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Black Zombies (1991)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 14.12.2009, seitdem 709 Mal gelesen



Die Rache der schwarzen Sklavenzombies (Zombiesklaven???)

Wenn italienische Exploitationsregisseure ans Ende ihrer Karriere angelangen und insofern Paradebeispiel fĂŒr den Niedergang einer ganzen Schaffensphase werden, dann drehen sie beispielsweise verdammt schĂ€bigen MĂŒll, wĂ€rmen alte Kamellen auf, nur um doch noch irgendwo den letzten Funken aus dem lĂ€ngst erloschenen Feuer rauszuholen.

So auch Umberto Lenzi, seinerzeit, also zum Höhepunkt, also aus Spurenhinterlassender Sicht, oder auch schon dem langsamen Abstieg ins Verderben um die Jahre 1981+, bekannt geworden durch prĂ€gende Genreklassiker wie dem intelligenten und schönen Romantikabenteuer mit Kannibalenanschub Mondo Cannibale (1972) und seinen weiteren, weitaus plakativeren und primitveren Kannibalenschockern Cannibal Ferox (1981) und Lebendig gefressen (1980), liess es sich nicht nehmen, nach seinem ersten Ausflug ins Zombiegenre (Grossangriff der Zombies (1980) ) nach den durchwachsenden Aufleben von zwei ultraschĂ€bigen NachzĂŒglern, beziehungsweise hoffnungslosen NeuaufgĂŒssen namens Zombi 3 (1988) (Lucio Fulci, Bruno Mattei, Claudio Fragasso), der eine recht trashig - wilde Zombiesuppe wurde und dem Disco Zombi 4- After Death (1988) (Claudio Fragasso), der Trash hoch 10 mit Langeweilefaktor 666 war, Ă€hnlich qualitativ mieserables abzuliefern.

Das Ganze nennt sich dann hoffnungsvoll Black Zombies und verschlĂ€gt uns in die exotischen Gegenden nach Brasilien, wo eine Gruppe von 3 jungen Reportern ĂŒber die Evolution des Sambas berichten wollen. Von Anfang an beweist sich die Choose als recht vorhersehbar, die Kosten dieses billig abgefimten Schunds sind ohne weiteres in den ersten Sekunden bemerkbar und auch das GerĂŒst an Plot beweist soviel Klischees und zum Lachen anregende ZufĂ€lle, dass es nur so schmerzt. Denn rein zufĂ€llig, just at this moment, wo die 3 HĂŒbschen in der Rio Sonne am relaxen sind entsteht ein Streit, den Dick, den debilen HalbbrĂŒder Chrissie's veranlĂ€sst mal so in Rio rumzulaufen, hat er doch gar kein Bock mehr auf die anderen 2 Vollidioten, soll heissen, seine Halbschwester und deren Macker Tom.

Rein zufĂ€llig begegnet er Voodoopraktizierenden Kindern, hebt ein Amulett auf und folgt diesen, bis er einem blinden Mann, dem Geblendeten erscheint. Rein zufĂ€llig ist ER auserwĂ€hlt zu einer Zeremonie, wo er auch mit doof - unglĂ€ubigen Blick, nach Trankgenusses, womöglich HĂŒhnerblut, in Trance verfĂ€llt, ohne aber zuvor nicht, das schöne Voodoogetrommel aufgenommen zu haben. Next morning - back to Hotel...warum auch immer, scheint er vergessen zu haben, doch dennoch verĂ€ndert, kommt er mit Ausreden an, er hĂ€tte zuviel getrunken. Zufall Nummer zwei kommt salopp ist das Auto im Arsch. Geisterwerk? Wohl ja, denn die, die es schon bemerkt haben, ist Dick wohl die Brutstation des Bösen, ist er mit einem Fluch belegt, die die Truppe zu einem Anwesen fĂŒhrt, wo vor Jahren schwarze Sklaven erhĂ€ngt wurden. Die jetzigen HaushĂ€lter sind natĂŒrlich Weiße, ihre HaushĂ€lterin farbig, die sie fĂŒr etwas zurĂŒckgeblieben und minderwertig empfinden.

