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Spawn (1997)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 05.03.2005, seitdem 1030 Mal gelesen



Der höllische Superheld „Spawn“ turnt Mark Dippes Comicverfilmung, der trotz guter Ansätze der rechte Funke fehlt.
Al Simmons (Michael Jai White) ist Profikiller und Geheimagent im Auftrag von Jason Wynn (Martin Sheen), doch er hat noch ein Gewissen im Gegensatz zu seinem Boss. So muss Simmons entsetzt feststellen, dass bei seinem aktuellen Einsatz Zivilisten mit in die Luft gejagt werden. Der Killer mit Gewissensbissen; dieses Szenario kennt man zur Genüge und auch actionmäßig haut der Auftakt nicht so wirklich vom Hocker.
Wynn überredet Simmons, der aussteigen will, zu einem letzten Auftrag – um ihn bei der Ausführung des Auftrages zu ermorden. Simmons kommt in die unheimlich schlecht animierte CGI-Hölle, wo ihm ein unheimlich schlecht animierter CGI-Teufel einen Handel anbietet: Er darf als Spawn zur Erde zurückkehren und Rache nehmen, wenn er im Gegenzug die höllischen Heerscharen zum Kampf gegen den Himmel führt. Das ist schon mal ein interessantes Szenario (nur muss die Hölle wirklich so scheiße animiert sein?).

Auf der Erde zurück muss Spawn feststellen, dass seine Haut immer noch verbrannt ist, inzwischen fünf Jahre vergangen sind und seine Frau inzwischen seinen besten Freund geheiratet hat. Zusammen mit einem dämonischen Clown (John Leguizamo), der ihm von der Hölle als Aufpasser zur Seite gestellt wurde, hegt Spawn finstere Rachepläne ohne zu merken, dass man ihn nur benutzen will…
Das Szenario ist an sich interessant, wobei „Spawn“ zeigt, wie der Titelheld schließlich dann doch seine von der Hölle gegebenen Kräfte für das Gute einsetzt. Auch die Figur des Rächers, der wirklich alles verloren hat, kommt relativ düster rüber. Leider ist die Geschichte nicht so berauschend, denn „Spawn“ hetzt sich durch den Plot und offenbart extrem schnell, welche Verschwörungen noch im Hintergrund abgehen. So kommt auch nicht wirklich viel Spannung und wirklich überraschende Wendungen erwartet man besser nicht.
Weitere Minuspunkte handelt sich „Spawn“ für die oft grottenschlechten CGI-Effekte ein (vor allem die Höllenszenen sind unter aller Sau). Nur wenige Sachen sind wirklich auf der Höhe der damaligen Zeit, wie z.B. die Monsterform des Clowns. Der Clown ist oft ebenfalls ziemlich nervig, wenn er mit kindischen Witzen um sich wirft, die eher peinlich als komisch sind. Ab und zu ist zwar mal ein wirklich fieser Spruch dazwischen, aber die sucht man mit der Lupe.

Stimmig sind hingegen die Sets, wie z.B. die düstere Kirche im Armenviertel, in der Spawn eine Behausung findet. Auch die Action ist gar nicht mal schlecht gemacht, nur viel zu dünn gesät. Gerade von Michael Jai Whites Fähigkeiten im Bereich Kampfkunst sieht man viel zu wenig, ansonsten gibt es noch ein paar annehmbare Shoot-Outs (cool ist der mit zwei MPs ballernde Spawn als er einen Salto macht), akzeptable, aber nicht allzu spektakuläre Zweikämpfe ohne Martial Arts (z.B. wenn Spawn im Showdown gegen ein Monster kämpft) sowie eine recht gelungene Verfolgungsjagd Motorrad vs. Tanklaster.
Michael Jai White ist eine ganz gute Besetzung für den höllisch angepissten Superhelden, aber unter den ganzen Masken und Make-Up Effekten ist von ihm wenig zu sehen. Gleiches gilt für den nicht mehr wieder zu erkennenden John Leguizamo, der aber mit diebischer Freude spielt. Martin Sheen agiert klischeehaft hoch drei, während Theresa Randle immerhin ganz routiniert spielt. Die restlichen darstellerischen Leistungen bewegen sich meist im Mittelmaß.

Gute Ansätze hat „Spawn“ sicherlich und das Szenario ist ziemlich interessant, aber letztendlich krankt der Film an der mäßigen Umsetzung. Passabel und nicht wirklich langweilig, aber weit unterhalb dessen, was möglich gewesen wäre.


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