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Rampage - Rache ist unbarmherzig (2009)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 03.03.2011, seitdem 1070 Mal gelesen



Rampage
(Splendid film) 

Kaum ein Regisseur spaltet die Gemeinde der Filmfreunde so wie der Regisseur Dr. Uwe Boll. Bekannt geworden mit eher trivialen Filmadaptionen von Computerspielen wie Far Cry, Schwerter des Königs oder Bloodrayne, denen man oftmals einen großen Unterhaltungswert nicht absprechen, die aber von anspruchsvollem Kino weit entfernt waren, zeigte sich nun bei seinen letzten Veröffentlichungen ein Schritt in eine Richtung, die in seinen Filmen eine teils sozialkritische Grundtendenz aufzeigten. Dies geschah zwar immer noch teils extrem brachial, aber plötzlich war Boll eben nicht mehr nur ein banal-naiver Spiele – Regisseur, sondern er schaffte es, eine Botschaft zu vermitteln, und seine Filme dadurch in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Bestes Beispiel war hierfür der überaus gelungene und aufwühlende Dafur!
Dass er den Skandal trotzdem nicht scheut, zeigt seine hier vorliegende Veröffentlichung. Einen Film über einen Amoklauf zu drehen, und den Täter dabei nicht sofort in ein Schema zu pressen, sondern ihm menschliche Züge zu verpassen, gab es bisher selten in der Filmlandschaft. Aus diesem Grunde war die erste Veröffentlichung auch nur in einer abgeschwächten und gekürzten Version erhältlich. Unter dem neuen Label Black Edition erscheinen nun kontroverse Filme jedoch ungeschnitten, und so entschied man sich, als zweite Veröffentlichung in dieser Edition, Rampage als von der SPIO JK geprüfte ungeschnittene Version diesmal in seiner vollen Pracht herauszubringen.
Der junge Bill Williamson (Brendan Fletcher, Alone In The Dark) ist mit sich und seinem Leben unzufrieden. Sein Job, seine Familie, seine Umwelt, all das zehrt an seinen Nerven, so dass er den Plan eines Amoklaufes fasst. Er bastelt sich eine Kevlarrüstung, hortet Waffen, um eines Tages seinen Plan umzusetzen. Als es dann zum tatsächlichen Amoklauf kommt, findet dieser in einer Form statt, wie es sie in einem Film in dieser gezeigten Brachialität noch nicht gegeben hat. Erbarmungslos zieht der Protagonist eine Spur aus Tod und Verwüstung durch seine Kleinstadt, dass es einem als Zuschauer den Atem verschlägt.
Hier ist genau die Stärke, aber auch die Schwäche des Filmes. Boll verzichtet auf jegliche moralische Stellungnahme, sondern zeigt die Tat eher in einem unkommentierten dokumentarischen Stil. So ist der Zuschauer gezwungen, sich selbst eine Meinung zu dem Gezeigten zu machen, was prinzipiell immer gut ist. Aber das Drehbuch verlässt dabei jedoch relativ schnell die Pfade eines realistisch dargestellten Amoklaufes, beziehungsweise einer ausgefeilten Charakterzeichnung des Protagonisten, und driftet in ein visuell zwar ansprechendes Geschehen ab, aber leider ist dies dann doch wieder nur ein Film gewordener Alptraum, dem man sich als Zuschauer mit einer anderen Sicht hingeben kann. Hier wäre weniger definitiv mehr gewesen, denn die tatsächlichen Charakteristika eines realen Amoklaufes sehen komplett anders aus. Dies ist dann wieder der Boll-typische filmische Vorschlaghammer!
Die Veröffentlichung in der Black Edition ist für Filmfreunde mehr als interessant. Erstens ungeschnitten, zweitens in seiner schwarzen Optik edel anzuschauen. Hier kann ich nur hoffen, das noch eine Menge anderer Filme in dieser Edition ihren Platz finden.
Im Bonusbereich findet man einen Audiokommentar des Regisseurs und ein Making of.
Rampage ist verstörendes Kino, welches den Zuschauer mit der Wucht einer Dampframme in den Sessel drückt. Filmisch und sogar darstellerisch gut umgesetzt, weiß der Film zu fesseln und zu überzeugen. Hier ist dem Regisseur einer seiner besten Filme gelungen, leider nur steht sich Herr Boll manchmal bei der Umsetzung selber im Weg, wenn er erst den richtigen Pfad einschlägt, dann jedoch die von ihm gewollte Botschaft dem Zuschauer mit einem Baseballschläger vor den Kopf hämmern will. Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass der Regisseur, sollte er bei seinen kritischen Stoffen bleiben, noch so einige Überraschungen veröffentlichen wird.   

CFS


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