So weit, so rassistisch dieser ganze Quark, dem aber noch eins aufgesetzt wird in folgender Szene. Ich zitiere:

"Glaubst du nicht es war eine Illusion? Niemals wĂŒrden Schwarze zu unserem Anwesen kommen"
"Warum nicht"? Auch nicht, wenn es ein Dieb ist, ein StĂŒckchen Brot will, oder Lebra hat"?

Wo das Ganze hinauslĂ€uft kann man sich aufgrund des Filmtitels vielleicht schon denken, verbindet Lenzi hier doch die alte Thematik der Zombies um versklavte Farbige (White Zombie 1932) mit neumodischer Schlachterzombies a la Dawn (1978) um das Alles noch mit reichlich Voodoothematik aus Fulcis beklemmenden Inselzombiereisser Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies (1979) zu wĂŒrzen. Wer glaubt daraus kĂ€me ein hochinnovativer Zombieklopper, irrt sich, denn vorzuweisen hat dieser Billigquark ausser viel zu dunkel gefilmten Nachtszenen und lĂ€cherlichen Darstellern nicht viel, ausser eben der Tatsache, dass man sich aufgrund der billigen Inszenierung, vorausgesetzt man steht auf Trash, dennoch unterhalten kann.

Denn viel los ist hier freilich nicht, auch wenn da dann und wann die lackenbedeckten Zombies, reichlich mit Eiter, Kleister und Dreck bedeckt mit viel Gerassel ĂŒbers dunkle Anwesen und durch Scheunen laufen. Am atmosphĂ€rischsten ist da beiweitem immer noch die Erweckungsszenerie, als Debilodick die Toten auf dem alten & verlassenen Friedhof erweckt. Reichlich Nebelgeschwader und PlastikknochenhĂ€ndchen, die sich aus der lockeren Friedhofserde mitsamt spĂ€rlichen Kreuzen emporragen, sind da mitunter recht frohlocket anzusehen, es sei denn, man steht auf solch Pseudogrusel a la Nacht der reitenden Leichen. Die paar Rachezombies, 6 an der Zahl, machen sich auf die Truppe, oh sind sogar auch 6 zu lĂŒnschen (so ein Zahlenspiel hatten wir doch schonmal in Lenzis Gates of Hell -1987 mit den 7 Ketzer, hehe), wobei dann denoch recht behĂ€bige Action aufzuweisen ist.

Recht effektreich wird dann ein Augen ausgestochen, geĂ€xelt, in Köpfe gemessert und aufgehangen. Recht explizit ist das nie, verwundert aber schon, lief dieser Streifen doch tatsĂ€chlich mal Uncut auf ZDF vor geraumer Zeit (vor 10 Jahren) um nun jetzt, vollkommen bescheuerterweise mal ebenso indiziert zu werden (warum auch immer). Aber auch ohnehin, fernab der Indizierung wird mans schwer haben, den Film zu bekommen, gibts doch freilich nur ein Bootleg aus der Schweiz und ein Bootlegtape, dazu geschnitten aus D-Land. Jetzt, sei nur noch die Frage, wer sich dafĂŒr ĂŒberhaupt interessiert, ausser dem beinharten Lenzi - Komplettisten oder masorisischem Trashfanatiker?

Also wie schon gesehen, recht öde, unspektakulĂ€r und innovationslos das Alles, doch wer anspruchslos ein wenig Zombieaction der alten Schule, reichlich dummes Rumgeglotze der Darsteller und LogiklĂŒcken in typischen Italoreissern liebt, sollte zugreifen, erlebt man hier zeitweise recht unterhaltsame AnschĂŒbe von AtmosphĂ€re, erheiternd auf unfreiwillig komischer Basis ist das ohnehin. Der Ideenklau wird aber erst dann perfekt, wenn das Finale a la Woodoo / Zombi 2 mit reichlich Molotovcocktails ihren Höhepunkt findet.

Fazit:
SpĂ€ter ItalozombiemĂŒll ohne jede erkennbare QualitĂ€t. Nur fĂŒr Komplettisten interessant und fĂŒr Trashliebhaber und Fan schundiger Zombiereisser Pflicht. Der Rest kann getrost die Finger davon lassen.

50%

AtmosphÀre: 52%
Gore: 45%
Schmunzelfaktor in Einklang mit KopfschĂŒtteln und gelangweiltem Blick: 53%

Vergleiche:
Zombi 2
Zombie 3
After Death


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