen dann die Fetzen, wobei „12 Rounds“ auf eher jugendfreie Action setzt. Meist muss Danny nur Stunts der Marke Abseilen am Gebäude oder Rumklettern im Fahrstuhlschacht erledigen, Konfrontationen gibt es von der kurzen Schießerei am Anfang und der Finalprügelei leider kaum. Miles bleibt Dannys einziger echter Gegner, Helfershelfer zum plattmachen gibt es leider keine – wobei man besser nicht unbedingt hinterfragt, wie er den komplizierten Plan ohne große Hilfe umsetzen konnte. Dafür sind die Stunts und Hetzjagden aufwändig, es gibt formschick so einiges an Blechschäden und Explosionen, wobei der Höhepunkt sich die Szenen mit dem Cablecar ist.
John Cena ist schon etwas ausdrucksstärker als in „The Marine“, ein waschechter Schauspieler ist aber immer noch nicht. Er gibt sich Mühe, vielleicht verbessert er sich ja wie andere Actionstars durch learning by doing, aber hier ist sein Spiel wirklich nur im Bereich von OK. Aidan Gillen ist dagegen ein wirklich gut aufgelegter Bösewicht und spielt den Rest vom Cast öfter an die Wand, Ashley Scott ist ganz solide, ähnlich wie auch Brian J. White, Steve Harris und Gonzalo Menendez als Verstärkung für Cena.

„12 Rounds“ ist kurzweiliges Actionmittelmaß der harmlosen Natur, aber von Renny Harlin hätte man doch etwas mehr erhofft. Der Krawall ist ganz nett, die geklaute Geschichte zügig erzählt und einige nette Referenzen gen Hurricane-Verwüstung eingebaut, aber es hapert an Überraschungen und eigenen Ideen, zumal der hektische Schnitt teilweise leicht nervt.


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