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Spawn (1997)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 5 / 10)
eingetragen am 08.10.2006, seitdem 512 Mal gelesen



Im Mai 1992 erschien mit "Spawn Nr. 1 - Questions" ein weiterer Held im amerikanischen Comic-Universum. Der ehemalige Spiderman-Zeichner Todd McFarlane errichtete sich selbst mit diesem Anti-Helden ein Denkmal. Erstmals war ein Comic-Held geboren der nicht nur strahlend, charismatisch und gutaussehend war, sondern aggressiv, zynisch, d√ľster und deprimiert. Anscheinend war es das, was der beinahe tote Markt gebraucht hatte. Spawn wurde zu einer der erfolgreichsten Serien aller Zeiten, und hat es mittlerweile auch zu zahlreichen Neben-Serien (Spawn Dark Ages, Curse of the Spawn, Manga Spawn etc) gebracht. Auch wenn die Verkaufszahlen seit Ausgabe 100 kontinuierlich nach unten gehen. Al Simmons (aka Spawn) hat seine Spuren hinterlassen.

Mit ein Grund f√ľr den Erfolg war der poetische Touch der Hefte, ebenso wie die d√ľsteren, √§u√üerst brutalen aber grandiosen Zeichnungen. Eigentlich sollte man nun erwarten k√∂nnen dass Spawn - der Film in die selbe Kerbe schl√§gt, schlie√ülich hat Sin City eindrucksvoll unter Beweis gestellt dass es m√∂glich ist anspruchsvolle Erwachsenenunterhaltung und Comic-Verfilmung zu vereinen. Doch wie so oft, gerade in diesem Genre, ist die Entt√§uschung gro√ü. Obwohl - oder gerade weil (?) - die Macher des Comics beteiligt waren. Der Ehrlichkeit halber muss ich hier erw√§hnen dass es mir nur m√∂glich war den normalen und nicht den Director¬īs Cut zu sehen, allerdings wage ich zu bezweifeln dass der diesen Film noch retten kann.

Neben der j√§mmerlichen Schauspieler-Leistung, der ebenso schlechten wie h√§ufig benutzten CGI-Effekte entt√§uscht vor allem die Story. Wenn man eine Vorlage hat, warum benutzt man sie nicht ?! Von der tats√§chlich ganz interessanten Story des Heftes ist nur das grobe Grundger√ľst (Spawn, Wanda, Wynn, Violator und Malebolgia) √ľbriggeblieben. Alles in allem hat der Film nichts mit dem Comic gemein. Der d√ľstere Look weicht einem geschleckten Walt Disney Picture, trotz der FSK18 Freigabe - wo ist die Gewalt !?! Und am allerschlimmsten: warum kommen die interessantesten Figuren der Serie nicht vor (Sam und Twitch, Angela, Satan, Chief Banks)? Somit ist dieser Film gerade f√ľr die Fans der Original-Vorlage - und an die richten sich doch solche Verfilmungen - g√§nzlich ungeeignet. Schade, denn mit zunehmendem Popularit√§tsverlust schwindet auch die Hoffnung auf ein gelungenes Remake.


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