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G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra (2009)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 13.08.2009, seitdem 676 Mal gelesen



Unter der Leitung von General Hawk, gespielt von Dennis Quaid, sichert die Spezialeinheit G.I. Joe den Weltfrieden, der jedoch erheblich bedroht wird, als sie es mit der Organisation Cobra zu tun bekommen, die nun ├╝ber eine neue, extrem gef├Ąhrliche Technologie verf├╝gen.

Im Grunde sind mittlerweile beinahe alle bekannten Comic-Reihen filmisch verwendet worden oder rechtlich bereits im Besitz diverser Studios und erreichten derartige kommerzielle Erfolge, dass, nachdem diese Weide allm├Ąhlich abgegrast zu sein schien, mit "Transformers" schlie├člich eine Spielzeugfranchise verfilmt wurde, die ├╝ber 700 Millionen Dollar in die weltweiten Kinokassen sp├╝lte. Die logische Konsequenz sind weitere Spielzeugverfilmungen und neben dem sogar noch erfolgreicheren "Transformers"-Sequel findet mit "G.I. Joe" nun ein weiterer Genrevertreter den Weg in die internationalen Lichtspielh├Ąuser, der nach den Entt├Ąuschungen "Terminator 4" und "X-Men Origins: Wolverine" noch einer der besseren Blockbuster des Jahres ist.

Zwar sind die Effekte dabei nicht so stark gelungen, wie man es angesichts des Monster-Budgets von 175 Millionen Dollar durchaus h├Ątte erwarten k├Ânnen, so sieht man bei den startenden Flugzeugen, den zahlreichen Gef├Ąhrten zu Wasser und auch beim einen oder anderen Schusswechsel sehr deutlich, dass die CGI-Effekte komplett am Computer entstanden sind und teilweise mutet das Geschehen auch ein wenig wie ein Computerspiel an. Aber die Qualit├Ąt der Effekte kompensiert Stephen Sommers im Grunde g├Ąnzlich durch eine enorm versierte Inszenierung, so sind die zahlreichen Action-Szenen enorm dynamisch, aber trotz des rasanten Schnitts meist recht ├╝berschaubar in Szene gesetzt, womit sie auf ganzer Linie zu ├╝berzeugen wissen. Weitere Schauwerte, etwa die zahlreichen, abwechslungsreichen Kulissen vom Nordpol, der Sahara und Paris, die mit rasanten Kamerafahrten sehr versiert in Szene gesetzt werden, das futuristische Design, das visuell von Anfang an enorm viel hermacht sowie die leicht bekleideten Darstellerinnen komplettieren den optisch sehr gelungenen Eindruck. Dar├╝ber hinaus geizt Sommers, der hier unterm Strich dennoch nicht an seine beiden Vorzeige-Blockbuster "Die Mumie" und "Die Mumie kehrt zur├╝ck" ankn├╝pfen kann, nicht mit Action-Sequenzen, stattdessen dosiert er diese derart hoch, dass trotz zahlreicher Schwachstellen im Grunde keine L├Ąngen aufkommen.

So ist "G.I. Joe" im Endeffekt eine 107-min├╝tige Achterbahnfahrt, die dem Zuschauer kaum eine Verschnaufpause g├Ânnt und f├╝r Genre-Fans alles bietet, was man sich so w├╝nschen kann. Vor allem zum Ende hin beschleunigt Sommers das Tempo dabei immer weiter, sodass die konsequent umgesetzte Materialschlacht, der man ihre Spielzeugherkunft durchaus ansieht, bis hin zum etwas ungl├╝cklichen Abgang gut unterh├Ąlt. Dabei beschleunigt der stimmig gew├Ąhlte Score von Alan Silvestri das Tempo immer mal wieder noch ein wenig und gibt dem Geschehen einen soliden, wenn auch nicht allzu auff├Ąlligen akustischen Rahmen.

Und man kann durchaus froh dar├╝ber sein, dass sich Sommer keine Verschnaufpause g├Ânnt, denn so f├Ąllt die Story kaum weiter ins Gewicht. Das Vehikel, das aus einem vollkommen kalkulierbaren und wirklich unglaublich flachen Plot besteht, neben dem selbst vergleichbare Blockbuster intelligent daherkommen sowie einer unglaublich flachen Charakterkonstruktion, die im Grunde nur aus ein paar enorm kurzen R├╝ckblenden besteht, ist derart schwach, dass man gelegentlich laut aufschreien m├Âchte. Aber - wie gesagt - es gibt kaum L├Ąngen, in denen dies ins Gewicht f├Ąllt, zumal der Film gl├╝cklicherweise kaum versucht, r├╝hrseligen Kitsch oder oberfl├Ąchliche Emotionen ins Geschehen zu bringen, man bem├╝ht sich erst gar nicht darum, Dramatik zu erzeugen und das ist in diesem Fall auch gut so.

Wesentlich ├Ąrgerlicher ist da Hauptdarsteller Channing Tatum, der den Sprung ├╝ber das Mittelma├č hinaus, der durchaus h├Ątte gl├╝cken k├Ânnen, verhindert. Todernst, komplett humor- und emotionslos, mit maskenhafter Mimik und h├Âlzernem Spiel, zeigt er sich hier ├Ąhnlich schwach wie Seagal oder Schwarzenegger in ihren schlechtesten Rollen und ist zu allem ├ťberfluss auch noch hundsmiserabel synchronisiert. Gerade bei "Transformers" und "Transformers 2" hat man gesehen, wie wichtig ein spielfreudiger, f├Ąhiger und sympathischer Hauptdarsteller ist, den man in Shia LaBeauf durchaus hatte, und hier fehlt der sympathische Held und wird recht schmerzlich vermisst. Die Nebendarsteller k├Ânnen diesen Makel nur teilweise kompensieren, machen aber weitestgehend das Beste aus ihren Rollen und flachen Charakteren, so bringt wenigstens Marlon Wayans die n├Âtige Sympathie f├╝r seine Rolle mit und sorgt gelegentlich mal f├╝r ein paar lockere, humoristische Einlagen, w├Ąhrend Sienna Miller ihre Rolle souver├Ąn meistert und Dennis Quaid mit einer routinierten Leistung ebenfalls keinerlei Grund zur Beschwerde l├Ąsst.

Fazit:
Die Story unterbietet fast alles von dem, was man aus Hollywoods Blockbuster-Schmieden bisher so serviert bekommen hat und auch der miserable Channing Tatum ist sicherlich ein ├ärgernis, aber diese Fehler fallen kaum ins Gewicht. Denn "G.I. Joe" ist im Grunde nichts Weiteres als eine Achterbahnfahrt, eine reine Zerst├Ârungsorgie mit Action nonstop, die von Sommers ├╝beraus gelungen inszeniert ist, auch wenn die Effekte hier und da nicht so ganz ├╝berzeugen. Und f├╝r Fans des Genres, zu denen ich mich z├Ąhle, ist dies damit allemal eine klare Empfehlung; alle anderen sollten zweimal ├╝berlegen, ob sie den Kinobesuch wagen.

70%


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