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Spawn (1997)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 4 / 10)
eingetragen am 28.08.2006, seitdem 589 Mal gelesen



Auch vor der 2002 von Spider-Man ausgelösten Comicverfilmungs-Welle, wurde versucht mit filmischen Adaptionen beliebter Comics Profit zu machen. Da damals die Tricktechnick allerdings noch nicht auf dem heutigen Stand war, und untalentierte Filmemacher in Hollywood keine Seltenheit sind, gab es neben Tim Burtons Batman, dem ersten The Crow, dem früheren Superman und natürlich Blade kaum wirklich gute Comicverfilmungen zu bewundern. Dazu gehört auch eindeutig Spawn, der eine langweilig und amateurhaft runtergeleiherte Angelegenheit ist.

Agent Al Simmons (Michael Jai White) wird bei einem Einsatz von seinem Boss Wynn (Martin Sheen) in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Mit Satans Hilfe kehrt er mit Superkräften auf die Erde zurück. Doch anstatt wie versprochen für den Höllenfürsten zu kämpfen, schlägt Spawn sich auf die Seite des Guten. Das wird auch Zeit, denn Wynn droht die gesamte Menschheit zu vernichten...

Nichts gegen Michael Jai White (Exit Wounds) als Kampfsportler, doch als titelgebender Held ist er ein lausiges Objekt. Weder wirkt er für den Zuschauer auch nur ansatzweise sympatisch, noch ist er wirklich cool. Darsteller wie Wesley Snipes und Hugh Jackman haben da bezüglich Coolness und Sympathie wesentlich mehr drauf. Zu 90% des Films läuft White dann noch mit Make Up rum und markiert den knurrigen Langweiler aus der Hölle. John Leguizamo (Collateral Damage) ist dank tonnenweise Make Up erst gar nicht zu erkennen und liefert als Höllenclown eine der nervigsten Sidekick-Performances aller Zeiten ab. Er nervt nicht nur saumäßig, sondern ist auch überhaupt nicht witzig. Somit kann Leguizamo dankbar sein, dass ihn kaum einer erkennt. Als furchtbar böser Industriegigant spult Martin Sheen (Code of Conduct) eine langweilige Nummer ab und kann als Schurke wenig beeindrucken. Gegen Ende kommt er sogar noch so rüber, als wäre er einer der Guten. Theresa Randle (Bad Boys) als Nebencast geht zwar in Ordnung, macht aber auch keine besonderen Anstalten.

Bezüglich Shoot-Outs und Nahkämpfen ist Spawn noch recht brauchbar. So hat Spawn mehr Ballermänner am Start als Rambo in seinen feuchtesten Träumen, und setzt diese auch solide ein. Da kann es auch mal passieren, dass die Domina-Gehilfin vom Ex-Boss knackig ein Geländer runter geballert wird und der zum Monster mutierte Höllenclown ein paar Körner abbekommt. Und Spawns Superkräfte sind für eine 97er Stand passabel in Szene gesetzt worden und machen auch mächtig was her, wenngleich man den CGI-Einsatz hier 1000 Kilometer gegen den Wind riechen kann. Während die Animationen von Spawns Ketten und Umhang noch mittlerer Durchschnitt sind, so hat der Rechenknecht bei der Hölle total versagt. Denn die ist nicht nur eine Unverschähmtheit dem Zuschauer gegenüber, sondern auch für niedrigste B- und C-Movie-Verhältnisse ein Unding. Den Vogel hat hier vor allem der Teufel selbst abgeschossen, da sämtliche Kreaturen in den alten Doom- und Mortal Kombat-Games furchterregender und besser animiert daher kommen. Ich hätt gern Lust diesen teuflischen Totalausfall samt seinem nervtötenden Clownbimbo per BFG ins filmische Nirvana zu pusten. Und einen Fatality-Move noch gleich hinterher. Was die Handlung angeht, so hat auch die kaum Höhepunkte zu bieten. Simmons wird halt verraten und umgenietet, kehrt nach seinem Höllendeal ins Diesseits zurück, um mal so richtig auf die Kacke zu hauen. Nur das tut er halt nicht. Überfälle auf Wynns Party und ein bisschen Gerangel mit dem Höllenclown sind einfach zu wenig. Am besten kommt da noch die Verfolgungsjagd Motorrad vs. Truck weg. Zudem scheint das Diesseits aus zwei unterschiedlichen Welten zu bestehen. Ist Spawn in den Slums unterwegs, dann wird großzügig der Farbtopf mit den extra dunklen und düsteren Tönen rausgeholt. Sobald unser lokaler Hero aber mal einen Abstecher zur Ex-Family macht, sind heiterer Sonnenschein und fröhliche Farben im gelecktesten Beverly Hills 90210-Look angesagt. Mit der Logik hat Spawn es dann auch nicht so. Nachdem Spawn ihm Druck gemacht hat, lässt sich Wynn ein Herzkontrollgerät reinzimmern, damit mordstödliche Giftgase über die Erde verteilt werden, sollte er ins Gras beißen. Dass dies aber des Teufels eigentliche Absicht ist, dahinter kommt er dann aber nicht. Glücklicherweise ist Bratwurst-Spawny rechtzeitig zur Stelle und kann Wynn das Gerät rausbeamen. Und wenn der Teufel trotz seinem beschissenen Look so ein ausgefuchster Typ sein soll, warum wählt er dann ausgerechnet so einen labilen Typen wie Simmons als Heeranführer aus? Na ja... die Wege des Fürsten der Finsternis sind eben genauso unergründlich wie der Erfolg des Streifens an den US-Kassen. Dann versucht der Film tatsächlich noch komisch zu sein, indem er Spawn auf dem Friedhof ein paar Hobby-Satanisten erschrecken lässt und zu der saudebilen Sache mit dem Höllenclown habe ich mich ja schon genug geäußert. Freilich ist das alles andere als lustig, sondern einfach nur dämlich. Was den Score angeht, so geht der noch teilweise in Ordnung, obwohl die Mucke in den Mortal Kombat-Streifen noch eine Ecke fetziger ist. 

Alles in allem ist Spawn eine Comicadaption, die keine Sau ernsthaft braucht. Hätten Bryan Singer oder Sam Raimi um Regiestuhl gesessen, würde die Sache vielleicht noch ganz anders aussehen. So aber nicht. Nee, dann doch lieber Blade, Daredevil oder den Punisher! Bin mal auf Ghost Rider mit Nicolas Cage gespannt...  


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