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Shadow und der Fluch des Khan (1994)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 11.07.2002, seitdem 1136 Mal gelesen



Es war ein Risiko, diesen Film überhaupt zu drehen, denn das dürfte eine der unnötigsten Comic- bzw. Serial- oder Radioshow-Verfilmungen allerzeiten sein. Wer kennt denn in den 90ern schon noch "The Shadow", von dem ich selbst nur rudimentäre Kenntnisse hatte. Dick Tracy lief ja noch bis in die 50er, aber "The Shadow"?

An der Kinokasse lief es dann auch nicht gerade so rund, aber dennoch ist dabei ein poppiger Comic-Streifen geworden, in dem sich Russell Mulcahy optisch mal wieder so richtig austoben darf.
Die Story ist dabei nur Grundgerüst für bekannte Vorbilder und opulente Optik. Der böse Opiumdealer wird auserwählt und umgeschult, bis er als "The Shadow" seine Verbrechen wieder abbüßen kann. Das Gute an diesem Streifen ist, daß wir nicht ständig Vergleiche zu uns bekannten Comics anstellen können, weil wir sie nicht kennen. Also kommen sie als Überraschungen.

"Shadow" kann ergo die Gedanken der Menschen beeinflußen, sie verschleiern, sich bis auf seinen Schatten unsichtbar machen und kämpft für das Gute. Bis der böse Khan, gespielt vom letzten Kaiser John Lone, gegen ihn antritt, denn der hat es auch drauf. Natürlich weiß niemand von der Tarnexistenz, bis auf Peter Boyle, der hilfreich Taxi fährt. Und ein Woman Interest ist auch noch da, Penelope Ann Miller, kann sogar Gedanken auffangen, das gibt Konfliktpotential. Passend, daß gerade ihr Vater eine Atombombe bastelt und Tim Curry als Assi ein (surprise!) skrupelloser Schweinigel ist.

Es ist kein intellektuelles Entertainment, aber die Dialoge sind brauchbar und das Budget hat man in ein halb künstliches New York der 30er Jahre gepustet, das dann auch dementsprechend beeindruckend aussieht als PC-Creation oder charmante Hintergrundmalerei. Die nötige Prise Humor und Ironie sind dabei und da fällt auch kaum auf, daß sich The Shadow aus "Stingray", "Batman" und "Dick Tracy" zusammenstückelt. Zwischendurch immer wieder Action und optische Effekte, die brauchbar rüberkommen.
Die Tricks sind dabei manchmal so einfach wie leichtfüßig, wenn stets ein Schatten über Baldwins Gesicht fällt, wenn er seine Kräfte einsetzt, der nur seine Augen im Licht läßt oder er im Scheinwerferkegel als Schatten angreift.

Baldwin ist tatsächlich mal halbwegs sympathisch, auch wenn wie immer der menschliche Draht zum Publikum fehlt. Miller ist okay und Lone gibt sich jede Mühe, doch auf schauspielerische Qualitäten kommt es hier nicht an. Boyle spult seinen Part mühelos ab, Curry ist eben Curry, nur Ian McKellen ist als Millers Daddy komplett verschwendet, ist er doch entweder schusselig oder unter hypnotischem Einfluß.

Leider gerät der Showdown etwas undurchsichtig, aber trotzdem bleibt meine Empfehlung als nostalgisch verklärte Fantasy-Crime-Geschichte, die so düster und doch so luftig-leicht daherkommt, daß alle Generationen einen munteren Abend damit verbringen können.
Nur, warum man den unbedingt drehen mußte, das frage ich mich auch weiterhin. (7/10)


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