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G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra (2009)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 15.09.2009, seitdem 1756 Mal gelesen



Hasbro-Blockbuster 2009, die Zweite: Nach „Transformers 2“ durfte mit „G.I. Joe“ gleich die nächste Spielzeugreihe über die Kinoleinwände toben.
Mehr noch als in Bays „Transformers“-Filmen darf hier der Soldat als Ideal für alle Kinozuschauer im Alter von 12 Jahren herhalten, hier repräsentiert durch Conrad ’Duke’ Hauser (Channing Tatum). Als Comedic Sidekick kriegt er einen Schwarzen, in diesem Falle Wallace ’Ripcord’ Weems (Marlon Wayans) und natürlich ist er ein ganz schön tougher Typ, der sich trotz unterlegener Waffentechnik bei einem Überfall auf seinen Convoy tapfer schlägt. Doch trotz dieser Soldaten-Glorifizierung kommt das alles mit erfreulich gedämpften Hurra-Patriotismus aus, was man gerade bei einer „G.I. Joe“-Verfilmung nicht erwartet hätte.
Denn die titelgebende Spezialeinheit, die Duke und Ripcord im Feuergefecht den Hintern rettet, besteht nicht nur aus Amerikanern, sondern operiert international. Chef der Truppe ist Clayton ’Hawk’ Abernathy (Dennis Quaid), hinzu kommt handelsübliches Inventar wie der massive Waffenspezialist Hershel ’Heavy Duty’ Dalton (Adewale Akinnuoye-Agbaje), der Martial Arts Experte Snake Eyes (Ray Park) und das Killerbabe Shana ’Scarlett’ O’Hara (Rachel Nichols). Wobei die genauen Fähigkeiten fast egal sind, quasi jeder kann super kämpfen und super schießen, allein der schweigsame Snake Eyes bekommt eine Hintergrundgeschichte verpasst – und Duke als Held hat natürlich auch eine.

Darin involviert ist auch Anastasia DeCobray (Sienna Miller) alias Baroness, die auf Seite der Bösen kämpft und ein neues Waffensystem klauen will. Duke und Ripcord werden von G.I. Joe rekrutiert, um das System gegen die Fieslingsorganisation zu verteidigen...
„G.I. Joe“ lässt sich am ehesten als comichaftes Militaristengegenstück zu James Bond verstehen, denn trotz Teamarbeit und wesentlich weniger elegantem Vorgehen erinnert der Film mit seiner SPECTRE-ähnlichen Schurkenorganisation Cobra, seinen Superbösewichten, Superwaffen und zahlreichen Schauplatzwechseln an die Abenteuer der Doppelnull. Freilich mit weniger ironischem Witz, hier wird eher simpel gealbert, aber doch nicht so arg, wie man vermuten könnte, selbst die Tollpatschigkeit und die dummen Sprüche von Ripcord fallen da weniger arg aus als erwartet, wenngleich das Ganze von echten Brüllern noch entfernt ist.

Substanz erwartet man von der Hatz auf die Superwaffe lieber nicht, denn in der Melange aus bekannten Versatzstücken ist so einiges extrem vorhersehbar, z.B. was wohl mit dem Bruder von Baroness dereinst passiert ist und wie er wohl wieder aufkreuzt. Zwischendrin sterben mal ein paar Nebenfiguren und ein paar Schurken, so wirklich wichtige Charaktere sind aber vor dem Ableben gefeit und auch die sich entwickelnden Lovestorys, eine für Duke, eine für Ripcord sind kaum dazu geeignet echtes Zuschauerinteresse zu generieren.
Im Gegensatz zu Stephen Sommers’ „Van Helsing“ allerdings besitzt „G.I. Joe“ klar mehr Drive und wirkt weniger überfrachtet, so atemlos die Hatz auf die Superwaffe auch daherkommt. Da zeigt Sommers fast schon bemerkenswertes Desinteresse an den zig Unschuldigen, die auf der Strecke bleiben, gerade wenn in Paris eine Superwaffe freigesetzt wird, frei nach dem Motto: Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne. Die Ironie macht das Ganze allerdings goutierbar, ebenso die Fightszene zweier sich bis auf Blut bekämpfender Kiddies in einer Rückblende. Hier geht es um audiovisuelle Überwältigung, am besten für den 12jährigen Zuschauer, und tatsächlich hat „G.I. Joe“ da ein paar gelungene Momente im Gepäck: Gerade die Unterwasserstation der Fieslinge ist mit Liebe zum Detail designt und bietet das erwünschte eye candy.

Primär versteht sich „G.I. Joe“ dann als Actionfilm und da bietet sich dann leider ein durchwachsenes Bild. In den Martial Arts Szenen kann man nicht meckern, die sind wunderbar choreographiert und nicht so hektisch geschnitten wie die meisten Konkurrenzprodukte, aber die Nahkampfszenen sind von geringer Zahl. Ansonsten wird emsig geballert, verfolgt und gesprengt, alles mit Unterstützung von Kollege Computer und das mit unterschiedlich guten Resultaten. Die Indoor-Schlachten sind durchweg schick, nett das „Krieg der Sterne“-ähnliche Finale, mit Unterwasserbasis statt Todesstern und U-Booten statt Raumgleitern, versaubeutelt hingegen die Verfolgungsjagd durch Paris. Die meisten Leute und Vehikel sind ganz offensichtlich animiert worden und qualitativ schlecht in die Straßenszene einkopiert worden, zumal jeder Fitzel am PC erstellt wurde, selbst simple Motorradsprünge, anstatt sie zumindest real zu drehen und dann einzukopieren. Das ist die Art von CGI-Action, die man nicht sehen will, und gerade Michael Bays „Transformers“-Filme haben ja gezeigt, wie man Animiertes und Live Action wunderbar verbinden kann.
Bei soviel Bombast bleibt die Besetzung austauschbar, so ordentlich sich Leute wie Channing Tatum, Sienna Miller und Joseph Gordon-Levitt auch anstrengen. Erfreulich zurückgenommen (zumindest im Vergleich zu seinen Komödien) kommt Marlon Wayans daher, auch wenn er wohl auch nicht zu mehr als zum Sidekick taugt. Einzig und allein Dennis Quaid als markiger Teamchef sowie Christopher Eccleston als sinistrer Waffenfabrikant können da noch ein paar Akzente setzen, aber auch sie stechen kaum zwischen Action und Animationen heraus.

Für 12jährige ist „G.I. Joe“ vermutlich der helle Wahnsinn, der etwas ältere Zuschauer stößt sich dann allerdings an der Übermenge von CGI-Action, die nicht immer gut getrickst ist und auch nicht in der Menge hätte sein müssen. Sommers’ Film ist einigermaßen kurzweilig, hat einige schöne Shots und gibt sich erfreulich ironisch, aber wirklich packend ist er nicht. Da hat „Transformers“ immer noch die Nase vorn.


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