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Chihiros Reise ins Zauberland (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 07.06.2006, seitdem 756 Mal gelesen



Phantasie pur erwartet einen bei diesem weiteren Hit von Hayao Myazaki, der in den letzten Jahren schon mehr als ein, zwei Knaller auf die Welt der Otakus losgelassen hatte, und dabei sicher mehr erntete, als er erwartete – nämlich internationalen Supererfolg und sogar eine Oscar-Auszeichnung in Hollywood (was mich persönlich allerdings wenig interessiert). Nicht wie zum Beispiel das epische Meisterwerk „Prinzessin Mononoke“ ist „Chihiros Reise ins Zauberland“ gänzlich auch für kleinste Zuschauer ausgelegt, und Eltern, das eine sage ich euch: damit könnt ihr bei euren Dreikäsehochs keine Fehler machen!

Die japanische Variante von „Alice im Wunderland“ lässt besagtes Vorbild fast schon alt aussehen und entpuppt sich schon nach den ersten Minuten als ein pures Feuerwerk der Phantasie. Auch wenn die Handlung sehr simpel gestrickt ist (ein kleines Mädchen verirrt sich mit ihren Eltern durch einen Tunnel in eine Phantasiewelt, in der ihre Eltern quasi verloren gehen (sie werden zu Schweinen), und sie es sich zur Aufgabe macht, diese zu retten, indem sie die Welt erkundet), entfaltet sich der Film schnell in ein vor Ideen und Einfällen nur so strotzendes Abenteuer, das ganz bestimmt nicht auf eine konventionelle Art und Weise daherkommt! Der Hauptteil spielt sich nämlich in einer riesigen Badeanstalt ab, einem Gewerbe, das von einer allmächtigen Hexe (im Deutschen gesprochen von Nina Hagen – wie prädestiniert) kontrolliert und ausschließlich von kuriosen Fabelwesen bevölkert wird (sieht man mal von sehr „menschlichen“ Göttern ab). Dort wie auch sonst überall lautet die Devise Arbeiten, sonst endet man als geistloses (Nutz-)Tier. Chihiros Bemühungen verschaffen ihr, obwohl sie als Eindringling gesehen wird, einen Job und mit Hilfe des Magiers Taku (gesprochen übrigens von Tim „GZSZ“ Sander, der allerdings einen guten Job macht) macht sie sich auf die Suche nach einer Lösung ihres Problems...

Letztlich ist hier – wie für Animes eben typisch – mal wieder rein gar nichts konventionell. Westlicher Zeichenstil und Realitätsbezüge sind nichts als ein Häufchen Elend und die Optik bedarf eines an japanische Verhältnisse gewöhntes Auge. Dennoch ist der Film sehr leicht verständlich und trotz vieler sehr ungewöhnlicher Charaktere und Stilelemente geht auch für die Kleinsten Zuschauer alles ganz easy von der Hand. Gewalt wurde hier so ziemlich gänzlich eingespart und durch andere Stilelemente ersetzt, die – wie alles andere auch noch so kleinste Teilchen des Animes – einer übergenialen Phantasie entspringen; beziehungsweise Köpfen, die sich wirklich verdammt gut in Kinder hineinversetzen können. Zeichnungen und Soundtrack sind wie für Myazaki-Verhältnisse üblich auf höchstem Niveau und verdeutlichen das hohe Bugdet, das auch für diesen Film zur Verfügung stand. Die knallbunte Welt voller Fabelwesen und prächtiger Umgebungen punktet auch auf der atmosphärischen Seite und spätestens während Chihiros Zugfahrt auf dem Meer sind sich alle Zuschauer einig: der Film ist Magie pur. Trotz der hohen Laufzeit ist zwei Stunden lang ausschließlich Kurzweil angesagt und keiner braucht Angst zu haben, bei 120 Minuten kindgerechter Filmkunst plötzlich wegzupennen. Keine Angst übrigens auch vor der deutschen Syynchro: neben den bekannten Stars, die sich als Sprecher ein Stelldichein geben, leisten auch alle anderen deutlich hörbar ihr Bestes! Auch OmU-Fanatiker (wie ich) dürfen dem gerne ihre Aufmerksamkeit gönnen.

Der internationale Bekanntheitsgrad von „Chihiro“ spricht eigentlich schon Bände und kommt sicher nicht von Ungefähr. Muss man auf jeden Fall gesehen haben, auch wenn man sich das Anime-Gucken irgendwann in den Mittneunzigern schon wieder abgewöhnt hatte – oder meinte, es sich abgewöhnt zu haben.


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