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Clan der Sizilianer, Der (1969)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 12.03.2009, seitdem 800 Mal gelesen



Mit großer Starpower inszeniert Henri Verneuil mit „Der Clan der Sizilianer“ eine Mischung aus Mafiafilm und Caper Movie.
Denkwürdig ist bereits die Eingangssequenz, an der alle drei Hauptfiguren beteiligt sind, die vor allem einen packenden Coup beschreibt. Gangsterboss Vittorio Manales (Jean Gabin) arrangiert mit seinen Söhnen die Befreiung des Berufsverbrechers Rogert Sartet (Alain Delon), den der Kommissar Le Goff (Lino Ventura) mühsam festgesetzt hatte. Der ausgetüftelte Plan gelingt, doch Verneuil inszeniert den Weg dorthin ausgesprochen spannend, wenn sich Sartet beim Transport aus dem Vehikel herausfräsen muss.
Der Clan von Sizilianer Vittorio plant den nächsten Coup und überlegt dabei die Hilfe von Sartet in Anspruch zu nehmen, wenngleich ihnen dessen Gewaltbereitschaft nicht schmeckt. Gleichzeitig will Le Goff den befreiten Killer um jeden Preis dingfest machen...

„Der Clan der Sizilianer“ ist keine epische Mafiageschichte vom Kaliber von „Der Pate“ und Co., wenngleich es diese Elemente sind, die ihn von vergleichbaren Caper Movies absetzen. Denn die Planung des Coups wird nur rudimentär geschildert, erst bei der Ausführung geht „Der Clan der Sizilianer“ dann ins Detail. Dabei gehen die Gangster mit Finesse vor, erfinden einen Plan, bei dem ein Rädchen in das andere greift – genau wie es der Freund des Genres mag, wenngleich es in dem Genre wesentlich komplexere Coups zu sehen gab.
Über weite Strecken geht es aber wirklich um die Struktur des Mafiaclans, dessen Gefüge Außenseiter Sartet reichlich stört. Die Frau eines Sohnes von Vittorio fühlt sich von dem Berufsverbrecher angezogen, was die Situation nur weiter verkompliziert. Insofern bilden die Manales und Sartet keine Einheit, sondern mehr zwei Ecken eines Dreiecks, das durch Le Goff komplettiert wird. Von beiden Seiten des Gesetzes versucht man einander auszubooten, wobei Sartet und die Manales an sich nur zusammenarbeiten, da sie beide gegen die Polizei antreten. Die darf hier über weite Strecken nur hinterhertappen, doch bei der Schilderungen der Ermittlungen gibt sich „Der Clan der Sizilianer“ dann erfrischend roh: Gerade bei den Verhören der Passfälscher erweist sich Le Goff als Bulle, der die Vorschriften nicht immer ganz genau befolgt.

Ebenfalls großen Anteil am Gelingen des Films trägt die Besetzung: Alain Delon, nach „Der eiskalte Engel“ auf derartige Rollen abonniert, gibt einen wahrlich charismatischen Berufsverbrecher und (Lady)Killer ab, der vor allem durch Zurückhaltung glänzt. Jean Gabin als Clanchef, der von eiskalt ganz schnell zu freundlicher Fassade wechseln kann, ist mindestens ebenso gut. Lino Ventura gibt dagegen mal wieder den Rüpelbullen und ist nicht ganz so gefordert, doch auch seine Leistung überzeugt vollkommen.
Doch trotz all seiner Vorzüge ist „Der Clan der Sizilianer“ nur ein guter, aber kein herausragender Film. Mit seinen fast zwei Stunden ist er ein Stück zu lang für das, was er zu erzählen hat, denn dich gesät sind die Plottwists nicht. Ebenfalls etwas schnell herbeigebogen kommt das Ende daher, da die Begründung für den Untergang einiger Figuren etwas zu banal ist. Auch könnte Verneuil gelegentlich mehr Schauwerte einbringen, mehr Sequenzen wie den Ausbruchauftakt oder Sartets Fenstersprung bei der Flucht aus dem Stundenhotel einbringen. Ein solcher Moment ist auch die Flugzeuglandung auf dem Highway gegen Ende des Films, die nach heutigen Maßstäben etwas durchschaubar anzusehen ist, für damalige Verhältnisse aber ordentlich getrickst wurde.

„Der Clan der Sizilianer“ ist trotz seines markigen Namens ein eher ruhiger Mix aus Gangsterfilm und Caper Movie, etwas zu lang geraten, aber doch empfehlenswert. Gerade die erstklassige Besetzung und Henri Verneuils sichere Regie tragen zum Gelingen dieses stimmungsvollen Films bei.


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