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G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra (2009)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 04.04.2013, seitdem 425 Mal gelesen



Pünktlich zum verschobenen Kino-Start  von "G.I. Joe - Die Abrechnung" dachte ich mir, es wäre doch mal an der Zeit, mir den ersten Teil anzusehen. Irgendwie ist dieser Film immer an mir vorbeigerutscht, obwohl ich in meinen Jugendjahren stundenlang dieses Spiel mit einem Sandkastenfreund zockte. Ich persönlich stufe den Namen "G.I. Joe" eher in die C64-Abteilung ein und wusste eine zeitlang gar nicht, dass es dazu sogar Action-Figuren von Hasbro gab.

Ich stieg ungefähr mit den Erwartungshaltungen von "Transformers I" (der mich sehr positiv überrascht hat) ein, um nach dem Abspann zu sagen: Der Blockbuster, der "Geheimauftrag Cobra" gerne sein möchte - ist er leider nicht.

Viele bzw. alle Elemente des stupiden Popcornkinos (das man ja auch ab und zu braucht) sind vorhanden, aber in vielen Segmenten wirkt das grausam umgesetzt und nicht zu Ende gedacht.

Beim Intro schnalzte ich noch mit der Zunge. Das ist ein wirklich perfekter Einstieg in eine knapp hundert Minuten lange Hirn-aus-Phase. Die komplette Einheit Marines um die Elite-Soldaten Duke (Channing Tatum) und Ripcord (Marlon Wayans) werden beim Transport von futuristischen Atomsprengköpfen von der Terroristenorganisation Cobra zerlegt. Lediglich die beiden Buddies überleben das Massaker dank des Eingriffs der geheimen G.I.Joe´s, die unter der Führung von General Hawk (Dennis Quaid) auf der ganzen Welt für Recht und Ordnung sorgen.

So weit so gut. Doch danach begibt sich der Film auf eine Achterbahn von Qualitätsschwankungen. Das reicht von sehr gut bis sau dumm und peinlich umgesetzt aus.
Duke und Ripcord werden also in die Welt der Joe´s eingeführt und bekommen im Schnelldurchlauf erklärt, dass diese internationale Spezialeinheit für die Öffentlichkeit nicht existiert und nur die Besten der Besten dieser Einheit angehören.
Hört sich nicht verkehrt an. Doch einen Wimpernschlag später folgt der erste fatale Filmfehler, der mich richtig angepisst hat. The Baroness (Sienna Miller) und der Ninja Storm Shadow (Leebyeong-heon) stürmen mit ein paar namenlosen Handlangern die Hauptzentrale der Guten, und machen so ziemlich alles und jeden platt, was ihnen vor die Latz läuft - inklusive dem Klau des Koffers der Atombomben. Bitte? Wie war das nochmal fünf Minuten früher? Quaid sabbelt hier was von den ultrabegabtesten Soldaten und einen Augenblick später stirbt ca. ein Drittel der Anwesenden Elite. Das wirkt so dilettantisch auf mich, dass ich mir sage: Ach komm, die wahre Elite hat scheinbar Nachtschicht, hier werden lediglich die Reinigungskräfte erledigt, die zur falschen Zeit gerade den Boden wischen.

Ein weiterer Punkt, der mich extrem gestört hat, ist der ständige Wechsel von Supermensch zu Otto Normalverbraucher und umgekehrt. Beispielsweise bekommen die "Noobs" (Duke und Ripcord) millionenschwere High-Tech-Anzüge verpasst, und legen bei der Verfolgung der Bösen  in übelster Spiderman-Manier Paris in Schutt und Asche. Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn der Rest von den namhaften G.I. Joe´s nicht mit einem 75 PS starken alten, verrosteten Opel Combo hinterhergurken würden.
Desweiteren, was auch unter diesen Punkt passt, ist, dass an vielen Stellen das HighTech-Equipment benutzt wird, während in anderen Passagen  sowohl die gute als auch die böse Seite  dumm gegen die Wand läuft und die Intelligenz und Waffenausrüstung von Steinzeitmenschen mitbringt. Für was ist denn jetzt die Ausrüstung da? Für als Sonntags-Feinweggeh-Anzug in die Kirche oder  doch vielleicht für ein Kampfgefecht, das man gegen mächtige Gegner gewinnen will?
Da kann ich mein Hirn noch so auf den Stand-By-Modus schalten - nein, so billig geht das nicht.

Ein weiterer Punkt, der mich auch genervt hat, waren die künstlichen Locations. So kann man durchaus bestätigen, dass die Anfangsschlacht im Wald und die Sightseeing-Tour durch Paris zum Besten gehören, was einen Blockbuster ausmacht. Doch in vielen Passagen hab ich mich gefragt, ob ich mir hier eine schäbige Abklatsch-Version von "Wing Commander" made by Great Movies anschaue. Nicht, dass die Locations scheiße aussehen, aber man merkt eben, dass vieles aus dem PC stammt und die Darsteller wohl die meiste Zeit vor der Blue-Screen-Leinwand rumhopsen, anstatt sich in richtig zusammengeknaubten Kulissen zu bewegen. Meinen Geschmack hat es nicht getroffen.

Diese drei Punkte drücken die Bewertung (als Blockbuster gesehen) eigentlich so weit in den Keller, dass  keine Rettung mehr in Sicht war. Und bis hierhin habe ich nichtmals ein böses Wort über die kitschigen Charakter verloren. Ansonsten stören mich gewisse Klischees nicht. Nichtsdestotrotz fühlen sich manche so plump an (Bruder/Schwester-Battle bzw. das Geheimnis um die beiden), dass ich gerne laut schreien möchte. Es hat eigentlich nur noch gefehlt, dass der stumme Krieger am Schluss dann doch noch Wörter über die Lippen bekommen hätte: "Nach hause telefonieren" oder so etwas in diese Richtung hätte voll in diese Struktur gepasst.


Aber dennoch, dank der schönen Rückblenden und vorallem mit dem Charakter Storm Shadow (der weiße, böse Ninja) kann der Film punkten. Und dass er actionmäßig alle Geschütze auffährt, was die Technik heutzutage so hergibt, kann man den Film auch nicht absprechen. Über eine gut dosierte Portion Ironie und Wortwitz kann man sich ebenso nicht beschweren, auch wenn manche Witze schon auf unterirdischen American-Pie-Niveau rumgurken. Nix gegen diesen Humor, aber hier wirkt er so platt wie die vier Räder des Opel Combo.

Persönlich habe ich mir mehr Charaktere aus dem G.I.Joe Universum erhofft, was nicht im Ansatz erfüllt wurde.  Mal schauen, was mich im zweiten Teil diesbezüglich erwartet.



Wie gesagt, am besten ist folgende Methode: Hirn ausschalten und nicht zu vieeeel erwarten, dann klappt das auch. Doch dieser Film ist mal locker eine, wenn nicht sogar zwei Stufen unter "Transformers" oder "2012" einzustufen.

6/10


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