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Spawn (1997)

Eine Kritik von
eingetragen am 20.11.2007, seitdem 481 Mal gelesen



Wenn man ca. 50 Ausgaben eines populären Comics zu einem Spielfilm zusammenfasst kann eigentlich nur noch eine Art holpriges Handlungsfragment entstehen, das weniger auf tiefgehende Deutungsmöglichkeiten sondern auf Oberflächenwirkung setzt. Im Falle des faustischen SPAWN ist diese Reduktion bedauerlich, da das Potential verschenkt wurde, einen geradezu höllischen, innerlich zerissenen Superhelden mit Tiefgang zu schaffen - vielmehr sind Vor- und Abspann die beeindruckendsten Minuten des Films, hier bilden Musik (symptomatisch: "The Long Hard Road out of Hell") und Bildgestaltung (die Credits werden zerkratzt, verwackeln usw; im Vorspann rast man einen Flammentunnel in die Tiefe) eine perfekte Einheit, die einmal mehr an die verschenkten Möglichkeiten gemahnt.

Der existenzielle Konflikt der Hauptfigur wird im Hauruckverfahren abgehandelt: Der Geheimagent Al Simmons ist im Kampf gegen Terroristen und anderes Gesindel selbst zu einem Werkzeug des Bösen geworden, sein letzter Auftrag führt ihn dank seines Intriganten Chefs (ein lustloser Martin Sheen) direkt ins Fegefeuer der CGI-Hölle, wo er zum SPAWN - einem Superhelden mit allerlei tollen Spezialkräften - mutiert, der die höllischen Heerscharen im Kampf gegen die Mächte des Guten anführen soll. Die innere Unschlüssigkeit, auf welcher Seite man denn eigentlich steht wird in einem simplen Gut-Böse-Schema nach außen verlagert, das phallisch-narzisstische Ich schottet sich durch die höllische Umstrukturierung der Haut (ein wehrhafter Charakterpanzer im wörtlichen Sinne) dabei mehr und mehr vor allem vor dem doch ziemlich anal anmutenden Clown/Violator ab, um schließlich die amerikanische Kleinfamilie und nebenbei die ganze Welt durch sein Selbstopfer (das Anerkennen des eigenen Todes, bzw. den endgültigen Verzicht auf seine Familie und seine Rache) vor der bakteriellen Apokalypse zu bewahren. Dabei darf der väterliche Lehrmeister ebensowenig fehlen wie eine kleine Odysseus-Anleihe, in der der aus der Unterwelt Heimgekehrte nur von seinem Hund erkannt wird.

Das Übliche also, verpackt in z. T. sehr gelungene Bilder mit für das Alter des Films ordentlichen Animationen (wobei die Hölle auch 1997 eher lächerlich wirkte) ergibt in Kombination mit einem interessanten Soundtrack (Kooperationen bekannter DJs mit einschlägigen Metal-Bands) gelackte Dutzendware, die sorgfältiger konzeptionierten Comic-Adaptionen wie THE CROW natürlich nicht ebenbürtig ist.

Die Unterschiede zwischen der FSK 16 bzw. 18 Fassung sind minimal, durch etwas selbstzweckhaftere Gewaltdarstellung wird allerdings der düstere Charakter SPAWNS in der 18er ein klein wenig deutlicher herausgearbeitet, weshalb diese Fassung zu bevorzugen ist - der Film selbst ist jedoch eher aufgrund seiner filmhistorischen Stellung als eines der ersten Werke mit exzessiver Computeranimation sehenswert.


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