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Shadow und der Fluch des Khan (1994)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 17.01.2011, seitdem 444 Mal gelesen



Walter B. Gibson erfand den Superhelden "The Shadow", welcher erst als Serie im Radio lief und später auch als Comic. Nun lag es an David Koepp (Jurassic Park, Mission: Impossible) daraus eine ansprechende Story zu kreieren, was ihm hier nur bedingt gelungen ist. Schließlich musste der Australier Russell Mulcahy (Highlander, Ricochet - Der Aufprall) den Karren aus dem Dreck zu holen. Mulcahy war optisch schon immer sehr kreativ, was besonders bei diesem Werk zu Geltung kommt. Erstaunlicherweise war das Budget mit 45 Millionen Dollar recht hoch und eigentlich sollte Sam Raimi die Regie übernehmen. Aber der schwarze Peter liegt nun mal bei Koepp, der sich auch sehr wage an die Vorlagen hält.

Einst war Lamont Cranston (Alec Baldwin) ein skrupelloser Drogenschmuggler, jetzt kämpft er in New York als "Shadow" gegen das Verbrechen. Er hat die speziellen Fähigkeiten sich unsichtbar zu machen und auch die Gedanken von Menschen zu beeinflussen. Doch dies nützt ihm gegen seinen neuesten Gegner nicht sehr viel. Shiwan Khan (John Lone) ist der letzte Nachfahre des Dschingis Khan, mit einer selbstgebastelten Atombombe plant er die ganze Stadt zu vernichten. Dazu braucht er jedoch die Hilfe des Wissenschaftlers Reinhardt Lane (Ian McKellen), dessen hübsche Tochter Margo (Penelope Ann Miller) sich in Lamont verliebt. Zusammen versuchen sie Shiwan aufzuhalten.

Hier stellten solche Superhelden Filme noch eine erfrischende Abwechslung da, während wir nach Raimis "Spiderman" damit überhäuft wurden. doch leider fällt es einem schon schwer den Bezug zu Lamont Cranston herzustellen, gerade weil er zu oberflächlich bleibt. Als kompromissloser Drogenschmuggler bekommen wir ihn kurz zu sehen, aber es hätte auch interessiert wie er zu "Shadow" wurde. Doch stattdessen macht der Film einen großen Zeitsprung und Lamont ist plötzlich Millionär und trifft sich gerne abends mit dem Polizeichef zum Essen, welcher auch sein Onkel ist. So bleibt gerade der titelgebende Held ein Fragezeichen, auch storytechnisch vermag "Shadow und der Fluch der Khan" nicht viel zu bieten. Eigentlich nichts weiter als ein trivialer Gut gegen Böse Kampf, der völlig ohne Überraschungen auskommt. Immerhin bekommt Lamont mit Shiwan Khan einen ebenbürtigen Gegner gestellt, der auch die Gedanken anderer Menschen lenken kann. Schon kurz nach seiner Auferstehung lässt er einen Wächter Selbstmord begehen und Leute die ihn beleidigen springen plötzlich von hohen Gebäuden in die Tiefe. Doch woher kommen so urplötzlich seine mongolischen Soldaten? Man hat manchmal das Gefühl, Koepp war hier nicht so richtig bei der Sache. Das Geschehen macht als kleine Sprünge, die einem erst später auffallen. Leider verschenkt man auch an die Lovestory zwischen Lamont und Margo zuviel Screentime, worunter besonders die Action zu leiden hat.

Davon gibt es hier viel zu wenig, es darf lediglich ein bisschen gekämpft und geschossen werden, wobei der Höhepunkt wohl der Kampf in Reinhardts Labor ist. "Shadow" schlägt seine Gegner gerne aus dem Hinterhalt nieder, richtige Zweikämpfe hat er kaum zu bestehen, desweiteren ist er mit zwei Schusswaffen ausgerüstet mit denen er beidhändig ballernd seine Gegner zur Strecke bringt. Die wenigen Konfrontationen sind ansprechend in Szene gesetzt, bieten auch kleinere Härten, aber hauen nicht vom Hocker. Gerade vom Finale erhofft man sich ein wenig mehr. Doch was hier richtig gefällt ist die Optik und der sparsame Einsatz von fantastischen Elementen. Wir befinden uns hier in den 30er Jahren und man fühlt sich sofort in diese Zeit zurückversetzt. Der Nostalgiker wird sich hier sehr wohlfühlen, denn die Kulissen sind mit Liebe zum Detail entworfen. Auch die Effekte sind für die damalige Zeit sehr hochwertig, zusammen ergibt sich ein opulenter und oft beeindruckender Look, grandios unterstützt von Jerry Goldsmith dessen musikalische Untermalung wieder eine Wucht ist. Zudem darf man sich auf eine prominente Besetzung freuen, Alec Baldwin (Mississippi Delta, Miami Blues) gibt einen brauchbaren Helden ab, Penelope Ann Miller (Das Relikt, Kindergarten Cop) ist eine Augenweide und John Lone (War, Hunted - Der Gejagte) hat seine Rolle als Shiwan Khan auch gut im Griff. In Nebenrollen agieren Peter Boyle, Tim Curry und Ian McKellen.

"Shadow und der Fluch der Khan" punktet durch eine gute Besetzung und seine kreative und genauso beeindruckende Optik. Dafür mangelt es dem trivialen Geschehen zwischendurch an Tempo, besonders die Hauptfiguren bleiben zu oberflächlich. Mahr Action hätte auch nicht geschadet, wobei Mulcahy den hohen Unterhaltungswert in trockene Tücher bringt. Es reicht ganz knapp zu 7 Punkten.


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